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Es ist jetzt Zeit zu gehen: Karl-Heinz Rummenigge. Foto: dpa
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Es ist jetzt Zeit zu gehen: Karl-Heinz Rummenigge.

FC Bayern

Rummenigge hört beim FC Bayern früher auf: Fettes Vermächtnis

  • Jakob Böllhoff
    VonJakob Böllhoff
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Karl-Heinz Rummenigge ist ein notorischer Fettnäpfchentreter, was eines aber nicht ändert: Der Spitzenfunktionär hinterlässt eine große Lücke beim FC Bayern. Ein Kommentar

Ende des Monats, ein halbes Jahr früher als geplant, hört Karl-Heinz Rummenigge also auf beim FC Bayern, und wenn sie beim Fußball-Rekordmeister Humor haben, dann bestellen sie zum Abschied des Vorstandschefs schnell ein Gedicht bei Anette Pfeiffer-Klärle. Aus dem Fundus der hessischen Hobby-Lyrikerin hatte Rummenigge sich einst, im November 2009, bedient, um dem scheidenden Präsidenten Franz Beckenbauer auf der Jahreshauptversammlung des Klubs Danke zu sagen. Danke, Danke und nochmals Danke. Doch Rummenigge hatte die Zeilen nicht eingekauft, sondern einfach abgeschrieben, und bald drauf hatte er eine Schadensersatzklage von Pfeiffer-Klärle auf dem Tisch liegen.

Rummenigges große Lücke

Aber so ist er halt, „der Kalle“, 65, ein notorischer Fettnäpfchentreter, der es wie kein Zweiter versteht, auch die guten Sachen noch schlecht klingen zu lassen und die schlechten Sachen noch ein bisschen schlechter. Neulich hat er vorgeschlagen, man solle doch Profifußballer bei den Corona-Impfungen vorziehen, aus Gründen der Vorbildwirkung, und böse war das sicherlich nicht gemeint, kam in der Öffentlichkeit aber als Vordrängelversuch eines abgehobenen Fußballchefs an. Überhaupt hat Rummenigge auf der Zielgeraden seiner 30-jährigen Amtszeit als Bayern-Boss wenig ausgelassen, was sich blöd anhört. Hat sich, im Kanon mit dem Ehrenpräsidenten Uli Hoeneß, im Februar tierisch darüber aufgeregt, dass der Teamflieger zur Klub-WM nach Katar mit mehrstündiger Verspätung losfliegen durfte (Nachtflugverbot? Was soll das sein?). Leise Erinnerungen wurden da wach an jene völlig absurde Pressekonferenz im Oktober 2018, als Rummenigge und Hoeneß die Medien schelten.

All das waren und sind Peinlichkeiten kleinerer Natur und größerer (seit 2013 ist er verurteilter Straftäter, weil er am Münchner Flughafen zwei Luxusuhren im Wert von zirka 100 000 Euro am Zoll vorbei einführen wollte), die eines jedoch nicht ändern: Am Ende des Tages hinterlässt der Spitzenfunktionär und Weltmann Rummenigge eine große Lücke beim FC Bayern – jenem Klub, den er in seiner 30-jährigen Zeit als Manager souverän in die kapitalistische Fußballmoderne führte, Seit‘ an Seit‘ mit Hoeneß und ein Stück weit auch alleine, als der Weggefährte wegen eigener Steuergeschichten im Knast saß.

Jetzt muss der lange angelernte Oliver Kahn schon ein halbes Jahr früher als geplant aus den Kulissen treten und dauerhaft zeigen, dass er die Statur für den Job als Vorstandsvorsitzender hat bei einem der größten Fußballklubs der Welt. Die Verhandlungen mit dem neuen Trainer Julian Nagelsmann hatte der Ex-Torwart ja bereits federführend zum Abschluss gebracht. Rummenigge hielt sich dabei im Hintergrund, wissend: Es ist jetzt Zeit zu gehen.

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