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Beliebt bei den Menschen: AFP
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Beliebt bei den Menschen: AFP

Tennis

Roger Federer: ein neuer Blick auf den Aufstieg der Tennis-Legende

  • Jakob Böllhoff
    VonJakob Böllhoff
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Eine neue Biografie dokumentiert Roger Federers Aufstieg zur Tennislegende.

Es ist nicht der schlechteste Zeitpunkt, um ein Buch über Roger Federer herauszubringen. Der Tennisspieler aus der Schweiz befindet sich in einem Zwischenzustand dieser Tage, noch nicht zurückgetreten zwar, aber auch nicht mehr wirklich drin in seiner langen, einzigartigen Karriere. Nach der dritten Knie-OP in den zurückliegenden anderthalb Jahren hat Federer kürzlich offenbart, dass er auch im nächsten Jahr lange brauchen wird, bis er noch einmal auf die Tennistour zurückkehrt. Er wird dann 41 Jahre alt sein.

Der Zeitpunkt für ein Buch über Federer ist gut, weil die Leute es mögen, wenn ein Rückblick im Wissen erfolgt, dass auch der Ausblick noch etwas anbietet (und wenn es nur der endgültige Abschied ist). Christopher Clarey, 30 Jahre als Sportreporter für die „New York Times“ tätig, wird mit der Biographie „Roger Federer: Der Maestro“ einen Nerv der vielen Fans und Bewunderer Roger Federers auf der ganzen Welt treffen. Wie hat es dieser Junge aus dem Basler Vorort Münchenstein geschafft, zu einem der besten und erfolgreichsten Tennisspieler der Geschichte zu werden, zu einer wahren Ikone und zu einem Liebling der Massen rund um den Globus? Was für einen Narren hat der Weltgeist an diesem Burschen gefressen? Die großen Fragen laufen ja immer mit bei solchen Karrieren, sie berühren auch die kleinen Begebenheiten.

Roger Federer: 20 exklusive Interviews mit dem Tennis-Star

Clareys enorm aufwändige Recherche profitiert nicht nur von, wie der Autor angibt, mehr als 20 exklusiven Interviews mit Federer im Laufe der Jahre, sondern auch von Gesprächen mit gefühlt jeder Person, die auch nur ansatzweise etwas mit Leben und Karriere des Superstars zu tun hatte. Herausgekommen ist, mit federnder Sprache, ein umfangreicher Bericht, der bis in die Kindheit Federers zurückgeht, die Anfangszeit bei TC Old Boys, die schwere und deshalb prägende Phase im nationalen Trainingscenter in Eclubens. Und früh in diesem Buch wird klar, dass auch der Zufall eine große Rolle gespielt hat in der Entwicklung von Roger, dem sprunghaften, sportbegeisterten Hitzkopf mit der schier unzähmbaren Energie, zu Roger Federer, dem Weltstar, 20-fachen Grand-Slam-Champion und Sinnbild athletischer Leichtigkeit und Eleganz.

Tennis

Der Start in das Tennisjahr 2022 findet in Melbourne auf den Australian Open statt. Alle Informationen und Neuigkeiten zum ersten Grand Slam Turnier des Jahres auf unserer Themenseite.

Niemals wäre Federer zu jenem scheinbar schwerelosen Stil gekommen, hätte er sich nicht mit 19 in die Obhut des Fitnessgurus Pierre Paganini begeben, der mit spezifischem Training ganz neue Maßstäbe setzte. Niemals wäre seine Karriere denkbar, wäre er nicht bereits als Kind bei TC Old Boys auf den australischen Tenniscoach Peter Carter getroffen, den „Architekten seines Spiels“, wie Clarey es formuliert. Auch die Tragik spielt eine Schlüsselrolle: Carter starb im August 2002 mit 37 Jahren bei einem Autounfall in seinen Flitterwochen in Südafrika. Der Tod seines Mentors traf den emotionalen Federer extrem hart. Und trieb ihn in der Folge an: „Für Federer war die Beerdigung ein Wendepunkt“, schreibt Clarey: „Er hat sich von einem vielversprechenden Talent zu einem der größten Spieler aller Zeiten entwickelt, aus vielen Gründen; Carters Tod war ein wesentlicher Aspekt, womöglich der entscheidende. (…) Wenn Federer auf dem Platz erreichen würde, was Carter als Vision hatte, dann hätte dieses zu kurze Leben zumindest in jener Hinsicht seine Erfüllung gefunden.“ Federer berichtete Clarey selbst: „Es gab mir eine neue Motivation.“

Rivalitäten im Tennis: Roger Federer, Rafael Nadal, Novak Djokovic

Mitunter droht der Autor sich in seinem Detailwissen zu verlieren. Insgesamt gelingt es ihm aber, ein profundes Bild zu zeichnen vom Sportler Federer, seinen tiefgreifenden Rivalitäten mit Rafael Nadal und Novak Djokovic, vom durchaus eiskalten Geschäftsmann, und nicht zuletzt vom Menschen, dessen hohe Sozialkompetenz Clarey als Mitgrund für seine weltweite Beliebtheit sieht. Weil die Menschen stets das Gefühl haben, dass sich da einer für sie interessiert.

Nur das allerletzte Kapitel über diese jetzt schon historischen Sportlerkarriere fehlt, gezwungenermaßen. Roger Federer muss das Ende selbst erst noch finden. (Jakob Böllhoff)

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