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Reife Leistung von Darmstadt 98

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Von: Daniel Schmitt

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Entscheidung in Braunschweig: Oscar Vilhelmsson überlistet Torwart Jasmin Fejzic .
Entscheidung in Braunschweig: Oscar Vilhelmsson überlistet Torwart Jasmin Fejzic . © dpa

Der erst 18 Jahre alte Oscar Vilhelmsson lupft Darmstadt 98 zum Sieg bei Eintracht Braunschweig. Absteiger Arminia Bielefeld verliert schon wieder.

Torsten Lieberknecht hatte es bereits im Wochenverlauf angedeutet, dass dieser erst 18 Jahre alte Grünschnabel vielleicht gar nicht so ein Grünschnabel ist, wie es sich vermuten ließe. Dass Oscar Vilhelmsson, schwedischer Sturmzugang des Fußball-Zweitligisten SV Darmstadt 98, trotz seiner jungen Jahre schon ein ganz schön abgezocktes Schlitzohr sein kann. Lieberknecht, der Trainer, behielt Recht.

Die 86. Minute des Darmstädter Spiels bei Eintracht Braunschweig war gerade angebrochen, da eilte Vilhelmsson ganz alleine davon, um zum Matchwinner einer bis dahin torlosen Partie zu werden. Er hatte viel Zeit auf dem Weg in Richtung Eintracht-Torwart Jasmin Fejzic, viel Zeit zu überlegen - und sich eine List auszudenken: Vilhelmsson holte aus, verzögerte kurz, schickte Fejzic auf den Boden und lupfte den Ball gekonnt über den Braunschweiger Torhüter ins Netz. Der 1:0 (0:0)-Siegtreffer. Der Rest war Jubel und Erleichterung über den zweiten Lilien-Sieg in Serie, der trotz des späten Treffers ein völlig verdienter sein sollte. „Wir sind immer dran und beharrlich geblieben“, sagte Lieberknecht, der herzlich empfangen wurde an alter Wirkungsstätte.

Lautern surft die Welle

So schön das Ende des Spiels anzusehen war, so einschläfernd begann es. Der Darmstädter Neu-Libero Klaus Gjasula fabrizierte früh fast ein Eigentor (7.), das sein Torwart Marcel Schuhen gerade eben noch verhindern konnte, das lange Zeit aber auch die beste Torchance des Spiels bleiben sollte. Die Lilien bestimmten zwar eben jenes, waren fußballerisch reifer als der punktlose Aufsteiger, sie kamen über Ansätze jedoch kaum hinaus. Zwei Fernschüsse von Tobias Kempe, einer von Fabian Schnellhardt - das war’s für lange Zeit. Erst in der 43. Minute verpasste Phillip Tietz eine ordentliche Gelegenheit.

Überhaupt bewies Tietz unfreiwillige Heimatliebe. Der gebürtige Braunschweiger verpasste es im zweiten Abschnitt, die Begegnung früher in Richtung der Gäste zu entscheiden. Erst verschoss er einen Elfmeter (49.), dann zielte er freistehend aus zentralen Position drüber (63.). Direkt im Anschluss war Schluss für den Stürmer, Vilhelmsson kam rein – und damit der Sieg. Erst traf Magnus Warming noch den Pfosten für die Lilien (68.), dann behielt Vilhelmsson auf Vorlage von Marvin Mehlem die Nerven. Für Torsten Lieberknecht keine Überraschung: „Oscar ist ein offener Typ, mit seinen 18 Jahren auf und neben dem Platz schon ein sehr reifer Junge.“

Derweil konnte der Topfavorit auf den Aufstieg, der Hamburger SV, bereits am Samstag einen knappen wie wichtigen 1:0-Erfolg gegen den 1. FC Heidenheim feiern. Inmitten von den seit Wochen und Monaten andauernden Differenzen in der Führungsetage des Klubs gelang Torjäger Robert Glatzel kurz vor der Pause der erlösende Treffer.

Weniger gut lief der Spieltag dagegen für die beiden Bundesliga-Absteiger: Greuther Fürth kam gegen den Karlsruher SC nicht über ein 1:1 hinaus, die Frankfurt-Leihgabe Ragnar Ache hatte für die Franken zur Führung getroffen. Und Bielefeld verlor mit 1:2 in Rostock. Der 1. FC Kaiserslautern surft dagegen weiter die Euphorie-Welle, die Pfälzer besiegten den FC St. Pauli mit 2:1 und sind nun hinter Jahn Regensburg Tabellenzweiter.

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