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Das Verhältnis war zuletzt spürbar abgekühlt: RB-Geschaftführer Oliver Mintzlaff und Ralf Rangnick.

RB Leipzig

Unter der Dusche zum Außenminister

RB Leipzig verliert seinen Architekten Ralf Rangnick, der sich künftig um die Red-Bull-Standorte in den USA und Brasilien kümmern will.

Ralf Rangnick verabschiedete sich fast ohne Wehmut von seinem Lebenswerk RB Leipzig und freute sich schon auf seinen neuen Job als weitreisender Außenminister. Der kluge Kopf hinter dem Erfolg des Emporkömmlings verlässt auf eigenen Wunsch den Pokalfinalisten, um als Fußballchef die Red-Bull-Klubs in New York (USA) und Bragantino (Brasilien) auf ein neues Niveau zu heben. Profitieren soll davon irgendwann auch Leipzig, wo Rangnick aber nur noch in beratender Funktion tätig ist. „Das ist eine extrem reizvolle und fordernde Aufgabe für mich“, sagte Rangnick voller Tatendrang bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Leipzig, bei der auch sein Nachfolger als Sportdirektor offiziell bestätigt wurde: Markus Krösche kommt von sensationallen Bundesligaaufsteiger SC Paderborn und unterschrieb einen Vertrag bis 2022.

Rangnick konnte sich eine Rückkehr auf diesen Posten nach seinem höchst erfolgreichen Jahr als Interimstrainer nicht mehr vorstellen. „Dann wären Entwicklungsschritte nur im kleinen einstelligen Prozentbereich möglich gewesen“, sagte der 60-Jährige. Durch seine neue Arbeit könne man aber vielleicht „zu internationalen Topklubs aufschließen, die jetzt noch sehr weit weg sind“. Der erste Gedanke an eine Luftveränderung sei ihm schon vor Monaten im Urlaub „unter der Dusche“ gekommen, verriet Rangnick. 

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Zehn Tage nach seinem letzten Spiel, dem verlorenen Pokalfinale gegen Bayern München (0:3), machte er Nägel mit Köpfen. Rangnick, der fortan bei Red Bull angestellt ist, sieht in der Entwicklung der Konzernklubs in Nord- und Südamerika enormes Potenzial. Zumal die Uefa-Regularien, wonach in europäischen Wettbewerben vertretene Vereine nicht miteinander verflochten sein dürfen, hier anders als zwischen Leipzig und Salzburg nicht greifen. „Unser Wunsch ist es, dass wir jedes Jahr einen Tyler Adams entwickeln“, sagte Rangnick mit Blick auf den 20 Jahre alten US-Nationalspieler, der nach seinem Wechsel aus New York in Leipzig auf Anhieb überzeugte. Darauf hofft auch RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff, der den Rangnick-Abschied jedoch „mehr mit einem weinenden Auge“ sah: „Ich hätte ihn gerne dauerhaft in Leipzig gehabt.“

Lob für Nachfolger Krösche

Rangnick und Mintzlaff – beide saßen in weißen Polo-Hemden auf dem Podium – demonstrierten auf der Pressekonferenz Einigkeit. Doch Rangnicks Abschied wirft auch Fragen auf. Ist es nur Zufall, dass er zeitlich in die Anstellung von Trainer Julian Nagelsmann fällt? Hinter den Kulissen wird immer wieder geunkt, die beiden Alphatiere würden nicht miteinander harmonieren. Auch Rangnicks Verhältnis zu Mintzlaff soll merklich abgekühlt sein. Wie freiwillig war Rangnicks Wunsch nach einem neuen Aufgabenfeld also wirklich?

Er wird Nagelsmann und Krösche nun als Berater zur Seite stehen, sein Lebensmittelpunkt bleibt zudem in Leipzig. Doch Macht hat Rangnick bei RB, seinem „sportlichen Lebenswerk“, so seine eigene Aussage, nicht mehr. Seit er 2012 nur noch für den Standort Leipzig verantwortlich war, ging es mit dem erst drei Jahre zuvor gegründeten Klub rasant bergauf. Zweimal sprang Rangnick auch als Trainer ein – mit großem Erfolg. In der Saison 2015/16 führte er die Sachsen zum Aufstieg in die Bundesliga, in der vergangenen Spielzeit wurde Leipzig unter Rangnick guter Bundesligadritter und zog ins Endspiel des DFB-Pokals ein. Den neuen Sportdirektor Krösche bezeichnete Rangnick als „begabten und besonderen Menschen“. RB zahlt für den Aufstiegsmanager eine Ablöse um die 700 000 Euro und schloss mit Paderborn eine sportliche Kooperation.  (sid)

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