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Münchner Fußballer um den Siegtorschützen Benjamin Pavard (2. von links). Foto: dpa
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Münchner Fußballer um den Siegtorschützen Benjamin Pavard (2. von links).

Kommentar

Power einer Kellerfunzel

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Mit ihrem sechsten Titel hat der FC Bayern weiter international an Ansehen gewonnen - doch es gibt Schattenseiten der Katar-Reise. Ein Kommentar.

Kluge Statistiker haben zur Einordnung des Erreichten unter Hansi Flick schlichtes Zahlenmaterial bereitgestellt. Danach hat der ursprünglich als Interimslösung gedachte 55-Jährige binnen 16 Monaten als Chefcoach des FC Ruhmreich mehr Titel gewonnen als Pflichtspiele verloren. Das Endergebnis nach dem routinemäßig herausgesiegten Klub-WM-Finale: Sechs stolzen Titel stehen lediglich fünf Niederlagen (inklusive DFB-Pokalaus in Kiel) gegenüber. Das ist eine heroische Leistung von Rummenigge ganz oben über Salihamidzic, Flick, die Spieler und alle anderen bis hin zur Teammanagerin Kathleen Krüger.

International haben die Über-Bayern damit noch mehr Ansehen gewonnen, als sie ohnehin als mit weitem Abstand größte globale Fußballmarke deutscher Herkunft schon ergattert haben. Das weltweite Image könnte kaum besser sein, auch wenn die Strahlkraft dieses sportlich uninteressanten Miniturniers in Europa nicht viel mehr als die Power einer Kellerfunzel erreicht. Zumal in einer Zeit der weltweiten Pandemie, in der sich die Durchführung der in dieser Form auch ohne Corona überflüssigen Fifa-Veranstaltung erst recht nicht erklären lässt. Auch nicht damit, dass Bayern-Partner Katar jetzt einen kleinen Testlauf für das im November/Dezember 2022 stattfindende WM-Turnier abhalten konnte.

Denn natürlich dürfte diese Weltmeisterschaft gar nicht in dem Scheichtum stattfinden. Man muss dafür argumentativ gar nicht die moralischen Keule schwingen, sondern nur nüchtern darauf hinweisen, dass die Endrunde für Juni/Juli ausgeschrieben war, nicht für die Vorweihnachtszeit. Seit die Welt auf Katar schaut, weiß sie: Fußballprofis können im Juni/Juli dort keinesfalls ohne Gefährdung von Leib und Leben um den WM-Titel spielen, einfache Arbeiter aus Bangladesch, Indien, Nepal und Pakistan aber sehr wohl an gleicher Stelle zu jeder Jahreszeit auf Baustellen malochen.

Niemand konnte wohl ernsthaft erwarten, dass der FC Bayern seinen neuerlichen Trip in die - aus diversen Trainingslagern bestens bekannte - katarische Hauptstadt Doha zur Fundamentalkritik an Land und leitenden Leuten nutzen würde. Das wäre in der Tat eine Sensation gewesen, allein schon deshalb, weil es die Geschäftsbeziehungen empfindlich beeinträchtigt hätte.

So kommt es, dass der FCB hierzulande lediglich als beneidenswerte sportliche Größe geachtet wird, keinesfalls jedoch auch nur annähernd als moralische Instanz, für welche die „Taskforce Zukunft Profifußball“ gerade erst sehr transparent Richtlinien eines „gemeinsamen Wertefundamentes“ veröffentlicht hat. Unter anderem geht es dort darum, die Menschenwürde zu schützen und zu achten.

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