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Real Madrid im Kopf

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Von: Günter Klein

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Der passt genau: Augsburgs Torwart Tomas Koubek kann den Freistoß von Christopher Nkunku nicht mehr abwehren.
Der passt genau: Augsburgs Torwart Tomas Koubek kann den Freistoß von Christopher Nkunku nicht mehr abwehren. © dpa

RB Leipzig saugt Honig aus der furiosen Aufholjagd beim starken FC Augsburg: Aus 0:3 mach 3:3.

Nicht auszudenken, wie sich das angefühlt hätte für RB Leipzig: mit einer 0:3-Niederlage in Augsburg in das denkbar größte Spiel zu gehen, gegen Real Madrid in der Champions League (Dienstag, 21 Uhr). „Doch wir sind zurückgekommen – und das sollte uns Energie geben“, sagte Trainer Marco Rose. Es gelang noch der Ausgleich, das 3:3, dank dreier Treffer ab der 73. Minute, Hertha BSC war in der Saison 2019/20 die bislang letzte Mannschaft gewesen, der dieses Kunststück gelang. Freudentrubel herrschte auf der Leipziger Bank, als Hugo Novoa, 19, den Ball im finalen Ansturm über die Torlinie gedrückt hatte. Doch Rose wusste: Die Wende hatte kein Leipziger herbeigeführt, sondern ein Augsburger.

Der stand schließlich in der FCA-Kabine vor den Kollegen und bat um Entschuldigung: Der brasilianische Außenverteidiger Iago hatte sich in der 65. Minute zwei Gelbe Karten abgeholt, also einen Platzverweis: Er foulte den Leipziger Xaver Schlager, und als dieser aufsprang und ihm wild entgegenging, legte Iago mit der Schulter nach. „Weggehen“, hätte FCA-Stürmer Florian Niederlechner geraten, denn es war klar, dass sich in Augsburger Unterzahl die Charakteristik der Partie ändern würde. Bis dahin hatte man „Leipzig an die Wand genagelt“, sagte er. „Ich dachte, mit 3:0 sind wir durch“, fügte Ermedin Demirovic, Schütze des 2:0, an.

Marco Rose wirkte nachdenklich: Alle drei Gegentore entsprangen Standardsituationen (ein Elfer). Er war allerdings auch froh: Denn Christopher Nkunku konnte nach einer Handoperation wenigstens eingewechselt werden (und schoss ein Freistoßtor). Rose: „Die Ärzte sagen: Irgendwann wird er auf die Hand fallen und merken, dass sie hält.“

Letztlich freute der Trainer auch sich über eine neue Erfahrung. „Ich habe so ein Spiel noch nicht so oft erlebt.“, sagte der Coach und ergänzte augenzwinkernd: „Es ist schön, dass ich auch mal dabei sein darf.“ Die vielleicht nicht ganz ernst gemeinte Freude war durchaus berechtigt.Nur: Den Sachsen hilft der eine Punkt nicht wirklich weiter, die angepeilten internationalen Plätze verpassten sie erneut. Auswärts wartet RB zudem immer noch auf den ersten Sieg.

Und doch: „In einer solch „intensiven Phase“, sagte Rose, „tut es uns gut, dass wir uns nicht in den Flieger setzen und gar nichts mit nach Hause nehmen“. Zwar brauche er als Trainer „nicht immer drei Gegentore“, so der 46-Jährige: „Aber wir sind zurückgekommen und das sollte uns, bei allem was wir besser machen müssen, für die nächsten Tage ein bisschen Energie geben“.

In Augsburg hatte Rasenball schon wie der sichere Verlierer ausgesehen. Die formstarken Mergim Berisha (34., Foulelfmeter), Ermedin Demirovic (51.) und Ruben Vargas (64.) schossen Augsburg in eine mehr als komfortable Situation- aus der sie Iago völlig überflüssig wieder hinausbeförderte. mit sid

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