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In einem kicker-Interview greift Karl-Heinz Rummenigge die DFL an.
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In einem kicker-Interview greift Karl-Heinz Rummenigge die DFL an.

50+1 Regel

Rummenigge auf den Barrikaden

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Der Boss des FC Bayern beschwert sich aus der Ferne über die DFL und ihre Entscheidung zur 50+1 Regelung. Ein Kommentar.

Karl-Heinz Rummenigge hat dem Fachmagazin „Kicker“ ein zorniges Interview gegeben. Man kann das so interpretieren, dass der Boss des FC Bayern ein Ultimatum stellt: Entweder, die Fußball-Bundesliga stellt sich den Erfordernissen des vom Turbokapitalismus getriebenen internationalen Wettbewerbs, oder der nationale Branchenführer überlegt es sich, ob der Provinzstandort Deutschland der richtige für ihn ist und treibt Pläne voran, sich mit den Topteams Europas in einer eigenen Liga zu organisieren. Aufgrund der hierzulande konkurrenzlosen Finanz- und Personalausstattung wäre das ein logischer Schritt, der aber Tradition und Markenkern der Bundesliga ins Mark treffen würde. Die Fans, so viel steht fest, würden auf die Barrikaden gehen.

Genau dort befindet sich derzeit Rummenigge. Der Ausgang der Klubversammlung in der vergangenen Woche in Frankfurt, wo auf Betreiben des FC St. Pauli eine ergebnisoffene Debatte über die Abschaffung der investorenfeindlichen 50-plus-eins-Regel abgeschmettert wurde, hat bei Rummenigge nachhaltig für Verdruss gesorgt. Denn die Interessen eines Spitzenklubs wie des FC Bayern und die eines etablierten Zweitligisten wie St. Pauli haben längst gar nichts mehr gemein.

Die DFL ist zerrissen

Entsprechend zerrissen ist die Deutsche Fußball-Liga, die sich einerseits dem Solidaritätsgedanken verpflichtet fühlen soll, andererseits aber auch dafür zu sorgen hat, dass Deutschland ein Fußballstandort mit internationaler Ausstrahlung bleibt und nicht nur die Bayern und die Nationalmannschaft dafür als Marken genutzt werden können. Und vielleicht noch der FC St. Pauli mit seinem Totenkopfemblem.

Dessen Manager Andreas Rettig hat mit seinem listigen Vorstoß im Kampf gegen den Exitus von 50 plus eins einen Coup gelandet. Auch deshalb, weil der Erzfeind des frustrierten DFL-Chefs Christian Seifert sich auf die Vollversammlung am besten vorbereitet hatte und sich den Rückenwind der Fanproteste gegen die fortschreitende Kommerzialisierung zunutze machte. Der Bayern-Boss hatte seinen zwar fachkundigen, aber blassen Kollegen Jan-Christian Dreesen nach Frankfurt geschickt. In der Diskussion sprang der Dortmunder Aki Watzke dem Kollegen Rettig bei. Rummenigge hätte besser Gesicht gezeigt und argumentativ vor Ort gegengehalten, als das verspätet im Interview zu tun und die DFL der Führungslosigkeit zu zeihen. Wenn die Entwicklung so weitergeht, sollte sich niemand wundern, wenn Seifert Konsequenzen zieht und sich verabschiedet. Den Bayern hat er vor Jahren noch abgesagt.

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