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Neymar am Boden, Phil Foden obenauf: Die Ausgangslage für das Rückspiel im Halbfinale der Champions League ist eindeutig.
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Neymar am Boden, Phil Foden obenauf: Die Ausgangslage für das Rückspiel im Halbfinale der Champions League ist eindeutig.

Champions League

Phil Foden, der Pep-Spieler

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Angreifer Phil Foden von Manchester City verkörpert alles, was sein Trainer Guardiola an einem Offensivspieler schätzt. Über einer Überflieger, der mit beiden Beinen auf dem Boden steht.

Den härtesten Strauß um Phil Foden hatte Manchester City mit Phil Foden auszufechten - der Mann ist beinharter United-Fan. Dass der Filius kicken konnte, besser als alle anderen in seinem Alter, hatten aber die Scouts von City früh erkannt, da ging der Junior noch in die primary school. Also warben sie ihn ab, sie schickten im Tickets für die Spiele im Etihad-Stadium, er durfte mit den Profis einlaufen, und als Phil junior elf Jahre alt war, stand er als Balljunge genau hinter dem Tor, in das Sergio Kun Agüero den Ball schoss und Manchester City so zum englischen Meistertitel. 2012 war das, aber da hatte City das imaginäre Rennen längst gewonnen - das Ausnahmetalent aus dem Vorort Stockport hatte sich den Hellblauen verschrieben, Vater Phil, der inzwischen mit Gattin Claire in einer vom Sohn finanzierten zwei Millionen Pfund teueren Villa wohnt, dürfte es verschmerzt haben.

Phil Foden, seit seiner Kindheit „Ronnie“ gerufen, zählt inzwischen längst zu einem der aufregendsten Jungprofis auf der Insel. Sein Marktwert wird auf 70 Millionen Euro taxiert, er ist Nationalspieler, Shootingstar bei ManCity, das heute Abend gegen Paris St. Germain (nach einem 2:1-Hinspielerfolg) den Einzug ins Champions-League-Finale klar machen will. „Er wird die nächste Klublegende werden“, sagt sein Trainer Pep Guardiola über ihn, unverkäuflich sei er, selbst wenn 500 Millionen Euro geboten würden. Foden, der sich gerne am linken Flügel aufhält, aber auch genauso häufig ins Zentrum zieht, ist so etwas wie der ideale Pep-Spieler, schnell in Kopf und Beinen, taktisch extrem gut ausgebildet, beidfüßig, immer auf Höhe der Situation, immer den besser postierten Mann im Blick. Er ist kein reiner Torjäger, obwohl er im Viertelfinale gegen Borussia Dortmund jeweils einen Treffer zu den beiden 2:1-Siegen beisteuerte, er besitzt Dynamik, Tempo und ein Auge für den letzten Pass. „Stockport-Iniesta“ hat man ihn mal getauft, weil er ähnlich spielt wie der große Spanier, und körperlich robust ist er auch noch für seine 20 Jahre.

Angeln statt ins Pub

Mit 17 hat er, der der City-Akademie entstammt, die auch BVB-Spieler Jadon Sancho durchlief, sein Debüt in der Premier League gegeben. Guardiola hat ihn gefördert, der Junge, U17-Weltmeister, müsse spielen, und zwar bei City und zwar sofort, und nicht, wie viele forderten, leihweise erst bei anderen Klubs. Längst ist Foden Stammspieler, er hat alle elf Champions-League-Spiele in dieser Runde mitgemacht (die City bis auf ein 0:0 in der Gruppe gegen den FC Porto alle gewonnen hat), in der Liga kommt er auf 25 Spiele, und dem oft verletzten Agüero, 32, dem er einst als Balljunge zujubelte, hat er den Rang abgelaufen. Es ist Foden der in den wichtigen Spielen in der Startelf steht, nicht Agüero, Raheem Sterling oder Gabriel Jesus.

Dieser Philip Walter Foden ist wegen seiner Bodenständigkeit kein gewöhnlicher Profi. Als seine Social-Media-Agentur nach dem Erreichen des Halbfinals einen frechen Tweet Richtung Kylian Mbappé absetzte („Are you ready?“), hat er die Zusammenarbeit sofort beendet. Er fand das unpassend. Die Einladung zur Meisterfeier 2018 in ein Pub hat er abgelehnt, weil er, wie das Fußballmagazin „FourFourTwo“ schrieb, lieber mit seinem Vater zum Angeln ging. Er trägt das Trikot mit der Nummer 47 im Gedenken an seinen Großvater, der mit 47 Jahren verstorben ist – für die neue Saison erhält er dann die Zehn von Klublegende Agüero, der City verlässt. Mit seiner Jugendliebe Rebecca erwartet er das zweite Kind. Einmal freilich hat auch er über die Stränge geschlagen, bei einem Länderspiel mit den Three Lions in Island hat er gegen Corona-Regeln verstoßen. Er wurde nach Hause geschickt, „einer der härtesten Momente meines Lebens“, sagt er.

Da klappte offenbar vieles in diesem jungen Leben. Der Gewinn der Champions League könnte noch dazu kommen.

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