1. Startseite
  2. Sport
  3. Fußball

Peter Peters kritisiert ein „Klima der Angst“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jan Christian Müller

Kommentare

Peter Peters will DFB-Präsident werden.
Peter Peters will DFB-Präsident werden. © Guido Kirchner/dpa

Das mit den Hessen Silke Sinning und Ralf Viktora besetzte Team des Kandidaten Peter Peters kritisiert den Co-Interimschef des DFB, Rainer Koch, und vermisst Fairness im Wahlkampf.

Pünktlich auf die Minute schalten sich Peter Peters, Silke Sinning und Ralf Viktora ins Interview als Videokonferenz über Teams. Erst nach 90 Minuten ist Schluss. Die drei wollen künftig den Deutschen Fußball-Bund führen und treten zur Kampfabstimmung am 11. März in Bonn als Team an.

Peter Peters will DFB-Präsident werden. Er wird im Juni 60, wohnt in Dortmund, war von 1994 bis 2020 Finanzvorstand von Schalke 04 und ist deutscher Abgeordneter in der Regierung des Weltfußballverbands Fifa.

Silke Sinning , 52, will DFB-Vizepräsidentin für Diversität und Nachhaltigkeit werden. Sie lehrt an der Universität Koblenz-Landau Sportpädagogik und Sportsoziologie und ist Vorsitzende des Frauen- und Mädchenfußballausschusses des HFV sowie Mitglied des Ausschusses für Frauenfußball im DFB.

Ralf Viktora will DFB-Schatzmeister werden. Der 50-Jährige ist Prokurist einer Frankfurter Unternehmensberatung und Schatzmeister des Hessischen Fußballverbandes (HFV). Er war elf Jahre lang DFB-Schiedsrichter. jcm.

Frankfurter Rundschau: Frau Sinning, die Deutsche Fußball-Liga hat schon eine Chefin und keinen Chef mehr. Wie finden Sie das?

Silke Sinning: Ich finde, dass eine Frau ausgesucht wurde…

Peter Peters: ...von mir übrigens... (lacht)

Sinning: … gut gemacht, Peter. Also: Das finde ich gut, weil es zeigt, dass Frauen auch im Fußball wichtige Rollen übernehmen können. Aber Diversität bedeutet mehr: Wir müssen auch vermehrt junge Menschen zu uns holen und aufmerksamer zuhören, was sie wollen. Wir sind zudem ein multikulturelles Land. Auch diese Vielfalt müssen wir besser abbilden.

Warum stolpert der DFB da hinterher?

Sinning: Weil er erst noch lernen muss, sich zu öffnen.

Herr Peters, die neue DFL-Geschäftsführerin Donata Hopfen hat in einem Interview Supercup-Spiele mit deutschen Spitzenteams in Saudi-Arabien nicht ausgeschlossen. Wie stehen Sie dazu?

Peters: Es gibt klare Grenzen im Sinne unserer Traditionen und Werte. Auf diese hat Frau Hopfen ja hingewiesen.

Der dänische Fußballverband hat bereits zahlreiche Aktionen angekündigt, um die Weltmeisterschaft in Katar zu begleiten. Was planen Sie als möglicher DFB-Präsident?

Peters: Ich war in meiner Funktion als Mitglied des Fifa-Councils beim Arab Cup in Katar und habe dort viele Gespräche geführt. Es liegt auf der Hand, dass wir uns in Katar um Projekte kümmern sollten, die mit den Themen Menschenrechte, Frauen und Frauenfußball beschäftigen. Wir haben das offen mit den Kataris besprochen. Es sollte nicht darum gehen, im Gastgeberland zu provozieren, sondern darum, Dinge positiv zu verändern. Das erreicht man am besten im Miteinander. Ich bin dabei auf offene Ohren gestoßen. Wir müssen und werden aus den Erkenntnissen zur Vorbereitung und Umsetzung dieser WM lernen und zukünftig unserer Kriterien und mögliche Konsequenzen noch klarer festlegen.

Herr Viktora. Sie wollen DFB-Schatzmeister werden. Der derzeitige Schatzmeister Stephan Osnabrügge sagt, der DFB müsse aufpassen, dass er nicht zu viel Geld ausgibt. Hat er Recht?

Ralf Viktora: Natürlich hat er Recht. Genau da wollen wir im Fall unserer Wahl ansetzen. Wir haben jetzt per Rundschreiben die Information erhalten, dass Sichtungsturniere aus Kostengründen abgesagt werden mussten. Damit können wir uns keineswegs identifizieren. Solche Turniere sind doch das für die Zukunft ganz wichtige Butter-und-Brot-Geschäft des DFB. Also müssen wir Kosten woanders einsparen.

