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Stammspieler bei Sparta Rotterdam: Ragnar Ache.

U 21

Ragner Ache: Im Kindergarten entdeckt

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Den deutschen U-21-Nationalspieler Ragnar Ache kennt hierzulande fast niemand – nicht mal bei seinem Heimatverein unweit von Frankfurt.

Es ist gar nicht so leicht, bei der Spielvereinigung 03 Neu-Isenburg jemanden zu finden, der sich an Ragnar Ache erinnert. Der langjährige Vereinsvorsitzende Günther Marx? „Keine Ahnung.“ Der frühere Jugendtrainer Peppi Schmitt? „Sagt mir nix.“

Ragnar wer? So ging es auch vielen deutschen Fußballfans, als U-21-Bundestrainer Stefan Kuntz Anfang November seinen Kader für das nächste EM-Qualispiel nominierte. Am Sonntag trifft die deutsche Auswahl in Freiburg auf Belgien (16 Uhr/Pro7). Und Ache ist dabei. Hierzulande eher unbekannt, sorgt der Stürmer von Sparta Rotterdam in der niederländischen Eredivisie gerade für Furore: Mit fünf Toren in zwölf Erstligaspielen hat sich der 21-Jährige seine allererste DFB-Nominierung verdient. Milan Gulin, 59, wundert das nicht. Er hat Aches Talent früh erkannt – und erinnert sich im Gegensatz zu vielen anderen noch bestens an den Sohn eines Deutschen und einer Ghanaerin, der einst in Neu-Isenburg vor den Toren Frankfurts seine ersten fußballerischen Gehversuche machte. Gulin war sein Trainer: „Ein Riesenfußballer“, sagt er.

Mit gerade einmal vier Jahren kam der in Frankfurt geborene Ache nach Neu-Isenburg, entdeckt hatte ihn Gulins Ehefrau. Die arbeitete als Erzieherin in einer Kita, trainierte in ihrer Freizeit die Bambinis. Und dann war da plötzlich dieser Junge in ihrer Kindergartengruppe, der immer nur Fußball spielen wollte und schon damals besser war als alle anderen. Sie nahm ihn mit zum Training, er blieb sieben Jahre. Als „drahtig und schnell“, beschreibt ihn sein damaliger Übungsleiter, „den konnte keiner einholen“. Auch für spektakuläre Treffer war er gut, an eines erinnert sich Gulin besonders gerne: „Da hat er aus 17, 18 Metern einen halbhohen Ball volley genommen und mit einem Scherensprung direkt in den Winkel gehauen.“

2009 zog Ache, damals zehn Jahre alt, mit Mutter und Schwester nach Rotterdam. Die Eltern hatten sich früh getrennt, die Mama einen Niederländer kennengelernt. Und: Der neue Lebensgefährte war im Sparta-Nachwuchs tätig und brachte Ache dort unter. Bis heute ist er geblieben, durchlief die komplette Jugend bis zu den Profis, unterzeichnete 2016 seinen ersten Profivertrag. „Fußballerisch hat mich die niederländische Schule geprägt. Aus Deutschland habe ich die Disziplin und die Pünktlichkeit mitgenommen“, verriet Ache kürzlich. In Rotterdam hat er schon einiges erlebt, 2018 den Abstieg aus der ersten Liga, ein Jahr später die Rückkehr.

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Vergangenes Jahr haben Mama und Schwester Ache den Gulins schließlich einen Besuch abgestattet. Ragnar Ache selbst konnte nicht mitkommen, schaltete sich aber per Videotelefonie dazu. Am Sonntag werden sie ihn wieder am Bildschirm sehen, dann im Fernsehen. „Ich habe schon damals gehofft, dass er diesen Weg gehen wird“, sagt Milan Gulin. „Und das hat er gemacht.“

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