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Stets selbstbewusst: Cristiano Ronaldo.

Einwurf

Ronaldo feiert sich selbst

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Cristiano Ronaldo wäre nicht Cristiano Ronaldo, wenn er sich nicht selbst für sein 700. Karrieretor gebührend abfeiern würde. 

Zum Anfang eine kurze Rechenaufgabe gefällig? Kein Problem, bitteschön!

5 + 118 + 450 +32 + 95 = ???

Sicher lösbar, einfaches Addieren eigentlich nur, wer sich aber lieber doch nicht mit solch mathematischen Grundlagen rumärgern will, der hätte da noch eine weitere Möglichkeit – freilich vorausgesetzt, er hätte ganz passable Kontakte zu einem der zwei besten Fußballspieler dieses Jahrhunderts, zu einem fünffach ausgezeichneten Weltkicker, zum schon 34 Jahre alten, aber immer noch famosen Cristiano Ronaldo. Der Superstar wüsste die Antwort ganz gewiss, er müsste wohl nicht mal drüber nachdenken.

Nun hängt das in erster Linie natürlich nicht mit den Rechenfähigkeiten des Portugiesen zusammen, ehrlicherweise ist über diese ohnehin wenig bekannt, sondern eher mit dessen fußballerischen. Denn am Montagabend erzielte Cristiano Ronaldo in der Ukraine das sage und schreibe 700. Tor seiner Laufbahn. Fünf Treffer gelangen dem Angreifer für Sporting Lissabon, seinem Heimatverein, für den er vor 17 Jahren erstmals professionell gegen den Ball trat. 118 Mal traf er später für Manchester United, dann 450 Mal für Real Madrid, ehe er nun in etwas mehr als einer Spielzeit auch schon 32 Treffer für Juventus Turin knipste. Dazu kommen 95 für die portugiesische Selecao.

Herausragende Werte eines herausragenden Fußballers, dessen Jubiläumsbude an diesem Ländermontag dennoch ein wenig unterzugehen drohte im nächsten Militärjubel-Aufreger der türkischen Nationalkicker oder dem schlimmen Rassismus-Eklat in Bulgarien.

Ronaldo feiert sich ab

Doch Cristiano Ronaldo wäre eben nicht Cristiano Ronaldo, wenn er sich nicht wenigstens selbst gebührend für diese erreichte Marke abfeiern würde. Kaum war das Spiel vorbei, das die Ukraine ja ganz nebenbei mit 2:1 für sich entschied und dadurch im Gegensatz zu den Portugiesen schon als EM-Teilnehmer 2020 feststeht, lud Ronaldo (oder dessen Management) ein Video in die Sozialen Netzwerke hoch. Eine Auswahl der spektakulärsten Treffer des eigenwilligen Angreifers. Fallrückzieher, Freistoßhammer, Hackentore, und so weiter und so fort. Nicht schlecht, im Gegenteil sogar.

Da war es wenig überraschend, dass der 700. Treffer in dieser fast dreiminütigen bildlichen Höhepunkteabfolge nicht auftauchte – Jubiläum hin, Jubiläum her. Diesen schnöden Strafstoßschuss hatte selbst Cristiano Ronaldo nicht für würdig genug gehalten.

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