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Galt sie früh als Toptalent: Pauline Bremer.

Frauen-Nationalmannschaft

Pauline Bremer: Die Stehauffrau

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Fünf Jahre nach ihrem ersten Auftritt in Wembley wäre die für Manchester City spielende Pauline Bremer schon glücklich, wenn ihr beim Frauen-Länderspiel England gegen Deutschland ein erneuter Kurzeinsatz vergönnt wäre.

Der gute Vorsatz fürs neue Jahr ist längst gefasst. Martina Voss-Tecklenburg will künftig häufiger auf die Insel reisen. Der London-Trip mit der deutschen Frauen-Nationalmannschaft zum Testspiel gegen England im ausverkauften Wembleystadion am heutigen Samstag (18.30 Uhr MESZ/ Eurosport) soll deshalb kein singuläres Ereignis für die Bundestrainerin sein, weil zwei ihrer Nationalspielerinnen in der Women’s Super League (WSL) spielen. Pauline Bremer seit 2017 für Manchester City, Leonie Maier seit Sommer für die Arsenal Ladies.

Einen besseren Eindruck vom Leistungsstand, vom Spieltempo, von den Rahmenbedingungen, findet Voss-Tecklenburg, könne sie nur bei einer Live-Beobachtung einholen. Und gerade bei Bremer möchte die 51-Jährigen mit Blick auf die Frauen-EM 2021 in England noch genauer hinsehen. „Ich kannte sie gar nicht so richtig“, gibt Voss-Tecklenburg zu, die ihre Nicht-Berücksichtigung für die WM in Frankreich indes alleine „auf Leistungsgründe“ schiebt.

Bernd Schröder war ihr Lehrmeister

Jetzt sei die 23-Jährige nach langer Verletzungspause endlich auf einem guten Wege. Grundsätzlich gefällt ihr der Charakter der Stehauffrau. „Sie empfindet alles als Bereicherung, egal ob es positiv oder negativ ist.“ Nicht wenige sind ja der Meinung, dass die vielseitige Akteurin nach der Nominierung für die Frauen-WM 2015 auf kanadischem Kunstrasen bei keinem größeren Turnier mehr gebraucht wurde, weil das ehemalige Toptalent von Turbine Potsdam früh ins Ausland wechselte. Die Ausbootung vor den Olympischen Spielen 2016 und der Europameistersacht 2017 empfand sie „beide Male als eine große Enttäuschung.“

Bei Turbine Potsdam galt sie früh als Toptalent, das noch in die harte Schule eines Bernd Schröder ging. Der Lehrmeister fluchte 2015 bei ihrem Weggang zum französischen Spitzenklub Olympique Lyon, weil er den Wechsel als voreilig empfand. „Ich bereue keinen Schritt“, entgegnet Bremer bis heute trotzig. Die 18-fache Nationalspieler war diejenige, die gerade im Trainingscamp an der deutsch-niederländischen Grenze gegenüber den Mitspielerinnen „ihre Erfahrungswerte vom Boom des englischen Frauenfußball platzieren sollte“ (Voss-Tecklenburg).

Der heilige Rasen von Wembley

England ist zur gefragten Adresse für die weltbesten Spielerinnen geworden. Viele der großen Männer-Marken investieren in den Frauenfußball. Wobei Bremer erzählt, dass sie bei den Citizens einen Kontakt zu Leroy Sané oder Ilkay Gündogan höchstens mal bei einer Werbeaktion oder Weihnachtsfeier hat. „Die Männer leben in einer eigenen Welt.“ Dennoch strömten mehr als 31.000 Zuschauer zur Saisoneröffnung der Womens Super League (WSL) ins Etihad Stadium, um das Derby gegen Manchester United zu erleben.

Natürlich fiebert Fußball-England an diesem Wochenende auf das Spitzenspiel der Premier League zwischen Liverpool und Manchester City (Sonntag 17 Uhr) hin, aber das einen Tag zuvor 90.000 Tickets für ein Länderspiel der „Lionesses“ verkauft sind, ist mehr als eine Randnotiz. „In England sind die Menschen generell fußballverrückt. Die Vermarktung dieser Highlights zieht der Verband richtig groß auf“, erklärt Bremer. Hinzu käme der „Wembley-Faktor“, denn das Jugendliche unter 16 Jahren für nur ein Pfund in die Kultstätte kommen, gab es noch nicht.

Dass der Frauenfußball auf breiter gesellschaftlicher Ebene auf der Insel einen Anker setzt, geht an Bremer nicht vorüber. Sie stand übrigens bereits vor fünf Jahren auf dem heiligen Rasen, als dieselbe Konstellation 45.619 Augenzeugen anlockte. In der Schlussphase durfte sie damals für Simone Laudehr noch mitmachen. Auch diesmal würde ihr ein Kurzeinsatz vor der fast doppelten Zuschauerzahl schon reichen. „Ich freue mich über jede Minute, die ich spielen darf.“

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