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Rücksichtslos in die Beiden: Paulo Otavio fliegt in Munas Dabbur hinein. Foto: Hübner
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Rücksichtslos in die Beiden: Paulo Otavio fliegt in Munas Dabbur hinein.

Bundesliga

Paulo Otavio vom VfL Wolfsburg: Mit der Axt

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Das Spiel der TSG Hoffenheim gegen den VfL Wolfsburg bringt nicht nur einen Heimsieg hervor, sondern auch die Auferstehung der fiesen Beinschere.

Solch ein Foul, das der Brasilianer Paulo Otavio an Munas Dabbur von der TSG Hoffenheim in der Nachspielzeit beging, diese mit Anlauf eingesprungene Beinschere, so eine rücksichtslose Attacke von hinten hat die Bundesliga lange nicht mehr gesehen, vielleicht zuletzt als die Förster-Brüder rumholzten oder Jürgen Kohler oder Uli „die Axt“ Borowka oder Sergej Gorlukowitsch, aber doch nicht anno 2021.

Was hat sich der für den VfL Wolfsburg seit zwei Jahren hinten links verteidigende Paulo Otavio dabei nur gedacht, als er Sekunden vor dem Schlusspfiff den allein aufs verwaiste Wölfe-Tor sprintenden TSG-Stürmer derart brutal umtrat? Das Spiel war eh verloren, wozu diese Notbremse, ob 1:2 oder 1:3 wäre egal gewesen. Viel dürfte es nicht gewesen sein, könnte man meinen. Aber das stimmt nicht. Otavio, vor 26 Jahren in Ourinhos, im Süden Brasiliens, geboren, hat sich seine Gedanken gemacht, und diese hat er hinterher in einem sehr ausführlichen, pathetischen Text auf Instagram veröffentlicht. Da war viel von „Alptraum“ die Rede, von „Liebe“, von „Urteilen“, die schnell gefällt seien, und von „Fehler, die Menschen“ begehen, es war die Rede von seinen Träumen, wie er „lächelnd als Held“ den Platz verlassen möchte und nie gedacht habe, es im Fußball „so weit zu bringen“. Otavio, der zuvor in Linz und in Ingolstadt gespielt hat und bisher in seiner schon acht Jahre währenden Laufbahn nie vom Platz gestellt wurde, wollte ein Foulspiel begehen, ja, „ich glaubte, ein Foul wäre in diesem Moment die richtige Entscheidung“, um ein Tor zu verhindern, schrieb er am Samstagabend. Aber: Er habe sich nie vorstellen können, dass es so schlimm aussehen würde, niemals wollte er den Kollegen verletzen. „Gott sei Dank“ sei nichts Schlimmeres passiert. Für den Angriff entschuldigte er sich auch umgehend bei Dabbur.

Paulo Otavio, der eine der klarsten Roten Karten aller Zeiten sah, wird für sein rüdes Einsteigen lange gesperrt werden, vier, fünf Partien dürfte der ansonsten eher spielerisch daherkommende Linksverteidiger dem VfL fehlen. Sein Trainer Oliver Glasner hofft dennoch auf Milde. „Zuerst mal gut, dass sich Munas Dabbur nicht verletzt hat“, vielleicht falle deswegen die Sperre nicht so drastisch aus. Vielleicht auch nicht.

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