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Jürgen Klopp (r) freut sich über den Sieg mit seinem Spieler Virgil van Dijk.

FC Liverpool

Projekt weiße Weste

Jürgen Klopp feiert mit dem FC Liverpool den 15. Sieg in Serie.

Jürgen Klopp hatte die Frage erwartet, und doch musste er über sie lachen. Hatte ihn die Machtdemonstration des Rivalen Manchester City beim unfassbaren 8:0 gegen den FC Watford am Vortag um den Schlaf gebracht? Nun, er habe nur eine Zusammenfassung von 2:50 Minuten gesehen, sagte Klopp, „ich muss erst das ganze Spiel anschauen, um zu verstehen, was da passiert ist. Ich glaube wirklich, dass City die beste Mannschaft der Welt ist.“ Aber: Er habe trotzdem „recht gut geschlafen“.

Klopp hat allen Grund dazu: Nach dem kaum weniger beeindruckenden 2:1 (2:0) beim FC Chelsea thronen seine Reds mit der makellosen Bilanz von 18 Punkten in weißer Weste an der Spitze der Premier League – fünf Zähler vor dem Zweiten City. In Klopps 150. Ligaspiel war es sein 92. Sieg (bei 20 Niederlagen), der 15. in Serie (Klubrekord). Liverpool verlor nur eine der vergangenen 45 Partien in der Premier League – bei City (1:2).

Die schmerzhafte Niederlage am 3. Januar war entscheidend im Kampf um den Titel, dem Liverpool seit 1990 vergeblich hinterherjagt. In dieser Saison scheinen die Voraussetzungen besser denn je. Klopp aber schob erneut City die Favoritenrolle zu. Er wolle Pep Guardiola nicht unter Druck setzen, aber dessen Team habe „brillante Momente. Wir sind auch nicht schlecht, aber so einen Fußball spielen nicht viele Mannschaften“.

Dass der Erfolg an der Stamford Bridge „ein großer Sieg“ war, konnte und wollte Klopp aber nicht leugnen. Die letzte englische Mannschaft, die dort drei Punkte entführt hatte, war City im Februar (4:3). Trent Alexander-Arnold (14.) und Roberto Firmino (30.) trafen für Liverpool, für Chelsea verkürzte N‘Golo Kante (71.).

Ärger wegen Videobeweis

Doch weil den Blues der vermeintliche Ausgleich durch Cesar Azpilicueta (27.) aberkannt wurde, diskutierte Fußball-England vor allem über den Videobeweis. Mal wieder! In der Entstehung des Treffers stand Mason Mount mit dem Rücken zum Tor mit dem linken Fuß knapp im Abseits. „Das sind jetzt die Regeln, aber es ist enttäuschend für die Spieler und die Zuschauer“, sagte Chelseas Trainer Frank Lampard.

Schon tags zuvor hatten die Diskussionen neue Nahrung bekommen, als ein Tor von Tottenhamprofi Serge Aurier gegen Leicester annulliert wurde, weil die Schulter von dessen Mitspieler Heung-Min Son hauchdünn im Abseits war. „Wie der VAR eingesetzt wird, ist Mist“, schimpfte Gary Lineker. Statt dem Spiel zu nutzen, nehme er ihm das Leben.

Um seinen Job bangen muss wohl langsam Ole-Gunnar Solskjaer beim Tabellenachten Manchester United. Das 0:2 (0:1) bei West Ham United glich einem Offenbarungseid. Ex-Teammanager Jose Mourinho sagte, er sei zwar zu Recht entlassen worden, „aber die traurige Wahrheit ist, dass es schlimmer ist als vorher“. (sid)

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