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RB Leipzig

Bundesliga: RB Leipzig entlässt Trainer Marsch - Niederlage für die Vereinsbosse

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Daheim in Corona-Quarantäne ereilt Trainer Jesse Marsch vom Bundesligisten RB Leipzig die Entlassung.

Leipzig - Dass die Bundesliga als gnadenloser Verdrängungswettbewerb nicht viel Platz für Sentimentalitäten lässt, ist hinlänglich bekannt. In kaum einer anderen Branche zählt allein das Hier und Jetzt wie im Profifußball, wo gerne von langfristigen Entwicklungen fabuliert wird, dann aber doch kurzfristige Entscheidungen getroffen werden. In Corona-Zeiten trifft sogar Trainer der Bannstrahl, die gar nicht auf der Trainerbank gesessen haben. Die am Sonntag beim abgestürzten Spitzenklubs RB Leipzig vollzogene Entlassung des seit Saisonbeginn glücklosen Jesse Marsch erfolgte in einer Phase, in der der US-Amerikaner gerade seine Corona-Erkrankung in den heimischen vier Wänden auskurierte.

Trotzdem wurde dem 48-Jährigen nunmehr die Verantwortung für die am Freitag abermals ungenügende Vorstellung bei Union Berlin (1:2) angelastet, wie aus der Pressemitteilung des Brauseklubs hervorging. „Es ist schade, dass es in dieser Konstellation nicht wie erhofft geklappt hat und dieser Schritt nun notwendig wurde, weil leider die gewünschte Entwicklung und somit auch die notwendigen Ergebnisse für unsere Saisonziele ausgeblieben sind“, teilte Vorstandschef Oliver Mintzlaff mit. „Aktuell laufen wir unseren eigenen Ansprüchen hinterher und wollen jetzt mit dieser Entscheidung einen neuen Impuls setzen.“

Muss gehen: Jesse Marsch.

RB Leipzig feuert Trainer Jesse Marsch

Marsch ließ verlauten, er spüre angeblich keine Verbitterung. Im Gegenteil: „Ich bin sehr dankbar, Teil der Red-Bull-Familie zu sein und diese Chance erhalten zu haben. Bis zuletzt hatte ich die Hoffnung, dass wir nach einem unruhigen Start in die Saison und wechselhaften Auftritten als Gruppe zu mehr Geschlossenheit und Stabilität finden und das sprichwörtliche Ruder herumreißen.“ Er wusste wahrscheinlich selbst am besten, dass er mit seiner Kommunikation früh gescheitert war – da nützte auch nichts mehr, dass er zuletzt wieder seine Muttersprache Englisch benutzte, um den Spielern seine Anschauungen zu überbringen. Als Team funktionierte dieser Kader schon lange nicht mehr.

Für den ehemaligen Leichtathletik-Manager Mintzlaff, der nach dem Abgang von Ralf Rangnick die größte Macht am Cottaweg auf sich vereint, ist das auch eine persönliche Niederlage, denn der RB-Boss hatte geglaubt, dass der ehemalige Rangnick-Assistent Marsch in die riesigen Fußstapfen des zum FC Bayern gewechselten Julian Nagelsmann würde treten können.

Deshalb war der seit 2018 in Europa arbeitende Fußballlehrer auch vom Schwesterklub RB Salzburg losgeeist worden. Mit der Personalie Marsch verband sich die Hoffnungen, wieder den typischen Überfallfußball der Rangnick-Ära zu spielen, um damit national und international zu reüssieren. Ein Trugschluss. Statt einer Fortentwicklung trat ein rapider Formverlust ein, der im Grunde am ersten Spieltag begann, als die Leipziger Starbesetzung beim damals arg von Corona gebeutelten Fast-Absteiger Mainz 05 unterlag.

Die Leistungen in der Liga waren von Wankelmütigkeit geprägt, in der Champions League wirkten die Sachsen gar überfordert. Dennoch bietet das letzte Gruppenspiel – ein Geisterspiel gegen Manchester City am Dienstag (18.45 Uhr/Dazn) – noch die Chance, wenigstens in der Europa League weiterzuspielen.

RB Leipzig: Beierlorzer coacht Dienstag

Gegen die Engländer wird der ehemaliger Mainzer Trainer Achim Beierlorzer die Verantwortung tragen. Allerdings wird der gebürtige Franke interimsweise tätig sein, die Leipziger wollen „zeitnah“ eine Nachfolgelösung für Marsch präsentieren, hieß es. Beierlorzer wird das Chefamt also auf Dauer nicht zugetraut.

Mintzlaff hat vorerst den Druck auf die Spieler erhöht, die in der Bringschuld seien: „Ich erwarte von unserer sportlich durchaus sehr starken Mannschaft, dass sie konstanter als zuletzt ihr Potenzial und ihre Qualität abruft.“ Wenn das nicht geschieht, hat der Verein ein echtes Problem: Spieler wie Christopher Nkunku, Dani Olmo oder Dominik Szoboszlai sind nach Leipzig gekommen, um regelmäßig international zu spielen – und sich hier ins Schaufenster für vielleicht noch höhere Aufgaben zu stellen. Fällt diese Gelegenheit weg, steht RB Leipzig im kommenden Sommer vielleicht der nächste große Umbruch bevor. (Frank Hellmann)

Rubriklistenbild: © dpa

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