Hat Erfahrung auf höchstem Niveau: Merle Frohms im Trikot der deutschen Nationalmannschaft.
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Hat Erfahrung auf höchstem Niveau: Merle Frohms im Trikot der deutschen Nationalmannschaft.

Merle Frohms wechselt zu Eintracht Frankfurt

Rückhalt für den Angriff auf die Spitze

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
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Merle Frohms ist die erste Verpflichtung für das Frauenteam von Eintracht Frankfurt: Die Nationaltorhütern wechselt vom Ligakonkurrenten SC Freiburg an den Main

Ihr Empfehlungsschreiben hätte besser kaum ausfallen. Merle Frohms hat Eindruck geschunden am letzten Juni-Sonntag, als der 1. FFC Frankfurt sein allerletztes Spiel der Vereinsgeschichte mit 0:2 verlor. Auch, weil sich aufseiten des SC Freiburg die aktuelle Nationaltorhüterin in bestechender Form präsentierte. Die gebürtige Niedersächsin sicherte mit starken Paraden den Sieg, feuerte ihren damaligen Teamgefährtinnen bis zuletzt an, obwohl doch jeder wusste, was jetzt offiziell bestätigt wurde: Die 25-Jährige spielt ab der nächsten Saison selbst in Frankfurt.

Am Dienstag machte Eintracht Frankfurt den Wechsel publik. Siegfried Dietrich freut sich auf eine immer noch entwicklungsfähige Torfrau, die einen Vertrag bis zum 30. Juni 2023 erhielt. Der SC Freiburg wird dem Vernehmen nach mit einer Ablöse im fünfstelligen Bereich entschädigt. „Wir sind sehr glücklich, dass sich Merle Frohms trotz sicherlich vieler Möglichkeiten für uns entschieden hat“, teilte Dietrich als neuer Sportdirektor der Eintracht-Frauen mit. „Sie ist eine große Persönlichkeit und eine moderne, mitspielende Torfrau mit starken Reflexen.“ Sie habe in den vergangenen Jahren auf nationalem wie internationalem Niveau starke Leistungen gezeigt. Im Nationalteam hat Frohms nach der Frauen-WM 2019 die verletzte und dann schwangere Almuth Schult auf Anhieb überzeugend vertreten. Bei ihren bisherigen zehn Einsätzen brillierte sie beim 2:1-Sieg in Wembley vor 77 768 Zuschauern, als sie gegen England einen Elfmeter famos abwehrte. Bundestrainerin Voss-Tecklenburg forderte Frohms öffentlich auf, sich verbal noch stärker als Führungsperson zu positionieren.

Entwicklung nicht fertig

Frohms hatte am letzten Bundesliga-Spieltag auf Nachfragen zu ihrem Arbeitsplatzwechsel noch ausweichend reagiert, nun sagte die 1,75 Meter große Torfrau: „Ich freue mich sehr, mit Eintracht Frankfurt einen Verein gefunden zu haben, bei dem ich mich in den kommenden Jahren sportlich und persönlich bestmöglich weiterentwickeln und auf die Unterstützung aller Verantwortlichen bauen kann. Wir haben ein gut zusammengestelltes Team, das im wachsenden Wettbewerb der Frauen-Bundesliga eine gute Rolle spielen möchte.“

In der Tat erfolgt der Zusammenschluss im Frankfurter Frauenfußball unter dem starken Eintracht-Dach ja deshalb, um irgendwann selbst wieder um Titel zu spielen. Die Verpflichtung einer Nummer eins, die sämtliche Juniorinnen-Teams des DFB durchlaufen hat, bei der U17-EM 2012 großen Anteil am Titel hatte, U20-Weltmeisterin wurde und von Bundestrainerin Voss-Tecklenburg mit Blickrichtung auf die Frauen-EM 2022 in England fest eingeplant ist, dürfte zwar nicht ausreichen, die Vormachtstellung des FC Bayern und VfL Wolfsburg zu brechen. Aber mit einem starken Rückhalt ist schon mal ein Anfang gemacht.

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