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Gelegt: Wehen-Torwart Markus Kolke foult im Strafraum den Ingolstädter Dario Lezcano.

Relegation

SV Wehen verliert Hinspiel, gibt sich aber noch nicht auf

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Der SV Wehen versemmelt beim 1:2 gegen Ingolstadt jeweils den Beginn der beiden Halbzeiten, macht sich kurz vor Schluss aber noch einmal Hoffnung fürs Relegationsrückspiel.

Um es ein bisschen überspitzt zu formulieren: Eigentlich hätte es beim Duell zwischen dem SV Wehen Wiesbaden und dem FC Ingolstadt am Freitag auch genügt, nur die Anfangsminuten der beiden Halbzeiten und die Schlussminute der Partie auszutragen. Denn alle entscheidenden Situationen des Relegationshinspiels zur zweiten Liga, alle drei Treffer beim 2:1 (1:0)-Auswärtserfolg des Zweitligisten aus Bayern, fielen in den Randzeiten der Begegnung.

Aber von vorne: Ticktack, ticktack, Tor. Nun gut, ein paar Sekündchen länger hatte es ehrlicherweise doch gedauert, bis der Ball das erste Mal im Netz lag, allzu viele waren es aber nicht. Gerade 31 Sekunden zeigte die Wiesbadener Stadionuhr an, da schubste der Ingolstädter Stürmer Dario Lezcano einen Querpass aus kurzer Distanz mit seinem rechten Fuß über die Linie. Die bayerischen Gäste jubelten, die hessischen Hausherren schauten sich verdutzt an. Jetzt schon? Wirklich so früh? Das können wir doch nicht ernst meinen, sollten diese Blicke wohl bedeuten. Und doch war es passiert, die Drittligafußballer hatten den Beginn vor 7700 Zuschauern klassisch verpennt. „Das war ein brutaler Nackenschlag“, sagte auch der Wehener Trainer Rüdiger Rehm hinterher, „aber wir sind noch da.“

Fehlendem Einsatz war die Niederlage aus Wiesbadener Sicht sicher nicht geschuldet, in dieser Hinsicht hatten die Kicker aus der Landeshauptstadt gewiss viel investiert, sie gingen kernig in die Zweikämpfe, rannten vor und zurück, lange blieb ein Fallrückzieher von Manuel Schäffler auf das gegnerische Tornetz aus der zweiten Spielminute aber die einzige echte Torchance.

Wildgewordene Trainer

Da auch die Gäste in Hälfte eins nur noch einmal durch Lezcano nennenswert vors Tor kamen (45.), war das, was an der Seitenlinie passierte, deutlich unterhaltsamer als jenes auf dem Rasen. Bei den beiden Auswechselbänken hatten sich auf der einen Seite die Wehener Fraktion, Trainer Rüdiger Rehm und Sportdirektor Christian Hock, sowie auf der anderen die Ingolstädter, Trainer Tomas Oral und Sportdirektor Carsten Linke, versammelt.

Diese vier erfahrenen Männer des Fußballgeschäft also, gerade mal sechs, sieben Meter voneinander getrennt, marschierten quasi im Fünf-Minuten-Takt in wechselnden Kombinationen aufeinander zu. Mal beschwerte sich die eine Partei bei der anderen, dann umgekehrt. Mal fluchten beide gemeinsam in Richtung des Schiedsrichters. Immer voll am Anschlag und darüber hinaus. So eine Relegation zum Ausklang der Saison ist gewiss nicht gut fürs Nervenkostüm. Kurz lobend angemerkt: Sowohl Schiedsrichter Guido Winkmann als auch sein Dauerschlichter, der Vierte Offizielle Alexander Sather, behielten die Hitzköpfe immer im Griff.

Weshalb die Wehener am Ende verloren, ist ziemlich einfach erklärt: Weil sie noch ein zweites Mal eine Anfangsphase verschliefen - diesmal jene der zweiten Hälfte. Ticktack, ticktack, Elfmeter, Tor. Wieder waren nur 43 Sekündchen vergangen, wieder übernahm Angreifer Lezcano, beim 2:0 die Hauptrolle. Nachdem der Wehener Torhüter Markus Kolke einen Schuss hatte abprallen lassen, spritzte der Mann aus Paraguay dazwischen und wurde von Kolke am Fuß erwischt. Kein schlimmer Kontakt, aber doch einer, der einen Strafstoßpfiff zur Folge haben musste. Lezcano verwandelte. Fortan agierten die Gäste ein Stück tiefer und lauerten auf Konter, spielten diese aber zu schlampig aus.

Wehen hatte seinerseits zwar oft den Ball, wusste aber selten etwas damit anzufangen. Bis der einwechselte Daniel Kofi Kyereh mit seinem 1:2-Anschlusstor in der sechsten Minute der Nachspielzeit doch noch für Hoffnung vor dem Rückspiel am Dienstag sorgte. „Jetzt wollen wir in Ingolstadt zuschlagen “, sagte Trainer Rehm: „Es ist erst ein Spiel rum.“

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