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Gut drauf, auch wenn er noch nicht weiß, wie seine Zukunft aussieht: BVB-Coach Edin Terzic.
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Gut drauf, auch wenn er noch nicht weiß, wie seine Zukunft aussieht: BVB-Coach Edin Terzic.

Borussia Dortmund

Retter der Tafelrunde

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Der scheidende Trainer Edin Terzic führt Dortmund in die Champions League und hinterlässt Nachfolger Marco Rose ein kompliziertes Erbe / Marco Reus mit EM-Chancen?

Mats Hummels hat sein Trikot am Sonntagabend gerne dem Mainzer Torwarttrainer Stephan Kuhnert überlassen und so einer fast leeren Tribüne noch kurz seinen gut gebauten Oberkörper präsentiert. Der Souverän der Dortmunder Abwehr - bald wohl wieder Nationalspieler - hatte zuvor mit seinen Teamkollegen ausgelassen im Kreis getanzt, zum zweiten Mal binnen drei Tagen: Donnerstag der Pokalsieg, Sonntag ein 3:1 bei Mainz 05, das die nicht mehr für möglich gehaltene Qualifikation für die Champions League fix machte. Ironie der Geschichte: Auch die Unterlegenen Nullfünfer präsentierten sich in bester Feierlaune, ihre Serie von ganz unten zum Klassenerhalt muss sich hinter der des BVB zur Königsklasse nicht verstecken.

So saßen dann zwei Trainer in der virtuellen Pressekonferenz, denen der berechtigte Stolz auf das Erreichte aus dem Gesicht schien wie die Abendsonne, die sich nach einem Gewitterregen wieder Bahn brach. Bo Svensson, der Retter von Mainz 05, und Edin Terzic, der Erwecker von Borussia Dortmund. Für beide war es bei ihrem ersten Bundesligajob als Cheftrainer Himmelfahrtskommando und große Bewährungschance zugleich, als sie im Dezember Mannschaften übernahmen, die wie Käfer auf dem Rücken lagen und noch nicht mal mehr strampelten. Für beide begann es ruckelig, beide schafften es aber, Teamgeist und Energie zu wecken, sie punkteten dann zuverlässig und kommunizierten öffentlich klug mit einer Art bescheidenem Selbstbewusstsein.

Auf Edin Terzic waren Anfang April schon Abgesänge verfasst worden. Da verlor der BVB 1:2 in Frankfurt und lag sieben Punkte hinter Platz vier. Aber Männer wie Mats Hummels stützten den nach der Demission von Lucien Favre vom Assistenten zum Interimschef beförderten Ur-Borussen. Seit Frankfurt gab es sechs Siege aus sechs Spielen, dazu der Pokal als Kirsche auf der Torte, die jedoch nicht mehr besonders schmackhaft gewesen wäre ohne erfolgreiche Königsklassen-Anmeldung.

Roses schwierige Aufgabe

Der Überperformer Terzic wich wiederum allen Fragen nach seiner Zukunft aus. Er werde sich nach der Saison mit den Verantwortlichen zusammensetzen, ursprünglich sollte der 38-Jährige zur neuen Saison hinter dem teuer verpflichteten Marco Rose zurück ins zweite Glied rücken. Aber geht das jetzt noch? Würde das nicht an Roses Autorität kratzen, sollten schnelle Erfolge ausbleiben und die dann wiederbelebte Südtribüne nach dem alten Kumpel Terzic rufen?

Es gibt keine leichten Antworten auf diese Fragen, deren Beantwortung auch davon abhängt, ob es Angebote für den aktuellen Strahlemann der Liga gibt: Wolfsburg? Leverkusen? Frankfurt? Werder? Konkret scheint da (noch) nichts zu sein.

Konkret wird die interessierte Öffentlichkeit am Mittwochmittag wissen, ob Mats Hummels und Marco Reus noch von Joachim Löw auf den Bahnsteig gelassen werden, von dem Ende Mai der EM-Zug abfährt. Torschütze Reus demonstrierte in der Mainzer Arena (wo er vor der WM 2014 eine Verletzung erlitt, die ihm den Flug nach Brasilien verwehrte) seine aktuelle Topform und sagte nach dem Spiel gerade heraus: „Ich bin unheimlich stolz auf mich.“ Insgesamt habe das Jahr „unglaublich viel Kraft gekostet, weil wir spät erst die Leichtigkeit gefunden haben, sensationell, wie wir danach aufgeholt haben“, freute sich der Kapitän. Es waren dieselben berechtigten Worte, die der zu Schalke 04 scheidende Mainzer Kapitän Danny Latza für den Husarenritt der Nullfünfer wählte. Sogar Niederlagen können sich so noch gut anfühlen.

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