Herr Peters, in diesem Zusammenhang: Es versteht an der Basis niemand, warum der DFB den vor drei Jahren erst eingerichteten Vergütungsausschuss wieder abschaffen will, der darüber wacht, dass ehrenamtliche Funktionäre bescheiden bleiben. Haben Sie diesen Antrag des DFB-Präsidiums auch mit unterstützt?

Peters: Nein. Geplant ist jetzt eine Honorarordnung, die von den Delegierten des Bundestages verabschiedet wird und die die Zuwendungen transparent offenlegt. Aber ich kenne diese Honorarordnung noch nicht.

Frau Sinning, die Frauengruppe „Fußball kann mehr“ hat einen maximal negativen Eindruck vom DFB bekommen. Die Frauen finden, sie wurden als Bedrohung wahrgenommen, nicht als Chance. Gehen Sie da mit?

Sinning: Ich habe ein ganz ähnliches Gefühl. Die Frauen wollten völlig zu Recht eine inhaltliche Debatte anstoßen. Auch ich möchte gerne Themen anstoßen, die mir wichtig sind. Aber ich werde immer wieder nur auf meine Kandidatur angesprochen. Das stört mich.

Es gibt im DFB-Präsidium ein einzige Frau, die über 70 Jahre alte Hannelore Ratzeburg, die wegen ihres hohen Alters nicht wiedergewählt werden darf. Sind daran nur die alten weißen Männer Schuld?

Sinning: Verantwortlich dafür ist die Struktur. Die Position von Frau Ratzeburg ist bewusst als Vizepräsidentin für den Frauen- und Mädchenfußball beschrieben.

Und ehrlicherweise, Frau Sinning: Sonst hat die gute Frau Ratzeburg nichts zu sagen.

Sinning: Der Frauen- und Mädchenfußball ist schon ein sehr großes Handlungsfeld, den sie bearbeiten muss. Bei allen anderen Themen sitzt sie mit im Präsidium und muss sich dort entsprechend zu den jeweiligen Themen und Fragen einbringen. Für alle anderen Positionen werden vorab in den Regional- und Landesverbänden entsprechende Personen nominiert. Eine weitere Frau könnte es danach eigentlich nur ins DFB-Präsidium schaffen, wenn sie Präsidentin in einem Landes- bzw. Regionalverband wäre. Wenn man es bei diesem Schema beließe, würde es noch viele Jahre dauern, bis eine zusätzliche Frau im DFB-Präsidium aufschlagen könnte.

Die Frauengruppe wollte die Strukturen sogar soweit aufbrechen, dass eine Doppelspitze aus Mann und Frau an der DFB-Spitze installiert wird. Wäre das nicht eine wunderbare Botschaft nach außen und hätte auch dem Verband guttun können?

Sinning: Was die Botschaft angeht, gebe ich Ihnen Recht. Ob es dem DFB guttut? Grundsätzlich bin ich der Meinung: Vier Augen sehen mehr, vier Ohren hören mehr. Aber das funktioniert nur in einem harmonischen Verhältnis. So wie Peter, Ralf und ich das gerade mit sechs Augen und sechs Ohren tun. Und Sie sehen ja seit einiger Zeit, was passiert, wenn eine Doppelspitze nicht vertrauensvoll miteinander arbeitet.

Das stimmt allerdings. Das Verhältnis von Ihnen, Herr Peters, zu Ihrem Co-Interimspräsidenten Rainer Koch ist zerrüttet. Warum trauen Sie Koch nicht mehr?

„Rainer Koch lenkt Konferenzen in seinem Interesse“

Peters: Weil wir in wesentlichen Angelegenheiten unterschiedlicher Meinung waren. Für mich ist das eine Frage der Kultur. Ich stehe für eine andere Form der Zusammenarbeit und Entscheidungsfindung. Es macht doch keinen Sinn, zukünftig weiter zusammen zu arbeiten, wenn kein Vertrauen vorhanden ist. Darauf weise ich lieber vor der Wahl hin als später wieder Probleme zu haben. Und andersherum gilt das ja meinen Informationen zufolge auch. Es ist kein Geheimnis, dass Rainer Koch die Konferenzen der Regional- und Landesverbände in seinem Interesse lenkt.

Rainer Koch weist darauf hin, dass seit dem Amtsantritt des bereits wieder zurückgetretenen Fritz Keller von 358 Abstimmungen im DFB-Präsidium nur zehn nicht einstimmig ausgefallen seien und davon zwei nur knapp. Sind Sie, Herr Peters, nicht auch ein Vertreter des „alten“ DFB?

„Ich bin mit dem alten DFB unzufrieden“

Peters: Ich bin mit dem alten DFB unzufrieden. Ich will etwas ändern, sage deutlich: So können wir nicht mehr weitermachen, so können wir nicht mehr miteinander umgehen. Das kann ich doch nicht an der Anzahl der Abstimmungen festmachen. Viele wesentlichen Punkte sind doch gar nicht zur Abstimmung gekommen. Ich will keine rückwärts gerichteten Vorwürfe, ich möchte zukünftig besser gestalten. Die Frage nach den Abstimmungen suggeriert: Es war scheinbar alles gut. Da sage ich klar: Nein, es war eben nicht gut. Nur wer Fehler analysiert und einsieht, kann es besser machen. Diese Erfahrung bringe ich konsequent ein. Deswegen werbe ich für Veränderungen. Ich für mich stelle jedenfalls fest, dass in kritischen kontroversen Fragen und Diskussionen zuweilen ein Klima der Angst herrscht. Das hemmt und belastet Menschen. Das alte Team hat nicht funktioniert, deswegen stellen wir drei uns als neues Team zur Wahl.

Wie nehmen Sie Kochs Reaktion auf Ihre Kandidatur wahr?

Peters: Er scheint böse mit mir zu sein, weil ich mich klar gegen ihn positioniert habe. Aber ich finde, es ist doch viel besser, dass wir solche Fragen im Vorfeld erörtern, als dass wir, wie in der Vergangenheit, nach fünf Monaten Amtszeit erkennen: Es funktioniert schon wieder nicht und wir geraten ins nächste Desaster. Ich finde das aktuelle Vorgehen völlig in Ordnung: Er will mich nicht, ich will ihn nicht. Die Delegierten entscheiden.

Frau Sinning, Sie lächeln. Was denken Sie über Rainer Koch?

„Bernd Neuendorf steht an der Seite von Rainer Koch“

Sinning: Ich denke, dass es an der Zeit ist, den Staffelstab weiter zu geben. Und außerdem ist es an der Zeit, dass wir einen Präsidenten brauchen, der visionär denkt. Es ist doch völlig klar, dass Kandidat Bernd Neuendorf an der Seite von Rainer Koch steht. Die Delegierten müssen entscheiden: Wollen sie Neuendorf und Koch oder wollen sie Peter Peters und sein Team? Wollen sie in den alten Strukturen weitergehen oder einen neuen Weg einschlagen?

Herr Viktora, die Kandidatur von Ihnen und Frau Sinning hat im Hessischen Fußballverband für heftige Irritationen gesorgt, weil nämlich ihr Präsident Stefan Reuß sich bereits auf den anderen Kandidaten Bernd Neuendorf festgelegt hatte. Hat es inzwischen ein klärendes Gespräch mit Reuß gegeben?

Viktora: Am Wochenende tagt der Verbandsvorstand, zu dem wir ja auch gehören. Beide DFB-Präsidentschaftskandidaten werden sich dort auch vorstellen.

Werden Sie weiter in der hessischen Verbandsführung bleiben, wenn Sie mit Ihrer Kandidatur im DFB scheitern sollten oder hören Sie auf, weil es keine Vertrauensbasis mit Reuß und Vize Torsten Becker mehr gibt?

Viktora: Wir sind ja gerade erst gewählt worden beim Verbandstag. Ich denke, dass wir weiterhin professionell zusammenarbeiten können. Warum auch nicht? Stefan Reuß und Torsten Becker haben Ihre Meinung, Silke Sinning und ich unsere Meinung. Beide Seiten haben sie kundgetan. Daran kann ich nichts Verwerfliches erkennen.

Sinning: So ein Verbandspräsidium lebt doch auch davon, dass es hin und wieder unterschiedliche Meinungen gibt. Ich habe nicht verstanden, dass wir so in die Ecke gedrängt wurden.

Weil Ihnen die Pistole auf die Brust gesetzt wurde von der hessischen Verbandsspitze: Entweder raus aus dem Präsidium des Hessischen Fußballverbandes oder raus aus dem „Team Peters“?

Silke Sinning: „Ich habe extremen Druck verspürt“

Sinning: Ja genau. Ich habe da einen extremen Druck verspürt. Das hat mich sehr getroffen.

Herr Viktora, der Anfang des Jahrtausends vereinbarte Grundlagenvertrag zwischen DFB und DFL wurde 2009 geändert. Seitdem muss die Bundesliga höchstens sechs Millionen Euro pro Jahr an die Amateure zahlen. Kritiker sagen, ohne diese Deckelung könnten es bis zu 30 Millionen Euro per anno sein. Wie stehen Sie dazu?

Viktora: Das ist in der Tat eine zentrale Frage. Wir müssen dabei die Erwartungen von jeder Seite berücksichtigen.

Das klingt sehr diplomatisch. Viele Amateurvertreter fühlen sich schlicht über den Tisch gezogen von der mächtigen Bundesliga. Welche Erwartungen haben Sie?

Viktora: Die Landesverbände erwarten, dass insgesamt mehr Geld zur Verfügung gestellt wird. Das ist folgerichtig. Aber auch die Bundesligaklubs haben Interessen. Ich kann nachvollziehen, dass die sehr genau wissen wollen, was mit dem Geld geschieht.

Verstehen Sie das Misstrauen vieler Landesverbände gegen den Topmanager Oliver Bierhoff und seine Direktion, die offenbar viel Geld für das „Projekt Zukunft“ zur Talentförderung ausgeben darf?

Ralf Viktora: Projekt Zukunft fehlt es an Transparenz

Viktora: Vertrauen in dieses Projekt wäre geschaffen worden, wenn verantwortliche Personen aus den Landesverbänden frühzeitig mit eingebunden worden wären. Beim „Projekt Zukunft“ ist das offensichtlich nicht geschehen. Da fehlte es an Transparenz. Das hat zu Unmutsbekundungen geführt. Wir müssen über solche Themen künftig früher und breiter diskutieren.

Herr Peters, der DFB hat Bremen auf Druck der DFL 2014 ein klitzekleines Länderspiel gegen Gibraltar entzogen. Finden Sie es nicht hochmütig, für die von Gerichten bestätigte und von der weiten Mehrheit der Bevölkerung unterstützte Bremer Haltung zur Kostenbeteiligung des Fußballs an Polizeieinsätzen die Fans im Norden weiter zu bestrafen?

Peters: Ich habe die Entscheidung gegen Länderspiele in Bremen seinerzeit unterstützt. Es gab eine klare Vereinbarung des Fußballs mit allen 16 Bundesländern, wie wir mit der Angelegenheit umgehen: Der Fußball erhöht seine Investitionen in Prävention und Fanarbeit massiv, gleichzeitig verzichtet die Politik auf Gesetze in Sachen Polizei-Kosten. Zumal der Fußball ja nicht Verursacher von Gewalt ist, sondern Opfer. Diese Abmachung wurde einseitig vom Land Bremen verletzt. So einen Vertrauensbruch auch noch zu honorieren, wäre falsch gewesen. Das letzte Wort wird voraussichtlich das Bundesverfassungsgericht haben.

Frau Sinning, nach Ansicht der allermeisten Beobachter befinden Sie sich mit Ihrer Kandidatur gerade auf einer Art „Mission Impossible“. Warum haben Sie sich das angetan?

Sinning: Ich habe selbst Fußball gespielt, als Trainerin gearbeitet und bin nun 16 Jahre ehrenamtlich tätig. Ich habe da viel gelernt. Jetzt möchte ich diesen erheblichen Imageverlust des DFB in den Mittelpunkt rücken, etwas zurückgeben und mithelfen, aus dieser Krise herauszukommen.

Peters: Da würde ich mich gerne einschalten. Diese Wahl steht ja ganz offenkundig auch unter der Überschrift: „Die feststehende Prognose.“

Sie meinen, Ihre vermeintliche Chancenlosigkeit?

Peter Peters: Es wird Stimmung gemacht

Peters: Ganz genau. So versucht man von interessierter Seite, die Wahlen zu beeinflussen. Erst wurde gesagt, ach, der Peters wird doch sowieso nicht vorgeschlagen. Dann wurde ich vorgeschlagen, prompt hieß es, der Peters findet doch niemanden aus den Landesverbänden, der ihn unterstützt. Dann taten das Silke und Ralf. Und schließlich höre ich pausenlos, der Peters gibt doch sowieso vorher noch auf. Ich könnte noch mehr Beispiele bringen. Bisher ist alles so gekommen, wie ich es mir vorgenommen hatte. Gewählt wird am 11. März, erst dann gibt es ein Ergebnis.

