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Mandy Islacker geht in der kommenden Spielzeit für Bayern auf Torejagd.

Mandy Islacker

Rekordablöse für Islackers Wechsel

Der 1. FFC Frankfurt verliert seine beste Torjägerin. Mandy Islacker schließt sich Bayern München an. Aktuell bereitet sich de 15-fache Nationalspielerin auf die EM vor.

Mandy Islacker mag es normalerweise gar nicht, allzu sehr im Mittelpunkt zu stehen. Klar, als Mittelstürmerin hat sie im Laufe der Jahre einen besonderen Instinkt entwickelt – mit 109 Treffern ist die gebürtige Essenerin die erfolgreichste aktive Angreiferin der Frauen-Bundesliga – aber viel Aufhebens macht die 28-Jährige davon nicht. Nun ist die EM-Fahrerin diejenige, die vor dem Turnier in den Niederlanden für einen Paukenschlag sorgt: Ein Jahr vor Vertragsablauf wechselt die Torschützenkönigin der vergangenen beiden Spielzeiten (19 bzw. 17 Treffer) vom 1. FFC Frankfurt zum FC Bayern, wo sie bereits von 2008 bis 2010 spielte. Der eigentlich bis 2018 laufende Vertrag mit der 15-fachen Nationalspielerin (fünf Tore) wurde vorzeitig aufgelöst.

„Wir hätten sie gerne behalten, haben aber ihren Wunsch zugestimmt, sich eine Herausforderung zu suchen, bei der sie in der Women’s Champions League spielen und den Meistertitel anstreben kann“, teilte Frankfurts Manager Siegfried Dietrich mit, der von einer „fairen Abstimmung“ berichtet. Denn der FFC wird für seine Verhältnisse rekordreif entschädigt: Dem Vernehmen nach fließt aus München eine Ablöse, die sich fast im sechsstelligen Bereich bewegen soll. Karin Danner, Managerin des FC Bayern, sagt: „Wir haben einen für beiden Seiten zufriedenstellenden Deal gemacht. Ablösen wurden schon früher gezahlt. Wir sind ein Verein, der weiter grundsolide wirtschaftet.“

Auch Dietrich plädiert mehr denn je für Nachhaltigkeit und gibt sich in der Causa pragmatisch. Nun brauche es halt Ersatz. Mit der Verpflichtung der Japanerin Kumi Yokoyama ist eine Stürmerin verpflichtet, eine weitere wird noch gesucht. Ausgerechnet die 2014 aus Bad Neuenahr gekommene Islacker war diejenige, die den 1. FFC Frankfurt 2015 im Champions-League-Finale gegen Paris St. Germain zum letzten Titel schoss.

Seitdem geben die Lizenzvereine unter dem Männerdach den Takt vor; mitunter auch mit dem entsprechenden Geschäftsgebaren. Dietrich bestätigt, dass vermehrt „Spielerinnen gegen vernünftige Ablöse aus Verträgen herausgekauft werden“. Kollegin Danner erzählt dasselbe: „Für die Zukunft wird das ein Weg sein, Spielerinnen zu verpflichten – es geht gar nicht mehr anders.“ Die Frauenfußball-Abteilung des FC Bayern muss sich wiederum neuer Attacken aus dem Ausland erwehren und hat neun Abgänge zu verkraften, darunter Toptorjägerin Vivianne Miedema. Die erst 20-jährige niederländische Nationalspielerin verlängerte ihren Vertrag nicht und schloss sich ablösefrei den Arsenal Ladies an.

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