Trifft regelmäßig: Robert Lewandowski.
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Trifft regelmäßig: Robert Lewandowski.

Treffsicherer als Messi und Ronaldo

Robert Lewandowski ist „der beste Stürmer der Welt“

  • vonHanna Raif
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Bayern-Profi Lewandowski hat in diesem Jahr häufiger getroffen als Messi, Mbappé oder Ronaldo.

Alexander Meier genießt Weihnachten in der Sonne. Der ehemalige Torjäger von Eintracht Frankfurt steht bekanntlich inzwischen in Sydney unter Vertrag und lässt seine Karriere in Australien verdientermaßen mehr oder weniger gemütlich ausklingen. Schon etwas in Vergessenheit geraten ist, dass der 36-jährige Meier vor gar nicht allzu langer Zeit sogar Torschützenkönig der deutschen Eliteklasse war. Im Spieljahr 2014/15 hatte er in 34 Partien den saisonalen Spitzenwert von 19 Treffern erzielt. So viele hat Robert Lewandowski schon jetzt auf seinem Konto, ehe die Hinrunde für den FC Bayern an diesem Samstag (15.30 Uhr) mit dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg endet.

Lewandowski war damals, in seiner ersten Saison in München, der Zweite der Torjägerliste. Die Ausbeute von 17 Treffern war im Premierenjahr sicher in Ordnung, ist heute aber eine, über die der polnische Überflieger nur lachen würde. Wer eine Halbserie gespielt hat, die von Rekorden gespickt war, hat längst andere Ziele. Mit seinem Treffer beim 3:1 in Freiburg – dem 221. in der Bundesliga – überflügelte er kurz vor dem Jahreswechsel noch seinen ehemaligen Trainer Jupp Heynckes als Dritter in der ewigen Torschützenliste. Und gelingt ihm zum Ausklang des Jahres gegen den VfL noch ein weiteres Törchen, geht er mit 20 Treffern in die Winterpause. Die Rechnung, die ihn dann ab Januar begleiten wird, ist klar: 20 + 20 = 40. Gerd Müllers Bestmarke aus der Saison 1971/72 scheint in Gefahr.

Leisten-OP am Samstag

Lewandowski hält es auch diesmal wie gehabt. Über Bestmarken spricht er erst, wenn sie kurz bevorstehen. Immerhin Hasan Salihamidzic attestierte dem 31-Jährigen in Freiburg „eine Hinrunde, die unglaublich war“. Der Sportdirektor lobte die Art, „wie er spielt, wie er trifft, wie er arbeitet, sich als Leader zeigt jeden Tag im Training“ und nannte Lewandowski „einen Vollprofi“. Er sei „unglaublich glücklich, dass er für uns spielt“ und schickte noch den wichtigsten Satz hinterher: „Für mich ist er der beste Stürmer der Welt.“

Die Zahlen geben Brazzo recht. 30 Pflichtspieltore in der Hinrunde sprechen für sich, blickt man aber auf das Kalenderjahr 2019, ist Lewandowskis Statistik noch beeindruckender. Im Vergleich der europäischen Top-Fünf-Ligen steht er mit 48 Treffern ganz oben, das heißt: vor Lionel Messi (44), vor Kilian Mbappé (37) – und ganz weit vor Cristiano Ronaldo (24).

Dass sich Lewandowski im sechsten Jahr bei den Bayern in der Form seines Lebens befindet, steht außer Frage. Die Liga hatte er mit 16 Toren in den ersten elf Spielen nahezu überrumpelt. Gerd Müller übrigens hatte nach der Hinrunde seiner Rekordsaison erst 17 Tore geschossen. Lewandowski geht also mit einem kleinen Vorteil in die Rückrunde. Dass er sich zudem – wie Hansi Flick am Freitag bekannt gab – direkt nach dem Wolfsburg-Spiel dem nötigen OP-Eingriff an der Leiste unterziehen wird, ist kein Zufall. Lewandowski, der zehn bis 14 Tage pausieren muss, will keine Zeit verlieren. Lewandowski soll bei dem Eingriff ein Netz in die Leiste eingesetzt werden.

Der Rekord von Müller galt lange als unantastbar – nicht nur Karl-Heinz Rummenigge aber glaubt, „dass Robert der Erste ist, der es schaffen kann, in diesen Grenzbereich zu kommen“. Dass nun Wolfsburg gastiert, passt Lewandowski bestens in den Kram. Seit 2011 hat er 21 Mal gegen den VfL getroffen, unvergessen sein Blitz-Fünferpack 2015. Da konnte damals auch der amtierende Torschützenkönig Alex Meier nur staunen.

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