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Wilder Ritt: Reece James feiert das letzte Tor für Chelsea.

Champions League

Die Rolle des Propheten

Frank Lampard sagt das vogelwilde 4:4 zwischen dem FC Chelsea und Ajax Amsterdam voraus.

Frank Lampard war fix und fertig – psychisch wie physisch. 130-mal stand der Teammanager des FC Chelsea selbst im Europapokal auf dem Platz, aber an so ein „Wahnsinns-Spiel“ konnte er sich nicht erinnern. „Eine Begegnung dieser Art habe ich noch nicht erlebt“, sagte der 41-Jährige im Anschluss das 4:4 (1:3) in der Champions League gegen Ajax Amsterdam: „Ich kann die Partie nicht erklären. Das war alles zu verrückt. Aber wir sind zur Unterhaltung da – nehme ich an.“

Die begeisterten Zuschauer im Stadion an der Stamford Bridge wurden vom Europa-League-Gewinner und dem Königsklassen-Halbfinalisten der vergangenen Saison bestens unterhalten. Nach einem 1:4-Rückstand schafften die Londoner noch den Ausgleich, nur der Jubel über den vermeintlichen Siegtreffer durch Cesar Azpilicueta in der Schlussphase kam zu früh. Ein vorausgegangenes Handspiel und der Videobeweis standen dem Dreier im Weg.

Der Knackpunkt des Spiels waren die Platzverweise gegen Daley Blind und Joel Veltman. Die beiden Gästespieler flogen bei zwei aufeinanderfolgenden Szenen binnen einer Minute (68.) mit Gelb-Rot vom Platz – übrigens unbemerkt von Chelsea-Profi Christian Pulisic. „Ich habe gar nicht mitbekommen, dass sie zwei weniger waren“, gab der frühere Spieler von Borussia Dortmund hinterher zu Protokoll.

Jorginho mit zwei Elfmetertreffern (4./71), Azpilicueta (63.) und Reece James (74.) trafen für Chelsea. Auf Ajax-Seite erzielten Quincy Promes (20.) und Donny van de Beek (55.) die Tore, die weiteren Treffer besorgten Tammy Abraham (2.) und Keeper Kepa Arrizabalaga (35.) mit Eigentoren. „Natürlich müssen wir besser werden. Aber wir haben Willen und Charakter gezeigt. Damit können wir viel erreichen. Das liebe ich – und das lieben die Fans“, analysierte Lampard, der nach dem ersten Durchgang in die Rolle des Propheten geschlüpft war: „Ich habe in der Pause zu den Jungs gesagt, dass es 4:4 ausgehen wird.“

Sein Gegenüber war alles andere als gut gelaunt. „Wir hatten alles unter Kontrolle, dann änderte sich in einem Moment alles“, sagte ten Hag mit Blick auf die Platzverweise: „Nach unserem Auftritt hätten wir den Sieg verdient gehabt – mit elf wie mit neun Spielern. Aber wenn wir solche Leistungen zeigen, werden wir sicher weiterkommen.“ (sid/FR)

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