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Reizlose Bayern

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Von: Günter Klein

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Auch wegen solcher Plakate hat Katar kein Interesse mehr an einem Werbepartner Bayern München. Foto: Imago images
Auch wegen solcher Plakate hat Katar kein Interesse mehr an einem Werbepartner Bayern München. Foto: Imago images © imago

Katar hat das Interesse an einem Werbepartner Bayern München verloren. Die WM ist vorbei, Paris St. Germain strahlt deutlich heller. Ein Kommentar.

Besonders präsent ist die Marke FC Bayern München in Katar nicht. Im opulent ausgestatteten „3-2-1“-Sportmuseum hängt ein schlecht platziertes Trikot mit „Qatar Airways“-Ärmelaufdruck als einziges Zeichen der Verbindung, die vor allem in Deutschland diskutiert wurde. Wenn Katar mit sichtbarem Stolz auf einen Klub aus Europa verweist, dann ist es Paris Saint-Germain. Der ist im Museum größer vertreten und hat am Flughafen, dem ersten katarischen Werbepartner des FC Bayern, einen eigenen Fanshop. Münchner Utensilien gibt es dort zwar auch – aber weiter hinten, in einer Nische, recht überschaubar.

Und nachdem bei der Weltmeisterschaft Akteure des FC Bayern bei Weitem nicht die Rolle spielten wie die Stars von PSG, speziell Messi und Mbappé, wäre es nicht verwunderlich, wenn Katar sich künftig auf das Investment in Frankreich konzentrieren und das in Deutschland auslaufen lassen würde. In Paris hat Katar über die Besitzverhältnisse und den von ihm gestellten Präsidenten das Sagen, in München hatte es hingegen immer wieder Ärger und verzeichnete keinen Fortschritt in Sachen Akzeptanz. Die Begeisterung für den Partner hat nachgelassen.

Katar braucht keinen FCB

Und vor allem hat sich die Grundvoraussetzung für die gut dotierte Kooperation geändert: Die WM ist kein Ereignis mehr, das bevorsteht und wofür es einer Strategie in der Meinungsbildung bedarf. Die WM ist Geschichte, und im Herzen Europas dürfte jeder zu einer Einschätzung gelangt sein, wie Katar das gemacht hat und wie man künftig mit diesem Staat umgehen möchte.

Der FC Bayern war als wichtig auf dem Weg dorthin vorgesehen – ein sichtbareres und emotionaleres Engagement als das bei der Deutschen Bank oder führenden deutschen Automobilherstellern. Womöglich hat man in Katar aber die Strahlkraft des besten Fußballvereins über- und das gesellschaftspolitische Interesse der Fanszenen unterschätzt. Tumulte bei der Jahreshauptversammlung in der Katar-Frage gehörten sicher nicht zum Bestellumfang. Aus der Sicht dessen, der bezahlt hat, war die Gegenleistung sogar enttäuschend: Der FC Bayern hat die Themen, die Katar störten, nicht vom Tisch nehmen können. In Deutschland kam die WM schlechter an als in vergleichbaren Ländern, Katar ist trotz prominenten Einsatzes nicht salonfähig genug geworden.

Vielleicht wartet Katar noch das Achtelfinale der Champions League ab. PSG gegen Bayern – als letzte Bestätigung, auf die Richtigen zu setzen.

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