Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Edin Terzic -. mit dem Latein am Ende? Foto: afp
+
Edin Terzic -. mit dem Latein am Ende?

KOMMENTAR

Prinzip Hoffnung

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
    schließen

Bei Borussia Dortmund wackelt inzwischen das gesamte Konstrukt: Und Favre-Nachfolger Edin Terzic steht dem Schlamassel spürbar hilflos gegenüber. Ein Kommentar.

Der Dortmunder Abwehrchef Mats Hummels ist ein kluger Kopf, zuweilen anstrengend, ein kritischer Geist ohnedies. Nach dem schmeichelhaften 2:2 gegen die TSG Hoffenheim hat der BVB-Anführer eine neue Facette gezeigt, sich als Schönfärber hervorgetan. „Wir sind“, flötete er in die Mikros, „auf dem Weg der Besserung.“ Es soll Menschen geben, die das etwas anders sehen.

Fakt ist, dass es für die Westfalen nach der Entlassung des ungeliebten Lucien Favre und der Inthronisierung des beliebten Edin Terzic nicht gen Spitze, sondern hinab ins Tal ging. In zehn Partien hat Terzic vier Siege, zwei Remis’ und vier Niederlagen eingefahren. Das ist eine miserable Bilanz. Zum Vergleich: Favres Punkteschnitt lag insgesamt bei 2,07, der von Terzic pendelt sich bei 1,4 ein. Indiskutabel.

Es ist nichts besser geworden in Dortmund, im Gegenteil: Die Mannschaft kassiert mehr (und viel leichtere) Gegentore, dafür schießt sie jetzt weniger. Das ganze Konstrukt wirkt wackelig, viele Spieler sind jung, aber wankelmütig, andere wie Marco Reus sind über ihren Zenit hinaus oder wie Julian Brandt ewige Talente.

Es ist müßig darüber zu spekulieren, ob die Oberen bei der Verpflichtung des unverbrauchten Terzic aufs falsche Pferd gesetzt haben: Die Idee hatte ja Charme, da war eine Spur Sozialromantik im Spiel: Spritziger Sauerländer, als Kind schon BVB-Fan, bricht die verkrusteten Strukturen auf und löst die Fesseln. Doch zuweilen walzt die Realität über die Wunschvorstellung hinweg.

In Wahrheit wirkt Terzic zunehmend ratlos, vergeht sich in Allgemeinplätzen („Werden weiter hart arbeiten“), hielt sich am Samstag auffallend lange an einer vermeintlichen Fehlentscheidung auf und zeigte sich seltsam uneinsichtig. Anzeichen einer zunehmenden Hilflosigkeit.

Die Luft könnte dünn werden für den Mann mit der Mütze, wenn es geeignete Nachfolgekandidaten geben würde und wenn der BVB nicht nach dieser Saison den Gladbacher Marco Rose präsentieren wollte. So spricht vieles dafür, dass sich der BVB irgendwie durch die Saison hangeln und versuchen wird, den worst case zu verhindern.

Nicht auszudenken, wenn der Verein die Königsklasse oder gar den Europapokal verpassen würde. Allein das Personal verschlingt mehr als 200 Millionen Euro – das ist ein Haufen Kohle, die selbst ein Großklub erst mal erwirtschaften muss, zumal auch die Borussia von der Corona-Krise mit Wucht getroffen wird.

Der Furcht vor dem Super-Gau setzen die Verantwortlichen das Prinzip Hoffnung entgegen. Das ist dürftig, aber viele Möglichkeiten haben sie auch nicht mehr.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare