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Schwierige Entscheidungsfindung: Felix Brych überprüft das Tor für den 1. FC Köln.
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Schwierige Entscheidungsfindung: Felix Brych überprüft das Tor für den 1. FC Köln.

Umstrittene VAR-Entscheidung

Rollentausch im Löwengehege

  • VonAndreas Morbach
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Animateur Steffen Baumgart schiebt den 1. FC Köln auch gegen RB Leipzig an. Lange Debatten nach Spielschluss.

Eine Stunde, nachdem hinter dem großen Schauspiel auf der Kölner Fußballbühne der Vorhang gefallen war, wurde am Spielfeldrand noch immer energisch diskutiert. Minutenlang spielten Leipzigs Cheftrainer Jesse Marsch und Schiedsrichter Felix Brych mit intensiven Fußbewegungen den Zweikampf zwischen RB-Verteidiger Mohamed Simakan und dem Kölner Mark Uth nach, in dessen Folge Anthony Modeste die Domstädter Anfang der zweiten Halbzeit in Führung geschossen hatte. Brych bewertete die Vorgeschichte zu dem Treffer nach eingehendem Videostudium als regelkonform – und musste sich deshalb in der Nachbereitung des 1:1 zwischen dem FC und seinen Gästen vor Marsch rechtfertigen.

Brych erklärt Entscheid

Der Coach der Sachsen sprach zornig von einer „total falschen Entscheidung“. Während Brych seinen revidierten Entschluss verteidigte: „Für mich sah es vor dem Bildschirm so aus, dass der Kölner einfach eher in der Aktion war.“ Daher könne man maximal von einem Kontakt, aber definitiv nicht von einem Foul reden. „Das Tor“, so der frühere Fifa-Referee, „musste zählen.“

Auch Marschs Kollege Steffen Baumgart sprach von einem „klaren Tor“, dafür müsse er „noch nicht mal die FC-Brille aufsetzen“. Viel lieber redete der neue Dompteur der Geißbock-Elf ohnehin über das begeisternde Duell, das sich beide Teams geliefert hatten. „Es war ein geiles Spiel, ein Spitzenspiel“, schwärmte der gebürtige Rostocker, der sich laut Selbstauskunft „glücklich geschätzt“ hätte, den Samstagabend nicht unter Hochspannung an der Seitenauslinie verbracht zu haben, sondern als „neutraler Zuschauer auf der Couch“.

Das Offensivspektakel in Köln-Müngersdorf wurde garniert von einer Flut an Videobeweisen, gleich vier Treffer kassierte Brych wegen Abseits ein. „Es ist unfassbar, was 25 000 Leute für eine Stimmung machen können“, sagte FC-Schlussmann Timo Horn, der die Leipziger mit mehreren Glanzparaden nervte und nur bei Amadou Haidaras wuchtigem Kopfballtreffer machtlos war.

Die hochemotionale Atmosphäre untermalte Kölns Torschütze Modeste mit Tränen über seinen vor drei Jahren verstorbenen Vater, der am Samstag Geburtstag gehabt hätte. Und alle zusammen fragten sich, wie Köln, der Beinahe-Absteiger des Vorjahres nach fünf Runden auf doppelt so viele Punkte wie der amtierende Vizemeister kommen konnte.

Leipzigs Offensivkraft Emil Forsberg sprach bei seiner Bestandsaufnahme zum aktuellen Rollentausch „ein Lob an Köln“ aus: „Wir haben eine Mannschaft mit viel Selbstvertrauen gesehen – und eine mit weniger.“ Injiziert hat den Domstädtern ihre Energie und Lust am Fußball Steffen Baumgart. Als „Löwe an der Linie“ beschrieb der Franzose Modeste den 49-Jährigen, Keeper Horn untermauerte dieses animalische Bild mit der Feststellung: „Ehrlich gesagt – der Trainer lebt uns das extrem vor, und das überträgt sich dann auf die Gruppe.“

Auf eine Gruppe, mit der Baumgart – ohne Ausstiegsklausel nach Köln gekommen – noch einiges vorhat. „In Deutschland gibt es, glaube ich, nur drei größere Vereine als den FC“, erklärte er am Sonntagmorgen bei Bild TV und ergänzte: „Der eine spielt in der zweiten Liga, der andere wird immer Meister, und der dritte versucht, irgendwann Meister zu werden.“

Dazu passend, wurde Baumgart gefragt, ob er beabsichtige, die Kölner Ausgabe von Jürgen Klopp zu werden. „Das wäre doch ein schönes Ziel – wenn man nach und nach eine Mannschaft entwickeln kann“, antwortete der frühere Stürmer – und fügte etwas unpräzise hinzu: „Dortmund war im ersten Jahr unter Klopp auch Zwölfter.“ In Wirklichkeit war es Rang sechs.

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