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Torwart Philipp Pentke im Einsatz gegen Leverkusen. 

Hoffenheim-Torwart

Philipp Pentke: Auf Wolke sieben

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Torwart Philipp Pentke glänzt für Hoffenheim als bemerkenswerter Vertreter des verletzten Oliver Baumann. Gegen Leverkusen ist Pentke der Matchwinner.

Als Philipp Pentke so alt war wie Kai Havertz, spielte er noch für die zweite Mannschaft des TSV 1860 München. Im für einen Fußballer schon fortgeschrittenen Alter von 34 Jahren ist der Torhüter, der bei der TSG Hoffenheim derzeit den verletzten Stammkeeper Oliver Baumann vertritt, auf einmal im Rampenlicht der Bundesliga. „Das bleibt auf jeden Fall lange im Gedächtnis“, sagte der überragende Keeper nach dem 2:1 gegen Bayer Leverkusen, an dem er mit zahlreichen Paraden großen Anteil hatte. Es war erst sein drittes Bundesligaspiel.

„Philipp war überragend“, lobte der Hoffenheimer Trainer Alfred Schreuder. „Was heißt hier ‚Man of the Match‘? Festgehalten hat er ja keinen, er hat sie alle nur abklatschen lassen. Ich würde mir wünschen, dass er den einen oder anderen auch mal festhält“, scherzte Kapitän Benjamin Hübner, um seinen Ausführungen noch die verdiente Lobeshymne folgen zu lassen. „Spaß beiseite: Er war absolut unser bester Spieler. Er hat unglaubliche Paraden gezeigt.“ Und auch den Fans gefiel es: Sie baten Pentke zum Feiern auf den Zaun, doch dem gebürtigen Sachsen war das zu viel.

Die Familie an erster Stelle

„In meinem hohen Alter will man nicht da oben rumklettern, ich klettere zu Hause schon genug herum“, sagte Matchwinner Pentke und ergänzte: „Ich genieße das auf meine Art. Es war nur ein Spiel. Ich bin froh, dass ich helfen konnte, und dann soll man mal auf dem Boden bleiben.“

Ein Erfolgsrezept habe er nicht. „In der Ruhe liegt die Kraft, sagt meine Mama immer.“ Die Gelassenheit kommt bei dem Torhüter, der sein erstes Bundesligaspiel zum Rückrundenauftakt gegen Eintracht Frankfurt (1:2) bestritt, nicht von ungefähr. Tochter Mexie-Sophia ist „das Wichtigste“ in meinem Leben, sagt der zu Saisonbeginn vom Zweitligisten Jahn Regensburg gekommene Schlussmann. Jede freie Minute nutze er nach eigener Aussage dazu, „meine Tochter zu bespaßen“.

Seine Lebenspartnerin ist die niederländische Handball-Nationalspielerin Maura Visser, die für den schwäbischen Bundesligisten SG BBM Bietigheim spielt. Sein Wechsel war deshalb auch privaten Gründen geschuldet. Die Familie wolle er „mehr und öfter sehen“. Statt früher 280 Kilometer fährt er von Hoffenheim nach Bietigheim nur rund 80 Kilometer. Zum privaten Glück gesellt sich jetzt noch eine sportliche Hochphase. Es könnte wirklich schlechter laufen. (dpa/sid/hel)

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