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Passt Max Eberl zu RB Leipzig?

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Von: Jan Christian Müller

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Max Eberl.
Max Eberl. © dpa

Max Eberl soll vor einer Anstellung bei RB Leipzig stehen - manch Befremden darüber ist nachvollziehbar. Ein Kommentar.

Als Max Eberl im Januar Borussia Mönchengladbach verließ, haben die Menschen im Land mit dem Mann gefühlt, der seinem Klub 23 Jahre lang die Treue gehalten und oft hervorragende Arbeit geleistet hatte. Es gab bei seiner Abschiedspressekonferenz Tränen des scheidenden Sportchefs, es gab aber auch einen als kaltherzig empfundenen Präsidenten Rolf Königs, der distanziert verlauten ließ, man habe den Abgang „nicht akzeptiert, sondern respektiert“.

Eberl seinerseits sagte auch diesen Satz: „Ich will mit Fußball nichts mehr zu tun haben.“ Da schien sich einer schmerzlich von dem Unterhaltungsgeschäft und dessen Auswüchsen entfremdet zu haben. Man hätte glauben können, der 48-Jährige suche sich etwas ganz anderes, um künftig eine ausgewogenere Work-Life-Balance zu erlangen.

Insofern ist das Befremden über eine offenbar doch recht zeitnah bevorstehende Anstellung bei RB Leipzig, das aus dem Hause seines De-facto-Noch-Arbeitgebers zu erspüren ist, sogar nachvollziehbar. Entsprechend unnachgiebig dürfte die Borussia die Ablöseverhandlungen führen. Nachvollziehbar erscheint auch, dass Fans des Traditionsklubs besonders irritiert reagieren. Vornehmlich darüber, dass Eberl offenbar vorhat, zu einem kompletten Gegenmodell ihres Herzensvereins zu wechseln.

Diesem Gegenmodell, das auf den Namen Red Bull lieber hört als auf Rasenball, dürfte Max Eberl besser zu Gesicht stehen als andersherum. Seit dem Weggang von Markus Krösche zu Eintracht Frankfurt im Sommer 2021 gibt es keinen Sportdirektor mehr beim Brauseklub. Oliver Mintzlaff, ein ehemaliger Leichtathlet, hat mit ein paar leitenden Mitarbeitern und dank guter Kassenlage zwar auf dem Transfermarkt klug agiert, aber vermutlich wird der RB-Boss wissen, dass es liebenswertere Gesichter als ihn selbst geben könnte, um fortan „das Konstrukt RB“ geduldig zu erklären. Max Eberl zum Beispiel, der in Gladbach lange Zeit ein fachkundiger, kluger und empathischer Moderator nach innen und außen war und - nicht zu vergessen - zudem ein Gesprächspartner auf Augenhöhe für den Trainer. Einer mit Profi-Erfahrung und Fachkompetenz über das Vertragswesen hinaus. Ergo: Leipzig braucht Eberl! Aber braucht Eberl auch Leipzig?

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