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Starker Typ: Ronaldo. imago images
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Starker Typ: Ronaldo. imago images

Kommentar

Rekordschütze Ronaldo: Das Monster Cristiano

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Es gibt nichts, was über Cristiano Ronaldo noch nicht geschrieben wurde. Er ist ein Polarisierer, ein Spalter, ein Schwarz-oder-Weiß-Typ. Ein Kommentar.

Ali Daei, als aktiver Spieler mit diesem veritablen Schnurrbart in bester Seehundmanier unterwegs, ist seinen Rekord los. Musste ja so kommen. War nur eine Frage der Zeit. Dabei galten die 109 Länderspieltore des Iraners, in der Bundesliga fünf Jahre lang auf Torehatz für Bielefeld, Bayern und Hertha, als Bestmarke für die Ewigkeit, lange Zeit schien es unvorstellbar, dass irgendjemand auch nur annähernd so oft einnetzen könnte. Doch dann kam Cristiano Ronaldo.

Am Mittwochabend schrieb er die Geschichte neu, in der WM-Quali gegen Irland erzielte der 36-Jährige seine Tore 110 und 111 im portugiesischen Nationaldress. Es waren nicht irgendwelche Treffer, es waren die siegbringenden Tore zum 2:1-Erfolg, spät, ganz spät erzielt. Nach 89 und 96 Minuten. Zweimal düpierte der Megastar die stattlichen Iren in der Luft, zweimal hüpfte er einfach höher als sie, so als hätte er Sprungfedern an der Sohle, und platzierte seine Kopfbälle cool in die Ecken, wie im Lehrbuch. „Cristiano ist ein Monster“, schrieb prompt ein Bewunderer fast schon ehrfürchtig per Whatsapp. „Steht einfach ein Meter über allen anderen.“ Hätte auch metaphorisch gemeint sein können.

Es gibt nichts, was über den fünffachen Weltfußballer noch nicht geschrieben wurde. Er ist ein Polarisierer, ein Spalter, ein Schwarz-oder-Weiß-Typ. Es gibt kaum jemanden, der ihm neutral begegnet, entweder man ist ihm zugeneigt oder man lehnt ihn ab. Gleichgültig ist schwierig bei diesem Typen, der jetzt, kitschig schön, zu Manchester United zurückkehrt, dorthin also, wo alles begann.

Die einen halten ihn für einen Gockel, einen Pfau, eine Diva in Stollenschuhen, mit unerträglichem Gehabe und Gepose, ein Narzisst. Ein Unsympath halt.

Andere sehen in ihm den perfekten Fußballer, der die entscheidenden Tore schießt, der Titel sammelt wie andere Paninibildchen. Ronaldo hat eine andere Seite: Er ist ein liebevoller Familienvater, einer, der den Schwachen hilft, der sich karitativ engagiert (was bei dem monströsen Vermögen nicht schwer fällt). Er spendet regelmäßig Blut und hat sich als Knochenmarkspender registrieren lassen.

In jedem Fall, und das wissen mittlerweile auch die, die ihn eher nicht ab können, beruht Ronaldos Stärke und sein Erfolg nicht nur auf seinem Talent, sondern fußt auf unbändigem Ehrgeiz, eisernem Willen, strikter Enthaltsamkeit und extremem Trainingsfleiß. Ein Musterprofi.

Man muss Cristiano Ronaldo nicht mögen, aber man muss seine Leistung, sein Lebenswerk anerkennen. Er ist der größte Fußballer unserer Zeit – gemeinsam mit seinem Erzrivalen Lionel Messi. Das ist nicht neu, wird aber regelmäßig demonstriert - selbst mit 36.

Man kann seine Bewunderung auch so ausdrücken wie der Mann, dem der Rekord geklaut wurde. „Ich fühle mich geehrt, dass diese bemerkenswerte Leistung Ronaldo gehören wird“, sagte Ali Daei. „Er ist ein Großmeister des Fußballs und fürsorglicher Mensch, der Leben auf der ganzen Welt inspiriert.“

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