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Perfekt abgerutscht

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Von: Frank Hellmann

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Sieht unglücklich aus bei dieser Fackel: 05-Torwart Robin Zentner. Foto: Imago Images
Sieht unglücklich aus bei dieser Fackel: 05-Torwart Robin Zentner. Foto: Imago Images © IMAGO/Jan Huebner

05-Torwart Robin Zentner sieht wie die ganze Mainzer Mannschaft beim 0:3 gegen den Vfl Wolfsburg nicht nur beim flatterhaften Gegentor selten gut aus.

Es gibt Fußballspiele, von denen bleibt am Ende vor allem eine Szene im Gedächtnis. Viele der 26 750 Augenzeugen, die sich das vor allem ergebnistechnisch völlig misslungene Heimspiel des FSV Mainz 05 gegen den VfL Wolfsburg (0:3) ansahen, erinnern sich bald vermutlich nur noch an das kuriose Gegentor zum 0:2. Wie bloß konnte dieser Freistoß von Wolfsburgs Kapitän Maximilian Arnold, aus weit mehr als 30 Metern eher als Flanke gedacht, direkt ins Mainzer Tor fliegen?

„Ich wollte ihn schon scharf aufs Tor bringen, der ist mir schon irgendwie perfekt abgerutscht. Der ist super geflogen“, sagte der VfL-Anführer, der wenige Tage vor der Nominierung ein Ausrufezeichen an Bundestrainer Hansi Flick schickte. Es gebe nun „schlechtere Karten“, scherzte der 28-Jährige. Wenn er bei seinem Versuch „die Leinwand kaputt geschossen hätte“ etwa, dann nämlich wäre sein Auftritt sicherlich „völlig uninteressant gewesen“.

VfL-Trainer Niko Kovac schwärmte von der „Fackel“ seines Antreibers, selbst die Mainzer zeigten sich angesichts des Treffers beeindruckt – auch wenn Torhüter Robin Zentner eine unglückliche Figur machte. „Es ist unglaublich, wie er den Ball schießt. Ich mache dem Robin keinen großen Vorwurf“, sagte Sportdirektor Martin Schmidt. Vorwürfe gab es auch von Trainer Bo Svensson nicht: „Der Ball ist geflattert. Das war nicht angenehm.“

Zentner selbst konnte sich nicht daran erinnern, schon einmal solch ein kurioses Tor kassiert zu haben. „Ich werde mir das nochmal anschauen. Momentan weiß ich nicht, ob ich etwas anders hätte machen können“, sagte der 28-Jährige zu der Schlüsselszene nach 70 Minuten.

So herrschte auf Mainzer Seite hinterher viel Ratlosigkeit vor. Trotz einer guten Vorstellung lagen die Hausherren zur Halbzeit durch ein Tor von Patrick Wimmer (33.) völlig unnötig zurück. Mainz hatte bei Chancen durch Marcus Ingvartsen und Dominik Kohr Pech. „Wenn wir da in Führung gehen, läuft das Spiel in unsere Richtung. So wie wir angefangen haben und wie unser Plan aufgegangen ist, hatte man eher das Gefühl, dass wir heute als Sieger vom Platz gehen“, sagte der ehemaliger Frankfurter Kohr.

Mit einer gnadenlosen Effizienz wiesen die Gäste die anfangs mutig agierenden Rheinhessen in die Schranken. Doch bereits kurz nach der schmerzhaften fünften Saisonniederlage richteten sich die Blicke der Nullfünfer auf die anstehende Aufgabe beim FC Schalke 04.

Ridle Baku will zur WM

„Der Start in die englische Woche war kein guter. Man nimmt aber die gute Leistung mit. Am Mittwoch ist es ein neues Spiel und ein neuer Gegner. Wir müssen diese Effizienz und dieses Spielglück auf unsere Seite ziehen“, sagte Schmidt. Allerdings mahnte der Schweizer, man dürfe sich nicht auf den nach der Begegnung gemachten Komplimenten ausruhen: „Ein gutes Spiel, eine gute Leistung und ein paar Schulterklopfer nützen nichts.“

Eine Zustandsbeschreibung, die auch auf den ehemaligen Mainzer Ridle Baku zutraf. Noch hofft der 24-jährige Allrounder auf eine Nominierung für die WM, weil er nun in Mainz das zweite Mal in Folge zum 3:0-Endstand traf (84.). Dazwischen liegen aber viele Monate, in den auch der gebürtige Mainzer seiner Form weit hinterherlief.

Trotzdem will er den Traum von einem Platz in Flicks Kader nicht begraben. „Die WM will jeder spielen, ich auch“, sagte Baku an alter Wirkungsstätte fast schon trotzig. „Ich bin jetzt wieder besser drauf. Ob man das registriert, weiß ich nicht.“ hel/dpa/sid

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