Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Gewiefter Taktiker: Peter Peters, Co-Interimspräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).
+
Gewiefter Taktiker: Peter Peters, Co-Interimspräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Deutscher Fußball-Bund

Peter Peters übt die Rolle rückwärts

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
    schließen

Fußballfunktionär will nun doch Hut in den Ring werfen, um DFB-Präsident zu werden. Nicht alle finden das gut, aber manche schon.

Die Spatzen hatten es schon vom Dach gepfiffen: Nur wenige Tage, nachdem der langgediente DFB- und DFL-Funktionär Peter Peters via WDR-Interview darauf verzichtet hatte, als DFB-Präsident zu kandidieren, kassierte er seine Ankündigung. In der „FAZ“ sagte der 59-Jährige nun, er kandidiere, „wenn ich dafür die Unterstützung der Liga erhalten und von einem Landesverband von den Amateuren vorgeschlagen werde“.

Diese Aussage lässt sich nur so interpretieren, dass Peters sich der Unterstützung aus einigen Landesverbänden ebenso sicher sein kann wie aus dem Gros des Profilagers. Dem „Kicker“ sagte der Wahlkämpfer in eigener Sache denn auch: „Nach zahlreichen Gesprächen spüre ich das entsprechende Vertrauen, auch in den Reihen der Landesverbände.“

Nach FR-Informationen sollen zumindest die großen Landesverbände Westfalen und Niedersachsen Peters zugeneigt sein. Gerade unter den Zweitligisten gibt es aber auch Vorbehalte gegen den treuen Vasallen des zum Jahresende scheidenden DFL-Geschäftsführers Christian Seifert. Peters vertritt den DFB auch als mit mehr als 200 000 Euro pro Jahr dotierter Abgeordneter im Fifa-Council. Er benötigt dafür besser auch ein nationales Amt. Das als Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Fußball-Liga muss er Anfang kommenden Jahres abgeben (wohl an BVB-Boss Hans-Joachim Watzke). Denn Peters, ehemaliger Schalker Finanzvorstand, hat nach seinem Scheitern beim sportlich und finanziell schwer gebeutelten Erstliga-Absteiger keinen Job mehr im deutschen Profifußball.

Bei der DFB-Wahl am 11. März in Frankfurt haben die 36 Lizenzvereine ein Drittel der Stimmen, zwei Drittel vereinigen sich auf die Amateurverbände. Die haben am vergangenen Wochenende mehrheitlich entschieden, „für das Präsidentenamt einen Kandidaten oder eine Kandidatin aus dem Amateurbereich zu nominieren“.

Peters, derzeit mit Rainer Koch Co-Interimschef des DFB, hatte am vergangenen Montag als Reaktion auf den Beschluss der Landesverbands-Chefs zunächst geäußert: „Das muss man respektieren.“ Er habe „Interesse gezeigt, aber genauso deutlich gesagt, dass ich das nur mache, wenn ich das Vertrauen der Amateurvertreter habe“. Nun reicht ihm die Unterstützung einer profunden Minderheit der Amateure.

Die haben ihrerseits eine Findungskommission eingesetzt, um einen eigenen Kandidaten oder eine Kandidaten zu benennen. Als Favorit dieser Gruppe gilt Bernd Neuendorf, ein erfahrener SPD-Politiker aus Bonn, seit zwei Jahren Chef des Landesverbandes Mittelrhein. Dem 60-Jährigen ist es dem Vernehmen nach äußerst unangenehm, dass seine Person ohne sein aktives Zutun so früh gehandelt wird und er nun offenbar zwischen alle Fronten gerät.

Denn mit Spannung wird geschaut, wie sich die Frauen-Initiative um den ehemalige HSV-Vorstand Katja Kraus positioniert. Es darf erwartet werden, dass diese gut vernetzte Gruppe den Entwicklungen nicht tatenlos zuschaut. Sondern ihrerseits ein prominentes Kandidat:innen-Team als Doppelspitze benennt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare