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Spektakuläre Präsentation: Franck Ribery ist neu beim AC Florenz.

Serie A

Raus aus dem Schatten

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Im vergangenen Sommer kam Superstar Cristiano Ronaldo nach Italien, diesmal Franck Ribery - die Serie A will wieder eine große Rolle spielen.

Franck Ribery schaute anfangs schon ein wenig verdutzt drein, ganz so als sei er überrascht worden von dem, was sie beim AC Florenz für ihren neuen Starspieler so alles arrangiert hatten. Der ehemalige Linksaußen des FC Bayern München schlenderte also ein paar Meter nach vorne, ließ die Katakomben des Stadio Artemio Franchi hinter sich, huschte schnell rein und noch schneller wieder raus aus dem lilafarben aufsteigenden Qualm, den der Klub bei der Vorstellung des 36 Jahre alten Franzosen in die Luft blasen ließ. Ribery schloss kurz die Augen, öffnete sie wieder, um spätestens dann sein bekanntes Lausbubengesicht wieder aufzusetzen. Strahlend klatschte er den Tifosi zu, hinter ihm prangte der Schriftzug „Legend“. Ganz klar, Franck Ribery freut sich auf seine finale Karriereaufgabe in Florenz, und die Macher des italienischen Erstligisten freuen sich über Franck Ribery.

„Florenz ist eine tolle Stadt. Ich bin in die Serie A gekommen, weil es eine große Liga ist. Ich wollte in Europa bleiben und hatte das Glück, dass ein Verein wie Florenz angefragt hat“, sagte Ribery, der künftig Seite an Seite mit dem Ex-Frankfurter Kevin-Prince Boateng ein zwar überaltertes, aber doch an einzelnen Tagen gewiss herausragendes Duo in der Offensive des Klubs aus der Toskana bilden wird. Die in den vergangenen Jahren von den anderen Topligen etwas abgehängte Serie A ist also um einen Star reicher. Ribery jedoch machte schnell klar den Star der Stars keineswegs diesen Status streitig machen zu wollen: „Ich möchte nicht der Konkurrent von Ronaldo sein.“ Zugegeben, das wäre auch eine fast unlösbare Aufgabe.

Denn Cristiano Ronaldo und der italienische Dauertriumphator Juventus Turin werden in der anstehenden Saison alles dransetzen, nicht nur zum neunten Mal hintereinander Meister zu werden, diesmal soll mit Neu-Coach Maurizio Sarri, der ja vom Europa-League-Sieger FC Chelsea geholt wurde, der Champions-League-Titel her. Alles andere wäre eine Niederlage – vor allem für Ronaldo. Sarri wird zwar das Auftaktspiel beim FC Parma am Samstag verpassen: Diagnose Lungenentzündung. Doch das Team ist kompakt. Ronaldo ist so siegeshungrig und fit wie eh und je. Er habe „das wohl schwierigste Jahr“ seines Lebens hinter sich, sagte der 34-jährige Portugiese zuletzt. Damit bezog er sich auf die Vergewaltigungsvorwürfe in den USA. Kürzlich wurde bekannt, dass diese nicht weiter verfolgt würden. Ronaldo dürfte das neue Energie verschaffen.

Auch sonst ist die Mannschaft stark aufgestellt. In der Abwehr wurde das Riesentalent Matthijs de Ligt von Ajax Amsterdam als der teuerste Verteidiger in der italienischen Fußball-Geschichte verpflichtet. Als Torwart kehrt Altstar Gianluigi Buffon nach einem Zwischenspiel bei Paris Saint-Germain zurück, wenn auch nur als Ersatzmann. Im Mittelfeld kommen Aaron Ramsey vom FC Arsenal und Adrien Rabiot von PSG hinzu, was die Einsatzchancen der Deutschen Sami Khedira und Emre Can zumindest erschwert.

Zeichnet sich also wieder mal gähnende Langeweile mit dem ewigen Ersten Juventus Turin ab? Möglich, aber nicht zwangsläufig. Viele setzen auch auf den italienischen Ex-Nationaltrainer Antonio Conte, der Juve als neuer Coach von Inter Mailand herausfordern könnte. Die Mailänder sicherten sich unter anderem den Belgier Romelu Lukaku als prominente Verstärkung für die Abteilung Attacke. Auch der ehemalige Bayern-Trainer Carlo Ancelotti zählt mit dem SSC Neapel zu den Aspiranten auf den Titel. Die vergangene Saison hatte das Team das dritte Mal in vier Jahren die Runde als Zweiter beendet.

Über „ein Jahr der Wende“, jubelt schon die „Gazzetta dello Sport“ aufgrund der großen Anzahl an neu hinzugewonnenen Stars in der Liga. „Sarri, Conte, Ancelotti und die anderen. Mit Angriff werden sie Geschichte schreiben. Es braucht nur Zeit und Unterstützung. Dann werdet ihr eine Revolution erleben.“ Die Legende Franck Ribery ist ja schon mal da. (mit dpa)

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