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Keine neue Liaison: Ralf Rangnick sagt Schalke 04 ab.
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Keine neue Liaison: Ralf Rangnick sagt Schalke 04 ab.

Kommentar

Rangnicks Logik

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Der als Heilsbringer ausgerufene früher Schalker Trainer sagt als Sportchef ab – aus seiner Sicht ist das komplett nachvollziehbar.

Am Samstag um 13 Uhr hat Ralf Rangnick schriftlich die Botschaft in Umlauf gebracht, dass er sich „aufgrund der zahlreichen Unwägbarkeiten innerhalb des Vereins derzeit nicht in der Lage“ sieht, „die sportliche Verantwortung bei Schalke 04 zu übernehmen“. Fünf Stunden später äußerte Aufsichtsratschef Jens Buchta, das sei noch nicht das letzte Wort gewesen, man werde sich Montag treffen. Gleichzeitig meldete sich die Interessengruppe „Tradition und Zukunft“ per Twitter mit der Botschaft „Wir kämpfen weiter“ um Rangnick. Offenbar hatten weder Aufsichtsrat noch externe Gruppe kapiert, wie ernst dem Umworbenen seine Entscheidung ist. Sonntagmorgen erklärte dann Rangnicks Agent Marc Kosicke die Endgültigkeit: Schalke muss ohne Rangnick planen. Für den in Trümmern liegenden Klub ist das eine schlechte Nachricht. Aus Sicht von Rangnick ist sie komplett nachvollziehbar.

Denn seine Erfolgsgeschichte bei der TSG Hoffenheim, die er in die Bundesliga führte, und mit RB Leipzig, das er zum Königsklassenteilnehmer entwickelte, haben viel mit stabilen, schlanken Strukturen, kurzen Entscheidungswegen und vor allem mit reichlich Geld zu tun.

Dass Rangnick überhaupt Gespräche mit Schalke 04 aufgenommen hatte, lässt sich nur mit seiner emotionalen Nähe zu jenem Klub erklären, in dem er schon zweimal tätig war und dessen Fans ihm in Online-Petitionen gleich tausendfach Rote Teppiche ausrollten. Objektiv hat ein Kopfmensch wie Rangnick bei Königsblau logischerweise gerade nichts zu suchen. Nach ein paar unruhigen Nächten ist dem das dem 62-Jährigen dann auch klargeworden.

Denn am Ernst-Kuzorra-Weg wäre er in eine maximal instabile Situation geraten. Eine externe Gruppe zofft sich brachial mit dem Aufsichtsrat, aus dem gestern ein führendes Mitglied entnervt zurücktrat. Der alsbald zu erwartende Konzernbericht verspricht einen neuen Höchstschuldenstand, lediglich 20 Millionen Euro stehen derzeit als Budget für die kommende Zweitligasaison zur Verfügung. Die Mitgliederversammlung im Sommer dürfte zum Machtkampf werden, eine Professionalisierung und stabilere Finanzierung mit der Umwandlung der Profiabteilung in eine Kapitalgesellschaft erscheint derzeit aussichtslos. Die Mannschaft präsentierte sich auch am Samstagabend beim 0:3 gegen Mönchengladbach als Torso, der fünfte Trainer dieser Saison, Dimitrios Grammozis, könnte sich schon vor dem Abstieg verbraucht haben.

Probleme über Probleme, eingebettet in Schlammschlachten, deren Abschreckungspotenzial Rangnick zu groß erscheinen musste. Seine öffentliche Bewerbung für den Bundestrainerjob hat er abgegeben. Da DFB-Wunschkandidat Hansi Flick klar zu einer Zukunft beim FC Bayern tendiert, sollte Oliver Bierhoff über seinen Schatten springen und mit Rangnick reden. Bierhoff ist Profi genug, dass nicht so dämlich öffentlich zu tun wie Schalke 04.

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