+
Milde gestimmt nach dem 1:1 in Frankfurt: der Leipziger Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick.

RB Leipzig

Ralf Rangnick ist auch ohne Sieg zufrieden

  • schließen

Für den Leipziger Trainer Ralf Rangnick ist auch das Unentschieden gegen Eintracht Frankfurt genug.

Natürlich kennt Ralf Rangnick den Spielplan zur Genüge. Und vermutlich findet der Strippenzieher bei RB Leipzig die Ausgangslage gar nicht so schlecht, dass nach dem 1:1 bei Eintracht Frankfurt und dem Smalltalk mit dem ehemals in Salzburg tätigen Eintracht-Trainer Adi Hütter („Hat mich gefreut, dich mal wieder gesehen zu haben“) nun gleich das Heimspiel am Mittwoch gegen den VfB Stuttgart folgt und dann das Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim am Samstag ansteht. Das hält ihn persönlich unter Spannung: „Für mich sind das lauter spezielle Spiele.“

Dem Verein mit dem roten Brustring ist der gebürtige Schwabe schon von Haus aus ganz nah; den Klub aus dem Kraichgau hat er nicht nur vor einem Jahrzehnt in die Bundesliga gehievt, sondern mit Julian Nagelsmann das größte Trainertalent der Liga zur nächsten Saison abspenstig gemacht. Bis dahin macht es Rangnick als Cheftrainer am Cottaweg vorübergehend wieder selbst. Ein spezielles Spiel, sagte er in der Frankfurter Arena mit Nachdruck, sei doch auch die Europa-League-Partie gegen Salzburg (2:3) gewesen. Ausgerechnet im Brause-Bruderduell traten rote Bullen wie lahme Esel auf. Rangnick beklagte krasse Regelverstöße in den internen Abläufen, was der Vordenker in der RB-Kaderschmiede nie für möglich gehalten hätte. „Man lernt auch mit 60 nie aus.“ Maßnahmen zur Disziplinierung waren unvermeidlich. Konkret: die Verbannung von Jean-Kévin Augustin (21) und Nordi Mukiele (20). Rangnick: „Es war keine leichte Entscheidung, aber es gab keine Alternative.“

Willi Orban spricht vom SGE-Spiel als „Charaktertest“

Die Laissez-faire-Franzosen sollen noch mit dem Handy auf der Trainerbank herumgespielt haben, während der Rest sich bereits zur Besprechung zurückzog. Rangnick erklärte ferner, dass diese nicht der einzige Verstoß der beiden gewesen sei, sondern nur das Fass zum Überlaufen brachte. Rangnicks sarkastischer Kommentar: „Die Dinge, die da passiert sind, dafür brauchst du einen 24-Stunden-Rundumbetreuer.“

Insofern war der Auftritt beim Pokalsieger als „Charaktertest“ (Kapitän Willi Orban) zu werten. Rangnick hatte sich auf jene Akteure besonnen, die seit Jahren den Weg des Brauseklubs mitgeprägt haben. Doch allein die Arbeitsbelastung für den herausragenden Torwart Peter Gulacsi verriet, dass der Weg zur Besserung noch weit ist. Dass die Leipziger eingedenk der Terminhatz die nächsten Kontrahenten in altbekannter Manier überrennen, ist nicht zu erwarten. Dafür sind die Erholungspausen im Herbst zu kurz, dafür ist aber auch der Kader zu dünn.

Deshalb will Rangnick seine Verbannten alsbald wieder aufnehmen. Augustin und Mukiele, die Talente aus dem Weltmeisterland, sollten nur wissen, dass sie auf Bewährung spielen: „Wenn sie jetzt den Schuss gehört haben, bleibt es bei dem einen Spiel.“ 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion