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Fußball-Experte und Ex-Präsident

Olympia 2021: „Wahnsinnige!“ - Donald Trump attackiert Megan Rapinoe

  • Daniel Dillmann
    VonDaniel Dillmann
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Die Fußballerinnen der USA erzielen holen bei den Olympischen Spielen in Tokio die Bronze-Medaille. Für Donald Trump ist das eine Schande.

Japan / USA - Wer bei Olympischen Spielen eine Medaille holt, darf sich eigentlich glücklich schätzen. Ob Gold, Silber oder Bronze, die Farbe spielt da kaum noch eine Rolle. Das gilt natürlich auch für Olympia 2021 in Tokio. Es gilt aber offenbar nicht für Donald Trump, den ehemaligen Präsidenten der USA.

Kaum hatten die Fußballerinnen des US-Teams das Spiel um Platz Drei in Tokio gewonnen und damit eine Bronzemedaille für die USA geholt, meldete sich Donald Trump zu Wort. Wer nun Glückwünsche erwartet, der kennt wohl weder die Protagonistinnen des Teams USA noch Donald Trump. Das Team würde „von einer radikalen Gruppe linker Wahnsinniger geführt“, und wenn das nicht der Fall wäre, die Fußballerinnen hätten „die Goldmedaille statt der Bronzemedaille gewonnen“.

Megan Rapinoe vor dem Spiel der USA gegen Australien bei den Olympischen Spielen in Tokio.

Donald Trump schimpft nach Olympia 2021 über Megan Rapinoe

Vor allem eine Spielerin machte Donald Trump wütend: Megan Rapinoe. Die „Frau mit den lila Haaren“, wie der Ex-Präsident die Mannschaftsführerin der USA nannte, und Trump haben seit dessen Amtsübernahme in den USA ein mehr als gespaltenes Verhältnis. Bereits bei der WM 2019 sagte Rapinoe sie würde das „beschissene Weiße Haus“ nicht besuchen, solange Donald Trump dort residiere. Rapinoe und ihr Team gewannen den Titel, Trump gratulierte auf Twitter, zu einem Besuch in Washington DC kam es aber nie.

Nun also konterte Donald Trump und bewies dabei direkt sein Fußballfachwissen. Rapinoe habe „schrecklich schlecht gespielt“. Tatsächlich gelangen der 36 Jahre alten Fußballerin zwei Tore beim 4:3-Sieg über Australien. Aber laut Trump „verbringt sie eindeutig zu viel Zeit damit, über ihre radikalen linkspolitischen Ziele nachzudenken anstatt ihre Arbeit zu machen!“

Olympia 2021: Donald Trump attackiert Sportlerinnen wegen ihrer politischen Haltungen

Überhaupt sei es klar, dass, wer auch immer linke Ideen propagiere, keine Chance mehr im Sport habe. „Wer woke ist, verliert“, liest es sich in dem Statement. Woke gilt vor allem in den USA als Kampfbegriff, der einst aus der Bürgerrechtsbewegung kommt und der sich mit „politisch gut informiert“ bis „politisch überkorrekt“ übersetzen lässt.

Hatte zumindest schon mal einen Fußball in der Hand: Donald Trump. (Archivbild)

Donald Trumps Statement kam nur Tage nachdem etliche seiner Anhänger:innen das Olympia-Team der US-Fußballerinen mit Häme überschütteten. Es sei die erste Medaille, die man seit 2012 überhaupt gewonnen habe, schrieb zum Beispiel das rechte Newsportal Daily Wire. Nicht erwähnt wurde dabei, dass die USA mit Rapinoe 2012 den Titel holten und dazwischen bekanntlich nur eine Ausgabe der Olympischen Spiele lag. In Rio hätten die „USA das Halbfinale gegen Schweden verloren“ schrieben die Trump-Fans, auch wenn es das Viertelfinale war, in dem die Vereinigten Staaten damals ausgeschieden waren.

Olympia 2021: Megan Rapinoe steht am Ender einer sehr erfolgreichen Karriere

Rapinoe selbst zeigte sich nach der Bronzemedaille bei Olympia 2021 ebenfalls etwas enttäuscht: „Es ist ganz klar nicht die Medaillenfarbe, die wir eigentlich wollten.“ Dennoch sei sie glücklich, erneut ein Edelmetall bei Olympischen Spielen gewonnen zu haben.

Zur Person
NameMegan Rapinoe
Alter36 Jahre (geboren am 5.07.1985 in Redding, Kalifornien)
Größe1,68 Meter
PartnerinSue Bird (seit 2017)

Während Donald Trump nach Olympia also fordert, die seiner Meinung nach so unerfolgreichen linksradikalen Sportlerinnen zu entfernen, neigt sich für Megan Rapinoe eine äußerst erfolgreiche Karriere dem Ende zu: Olympiasiegerin 2012, Weltmeisterin 2015 und 2019, FIFA-Weltfußballerin 2019. (Daniel Dillmann)

Rubriklistenbild: © DAVID SILPA

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