Zweite Bundesliga

Rückschlag trotz Rückenwinds

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Der SV Wehen Wiesbaden verliert im Abstiegskampf gegen Bochum 0:1 und fällt wieder auf den Relegationsrang zurück - reicht es noch für den Klassenerhalt?

Selbst mit Unterstützung von Sabine reichte es nicht mehr für den SV Wehen Wiesbaden zu einem Punktgewinn an diesem Sonntagnachmittag. Der hessische Zweitligist drückte in Hälfte zwei zwar mit den ersten Ausläufern des Orkans im Rücken auf den eigentlich verdienten Ausgleich, am Ende stand nach dem Abpfiff aber doch eine enttäuschende 0:1 (0:1)-Heimniederlage gegen VfL Bochum – ein herber Dämpfer im Kampf um den Klassenerhalt. Die Gäste zogen in der Tabelle vorbei und verdrängten die Mannschaft von Trainer Rüdiger Rehm auf Relegationsrang 16. Dabei wäre so viel mehr drin gewesen für den SVWW. „Dieses Spiel dürfen wir nicht verlieren“, sagte Torhüter Heinz Lindner und meinte die vielen ausgelassenen Möglichkeiten seiner Vorderleute: „Bei so vielen Chancen muss auch mal einer über die Linie gedrückt werden.“

Siebzehn zu zwölf Torschüsse standen am Ende für die Gastgeber auf dem Statistikzettel, wobei die meisten der Hausherren die weitaus gefährlicheren waren. „Bochum hat den Sieg dem Torhüter zu verdanken“, lobte Lindner zurecht seinen starken Ballfängerkollegen Manuel Riemann.

Zwar hatte der VfL vom Start weg häufiger den Ball, spielte diesen aber teils stümperhaft den Gastgebern in die Füße. Wehen Wiesbaden schaltete schnell um, suchte oft mit langen Pässen den direkten Weg in die Spitze und vergab zweimal durch Maximilian Dittgen (4. und 8. Spielminute) sowie Manuel Schäffler (18.) und Daniel Kyereh (19.) gute Gelegenheiten zur Führung.

Erst nach knapp 25 Minuten, und lauten Ansagen von VfL-Coach Thomas Reis an sein Team, kamen die Bochumer besser ins Spiel rein. Prompt musste SVWW-Verteidiger Benedikt Röcker auch einen Schuss von Silvere Ganvoula von der Torlinie kratzen (27.). Kurz drauf parierte Keeper Lindner zwar den nächsten Versuch des Bochumer Stürmers, beim Nachsetzer von Simon Zoller war er jedoch machtlos – 1:0 für Bochum (39.). Da Paterson Chato wenig später für die Hessen mit einem Kopfball nur die Latte traf (42.), ging die Rehm-Truppe mit einem Rückstand in die Kabine.

Der Coach musste reagieren, und versuchte, zur zweiten Hälfte mit der Einwechslung des Offensivmannes Törles Knöll frischen Wind zu bringen. Es funktionierte, zumindest halbwegs. Denn Wehen Wiesbaden war zwar wieder überlegen, vergab aber weiterhin beste Chancen. Diesmal versiebten Knöll (54.) und Schäffler (57.) aus guten Positionen, einmal schoss Dittgen seinem Gegenspieler Anthony Losilla im Strafraum noch den Ball an den Arm, der Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Daniel Siebert blieb aber aus. Zu nah war die Entfernung, zu eng der Arm am Körper.

Die Gastgeber drückten Bochum weit in deren Hälfte, daran änderte auch die Einwechslung des spritzigen Ex-Frankfurters Danny Blum aufseiten des VfL nichts. Allerdings: Das vermaledeite Tor wollte für den SVWW nicht fallen, stattdessen köpfte Phillip Tietz aufs Tornetz (84.). „Die Pleite tut weh, wir sind hart getroffen“, gab Coach Rehm zu, ob der engen Tabellenkonstellation im Keller der zweiten Liga fügte er aber noch an: „Diese Etappe haben wir zwar verloren, der Marathon aber geht weiter.“ Mindestens für 13 Spiele noch.

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