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Der Vater des Erfolges: Leverkusens Trainer Peter Bosz.
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Der Vater des Erfolges: Leverkusens Trainer Peter Bosz.

Kommentar

Respekt, die Herren

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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Sechs Jahre lang musste Bayer Leverkusen darauf warten, wieder Tabellenführer in der Fußball-Bundesliga zu werden. Nun stieß die Werkself den großen FC Bayern ausgerechnet eine Woche vor dem direkten Duell zum Jahresabschluss von der Spitze. Ein Kommentar.

In ihrer Bundesligaserie orakelte die FR vor der Saison, Bayer Leverkusen könne womöglich eine etwas holprige Runde ins Haus stehen, schließlich sei Jungstar Kai Havertz für 100 Millionen Euro auf die Insel und Nationalspieler Kevin Volland zu Niko Kovac nach Monaco transferiert worden. Der Umbruch sei einfach zu groß. „Der Angriff auf die Top Vier muss weiter warten, am Ende wird’s Platz sechs.“ Nun ja.

Mit dem Wissen von heute würde die Weissagung womöglich ein wenig anders ausfallen, etwas freudvoller. Denn nach elf Spieltagen grüßt Bayer von Platz eins des Klassements, vor Bayern München, RB Leipzig, vor Borussia Dortmund sowieso. Ein ungewohntes Gefühl da oben nach sechs Jahren oder 212 Spieltagen. Aber eine verdiente Platzierung.

Die Rheinländer stellen die Mannschaft der Stunde, sie sind ungeschlagen, haben von den vergangenen acht Partien sieben gewonnen, 22 von 24 möglichen Punkten geholt und 51 Tore in 18 Pflichtspielen geschossen. Die Bayer-Elf glänzt auch auf internationalem Parkett, in der Europa League hat sie den Gruppensieg mit deutschem Tor-Rekord (21) geholt. Respekt, die Herren.

Die Auftritte der Mannschaft von Trainer Peter Bosz sind nicht nur erfolgreich, sondern überdies hübsch anzuschauen, es sind durchdachte Gesamtkompositionen; Darbietungen voller Ästhetik, Raffinesse, Rasanz und irrwitzigem Tempo, gerade auf den Flügeln mit Leon Bailey und Moussa Diaby. Der Franzose legte erst jetzt mit 35,29 km/h den schnellsten Sprint aller Bundesligaspieler in dieser Saison hin.

Auf der anderen Seite brilliert der oft so wankelmütige Bailey, der im Sommer nach schwacher Vorsaison als Verkaufskandidat galt, nach dem Havertz-Abgang aber seine Extraklasse zeigt: neun Pflichtspieltore und sechs Vorlagen – Topwerte.

Die Offensive ist generell das Prunkstück, im Mittelfeld wirbelt das 17 Jahre alte Ausnahmetalent Florian Wirtz, ganz vorne teilen sich Patrik Schick und Lucas Alario die Mittelstürmerposition – beide treffen regelmäßig.

Es ist in erstaunlich, dass Trainer Bosz, in Dortmund krachend gescheitert, in der Kürze der Zeit eine neue Mannschaft formte, die überragenden Angriffsfußball aufs Feld werfen kann. Und das vor dem Hintergrund, dass Bayer 04 Havertz und Volland und damit insgesamt 36 Scorerpunkte verlor: Das Duo war an mehr als der Hälfte aller Leverkusener Treffer (61) beteiligt.

Das alles ist Ausdruck einer klugen Transferpolitik, Ruhe in der Vereinsführung und der Strategie eines Trainers, der einen klaren Offensivplan verfolgt und sich nicht beirren lässt. Vielleicht musste auch Peter Bosz erst in der Bundesliga ankommen.

Verschweigen sollte man bei aller Lobhudelei freilich nicht, dass Bayer 04 auch über genügend Geld verfügt, um die Mannschaft auf dieses Niveau zu heben, nur Bayern und Dortmund geben mehr Geld für ihre Spieler aus.

Ob es am Ende zum ganzen großen Wurf reicht, ist ungewiss, ja zweifelhaft: Denn man kennt das ja: Immer dann, wenn es ernst wird, bricht Bayer 04 Vizekusen ein. Das ist historisch gewachsen und wird auch dieses Mal so sein – laut FR-Prognose.

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