+
Spielerin des Tages: Ewa Pajor (vorne).

DFB-Pokal

Favorit VfL Wolfsburg gewinnt den DFB-Pokal

  • schließen

Die Seriensiegerinnen des VfL Wolfsburg gewinnen zum fünften Mal hintereinander den DFB-Pokal.

Nach der obligatorischen Siegerprozedur krabbelte Nilla Fischer wie ein Käfer durch die Konfettischnipsel und wälzte sich darin vor lauter Glück. Köln war für die im Sommer nach Linköping zurückkehrende Kapitänin des VfL Wolfsburg mal wieder eine Reise wert gewesen. Die Fußballerinnen aus der Autostadt können fast schon ein Abonnement auf den Gewinn des DFB-Pokals der Frauen anmelden. Mit einem angesichts der üppigen Möglichkeiten allerdings eher minimalistisch anmutenden 1:0 (0:0) gegen den SC Freiburg sicherten sich die Niedersachsen bereits zum fünften Male in Folge die Trophäe.

Um 19.30 Uhr stemmte die 34 Jahre alte Fischer die von Präsident Frank Walter Steinmeier übergebene Trophäe mit ihrer Regenbogenbinde in den wolkenlosen Himmel. „Wir haben nicht unser bestes Spiel gemacht“, gestand die blonde Vorzeigekämpferin aus Schweden, „aber ich habe trotzdem auf dem Platz fast geweint.“ Dabei trug sie ein T-Shirt mit der Aufschrift „Sechs Richtige“ – so oft sind die VfL-Frauen nun schon deutscher Pokalsieger geworden.

Freiburg beginnt stark

Auch die obligatorische Bierdusche sollte später in den Katakomben des Kölner Stadions nicht fehlen. Allzu lange können Fischer und Co. indes nicht in den Feiermodus verfallen: Bereits am Sonntag wollen die Titelsammlerinnen das Double mit einem Auswärtssieg im Bundesligaspiel bei der TSG Hoffenheim perfekt machen. „Ich bin überglücklich, dass wir den Pokal wieder mit nach Wolfsburg nehmen können. Es war ein Kampf“, sagte Nationalspielerin Alexandra Popp.

Es ist eine müßige Diskussion, ob die zwar spannende, aber nicht hochklassige Ausgabe zum zehnjährigen Kölner Jubiläum vor den 17 048 Zuschauern bei herrlichem Feiertagswetter und einem bunten Rahmenprogramm als Werbung für den Frauenfußball taugte. Der VfL Wolfsburg tat sich jedenfalls schwer, ehe Ewa Pajor mit einem Abstauber den Bann brach (55.). „Ich stand einfach richtig und habe den Fuß hingehalten“, erklärte die polnische Siegtorschützin. Ihr Trainer Stephan Lerch gab unumwunden zu: „Es ist eine große Erleichterung da. In der ersten Halbzeit haben wir Freiburg sehr in die Karten gespielt.“

Im Beisein der Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg („für mich war es ein gutes Fußballspiel“) fand das Team des zum FC Bayern wechselnden Freiburger Kollegen Jens Scheuer effektive Mittel, den Favoriten über weite Phasen auszubremsen. Die so gefürchtete Wolfsburger Offensive, die auf dem Weg ins Finale allein 28 Tore im Pokal, überdies 91 Treffer in der Liga erzielt hatte, wirkte teilweise hilflos. Bis auf einen Fallrückzieher von Pajor, den die tüchtige Freiburger Ersatztorhüterin Lena Nuding gekonnt über die Latte lenkte (42.), sprangen kaum Chancen heraus. Dagegen musste VfL-Torhüterin Almuth Schult gegen die Freiburgerinnen Klara Bühl (13.) und Sandra Starke (29.) zweimal einen Rückstand verhindern. Die tapferen Verliererinnen wirkten hernach teilweise untröstlich. „Wir wollten das unbedingt“, sagte SC-Kapitänin Clara Schöne und kämpfte mit den Tränen. „Uns fehlte leider die Abgezocktheit.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare