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Die Vorbereitung tut ihm gut: Philippe Coutinho im Bayern-Trainigslager in Doha.

FC Bayern

Philippe Coutinho - das 100-Millionen-Rätsel

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Der Brasilianer spielt in der Bundesliga-Rückrunde um seine Zukunft beim FC Bayern München, bislang sind seine Leistung zu schwankend - und sein Preis ist gigantisch.

Rund 500 Millionen Euro, das ist viel Geld. Und wenn man die Transfersummen grob überschlägt, dann würden die Einnahmen, die der FC Bayern in den kommenden knapp zehn Jahren von seinem Automobilsponsor bekommt, locker für einen Großeinkauf reichen. Rein theoretisch wäre es möglich, dass der Krösus unter den deutschen Klubs im Sommer rund 200 Millionen Euro in die Transfers von Leroy Sané sowie Kai Havertz investiert – und dazu die Kaufoption für Coutinho zieht. Weitere rund 100 Millionen Euro wären dann fällig, der FC Barcelona würde danke sagen.

Coutinho wird am Dienstag genau hingehört haben, als bei seinem Stammverein ein neuer Trainer präsentiert wurde. Es ist kein Geheimnis, dass sich der entlassene Barca-Coach Ernesto Valverde und sein einstiger Star-Einkauf nicht allzu gut verstanden haben. Nun sitzt Quique Setien auf dem Trainerstuhl, ein Mann, der andere Vorstellungen von seiner Mannschaft hat. Natürlich wird sich der Neue auch mit Coutinho beschäftigen, der vertraglich bis 2023 an die Katalanen gebunden ist. Ab dem Moment, in dem am Sonntag in Berlin für den FC Bayern die Rückrunde beginnt, spielt der Brasilianer aber nicht um eine Rückkehr, sondern eher um eine Weiterbeschäftigung in München.

Die Bayern-Bosse haben in der Causa Coutinho noch keine echte Tendenz, weil die Leistungen des Star-Leihspielers bisher schwankten. Natürlich gab es jene Momente – wie seinen Auftritt beim 6:1 gegen Werder Bremen –, in denen er zauberte und plötzlich unverzichtbar wirkte. Aber es gab in der Hinrunde auch genügend Partien, in denen Coutinho abtauchte und hinterher von Hansi Flick für sein schlechtes Defensivverhalten kritisiert wurde. Im Frühjahr dann, so tuschelte man, soll er zeigen, wozu er imstande ist. Heißt konkret: Für Coutinho geht es ab sofort um alles. Mindestens in 20, optimalerweise in 27 Spielen auf dem Weg zum möglichen Triple.

Er hat kaum Starallüren

Dass Flick ihn in den kommenden Wochen aufgrund der Ausfälle von Serge Gnabry und Kingsley Coman auf jeden Fall brauchen wird, kommt dem 27-Jährigen da freilich zugute. Im Trainingslager in Doha wurde er flexibel eingesetzt, mal als Achter oder Zehner, oft aber auch als Linksaußen. Für Coutinho, der im Sommer spät verpflichtet wurde, war die Woche in Katar besonders wichtig. Er hatte gute Momente (Traumtore) und schlechte (Steigerungsläufe, die ihn auslaugten). Nach der ersten kompletten Vorbereitung mit den Bayern gelten Ausreden wie im Herbst – noch nicht voll integriert, noch nicht ganz fit – nicht mehr.

Beim Mannschaftsabend gab er sein verspätetes Einstandsständchen zum Besten, die Einlage des einstigen Sommer-Hits „Ai Se Eu Te Pego!“ kam gut an. Coutinho ist offen, Starallüren hat er kaum, und auch auf dem Platz fühlt er sich zunehmend wohler. Flick gab zwar zu, dass er „im Zusammenspiel mit den anderen noch nicht genug integriert“ gewesen sei, versicherte aber: „Die Vorbereitung hat ihm sehr gutgetan.“ Nun erwartetet er sich „einen Sprung“ von Coutinho und hofft, dass er „gegen Hertha zeigt, was er für eine Klasse hat“.

Noch wichtiger wird das sein, wenn es in der Champions League gegen Chelsea und danach womöglich gegen andere Kaliber geht. Es liegt an Coutinho selbst, wie die Bayern ihr Geld investieren. Im Moment ist er nur die C-100-Millionen-Lösung. Aber das kann sich schnell ändern.

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