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Ob das Schalker Maskottchen „Erwin“ auch in Zukunft alleine im Stadion stehen wird? Die Bundesliga geht jedenfalls schweren Zeiten entgegen.
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Ob das Schalker Maskottchen „Erwin“ auch in Zukunft alleine im Stadion stehen wird? Die Bundesliga geht jedenfalls schweren Zeiten entgegen.

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Ran ans Geld der Profis

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
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Die Bundesliga ist aufgefordert, den Fußballern und deren Beratern endlich klarzumachen, dass eine Änderungskündigung ihrer üppigen Verträge kein unmenschlicher Akt ist.

Kaum einer kann sich im Moment ein volles Fußballstadion vorstellen. Prall gefüllt mit Menschen, die ihre Mannschaft anfeuern, dabei ein Bier aus einem Plastikbecher trinken, den sie in die Masse werfen, wenn ihr Lieblingsverein ein Tor schießt. Wer alte Bilder aus der Bundesliga betrachtet, kommt sich nach fast einem Jahr Corona-Krise wie in einem falschen Film vor. War das wirklich so? Auf Tuchfühlung mit den Mitmenschen ein Fußballspiel verfolgen. An einem Ort, an dem alle zusammenrücken müssen, egal woher sie kommen und was sie politisch, gesellschaftlich oder kulturell denken.

Nicht mal Fanvertreter können derzeit die Frage beantworten, ob es noch mal so wird. So lebhaft, so leidenschaftlich wie früher. Die Vorstellung, dass die Arenen vielleicht in Zonen für Geimpfte (ohne Abstand) und Nicht-Geimpfte (mit Abstand) unterteilt werden müssen, diskutieren einige Anhänger bereits.

Wie andere Bereiche des öffentlichen Lebens, tappt auch der deutsche Profifußball bei solchen Zukunftsfragen völlig im Dunklen; er genießt aber das Privileg, seit mehreren Monaten ohne Unterbrechung zur Aufführung zu kommen. Allein diese Tatsache nimmt ihn eigentlich in die Pflicht, die dringend nötigen Reformen zur wirtschaftlichen Stabilität nicht in die ferne Zukunft zu verschieben.

Und daher haben Fanvertreter Recht, wenn sie den öffentlichen Druck erhöhen, lieber heute als morgen Veränderungen auf den Weg zu bringen.

Wenn einstige Vorzeigeklubs wie Werder Bremen, die vergangenen Jahre immer schuldenfrei, kommenden Sommer 40, 50 Millionen Euro Miese in der Bilanz aufweisen, Bürgschaften des Steuerzahlers brauchen, um sich wirtschaftlich über Wasser zu halten, läuft etwas verdammt schief. Die Bundesliga ist aufgefordert, in einer gemeinsamen Aktion vor allem den Profis und deren Beratern endlich klarzumachen, dass eine Änderungskündigung ihrer üppigen Verträge im Sommer kein unmenschlicher Akt, sondern eine notwendige Anpassung an die Realität ist. Denn angesichts des nun um weitere quälende Wochen verlängerten Lockdowns sollte jeder Bundesligist gegenüber der Öffentlichkeit demütig, gegenüber seinen Profis aber fordernd sein.

Dass die DFL den Vereinen großzügig Zeit einräumt, auf die größte Krise der Nachkriegszeit zu reagieren, klingt einerseits ja nachvollziehbar. Andererseits ist so vielen anderen Branchen immer noch keine Rückkehr in den Normalbetrieb möglich, dass hier durchaus mal Aktionismus eingefordert werden könnte. Denn so schnell kommen auch die Zuschauer nicht zurück. In Scharen dicht an dicht sowieso nicht.

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