Herr Viktora, das klingt sehr kämpferisch. Was tun Sie, um die rund 200 Wahlfrauen und Wahlmänner zu überzeugen?

Viktora: Indem wir mit ihnen reden. Im DFB 2.0 muss ohnehin viel mehr miteinander als übereinander gesprochen werden. Wir werden in den Gesprächen versuchen darauf hinzuwirken, dass ein paar Kartenhäuser einbrechen und Leute überlegen: War es denn wirklich immer so, wie uns vorgegaukelt wurde?

Frau Sinning, Herr Viktora hat ja schon gesagt, dass er auf jeden Fall nur dann Schatzmeister werden will, wenn Peter Peters gewählt wird. Werden Sie auch nur in diesem Fall ins DFB-Präsidium wollen oder können Sie sich das auch anders vorstellen?

Sinning: Nein. Das kann ich mir nicht anders vorstellen.

Werden Sie alle drei auch eine Wahlkampfrede halten können?

Peters: Das hoffe ich doch sehr. Ich halte für absolut erforderlich, dass wir uns die Reden der Kandidaten vor der ersten Wahl anhören und alle die Chance bekommen zu sagen, was sie wollen und was und wen sie nicht wollen. Und auch artikulieren, wofür sie stehen und was sie können.

Demokratie also?

Peters: Ja. Und um zu verhindern, dass nicht wieder Leute zusammengeführt werden, die gar nicht miteinander können. Was ich für mein Team klar sagen kann: Bei uns gibt es kein „Weiter so“.

Erwarten Sie beim Bundestag erstmals eine offene Debatte und Leute, die sich trauen aufzustehen und ihre Meinung zu sagen?

Peters: Zwischen Erwartung und Hoffnung besteht da leider ein Unterschied. Ich würde eine solche Debattenkultur sehr begrüßen.

Sinning: Wir fänden es übrigens auch gut, wenn sich die beiden Kandidaten für das Amt des DFB-Präsidenten auf der DFB-Homepage präsentieren könnten. Dieses Ansinnen haben wir beim DFB auch vorgebracht. Bisher ohne Erfolg.

Es gibt zwei Kandidaten als Schatzmeister. Nur einer, Stephan Grunwald aus Schleswig-Holstein, den Neuendorf für sein Team benannt hat, wird auf der DFB-Seite erwähnt. Ralf Viktora wird ignoriert. Nehmen Sie das wahr?

Sinning: Selbstverständlich. Ralf Viktora wurde von den Landesverbänden bisher noch nicht angehört. Ich gehe davon aus, dass dies noch geschieht. Um es klar zu sagen: Ralf Viktora ist ein Mann der Basis. Es ist aus meiner Sicht logisch, ihm eine Chance zu geben, sich vorzustellen.

Herr Peters, Ihr Konkurrent Bernd Neuendorf hat sich bereits festgelegt, dass Heike Ullrich von der Stellvertreterin zur Generalsekretärin befördert wird. Es heißt, Sie könnten den vormaligen Assistenten des Präsidenten Keller, Samy Hamama, reaktivieren, der inzwischen für Eintracht Frankfurt arbeitet?

Peters: Der hat doch dort einen sehr guten Job. Die Information ist falsch.

Wer wird es also?

Peters: Ich bin der Meinung, diese Person sollte in einem transparenten Prozess nach dem Bundestag auf Vorschlag des neuen Präsidenten sorgfältig und klug ausgewählt werden. Entsprechende Satzungsänderungen wurden einvernehmlich beantragt.

Könnten Sie auch im Fifa-Council bleiben, wenn Sie kein Spitzenamt im DFB mehr innehaben?

Peters: Das geht.

Das ist also nicht Ihre Motivation, Präsident zu werden?

Peter Peters: „Diese Frage beleidigt mich“

Peters: Ich bin selten beleidigt. Aber diese Frage beleidigt mich in der Tat. Ich trete an, weil ich Fehler der Vergangenheit verhindern und den DFB in eine gute Zukunft bringen will. Und glauben Sie mir: Dieses Amt wird kein Vergnügen. Wer das glaubt, macht schon den ersten Fehler. Das wird ein knallhartes Umorganisieren, damit sich alle im DFB zukünftig besser fühlen. Es darf so doch nicht mehr weitergehen. Das ist meine Triebfeder.

Interview: Jan Christian Müller

Teams-Interview mit Peter Peters (links), Silke Sinning und Ralf Viktora.
Teams-Interview mit Peter Peters (links), Silke Sinning und Ralf Viktora. © jcm

Auch interessant

Kommentare