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Treffsicher: Paco Alcacer (Mitte).

Bundesliga

Die Offensive ist zurück

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Borussia Dortmund, Werder Bremen, Borussia Mönchengladbach: Die Bundesligaspitze versammelt zurzeit ausschließlich Mannschaften, die sich das mit mutigem Auftreten erspielt haben. Ein Kommentar.

Um zu verstehen, warum die Bundesligasaison bisher eine ziemlich schöne ist, lohnt ein kurzer Blick zurück. Zurück auf den FC Schalke 04 der vergangenen Spielzeit. Da beendeten die Königsblauen die Runde auf dem zweiten Rang - und das mit satten acht Punkten Vorsprung auf die Konkurrenz aus Hoffenheim, Dortmund und Leverkusen. Was die Schalker Anhänger natürlich zu Recht strahlen ließ, war für den objektiven Zuschauer mitunter ein ziemlicher Graus. Standardtreffer nach Standardtreffer. 1:0-Siege, die auf 1:0-Siege folgten. Minimalistenfußball, der zum Erfolg führte und damit die unansehnliche Spielweise rechtfertigte, ja sogar irgendwie nachvollziehbar machte.

Nun ist das Schalke 04 dieser Saison im Grunde kein anderes Schalke 04 als in der vergangenen. Die taktische Herangehensweise von Trainer Tedesco ist identisch geblieben, aus minimalem Risiko maximalen Ertrag zu erzielen. Nur, und da kommen wir zum Schönen (zumindest aus Nicht-Schalker Sicht) dieser Spielzeit: Es funktioniert nicht mehr richtig. S04 sammelte bisher nur sechs Punkte und reiht sich damit auf Rang 16 ein.

Ballbesitzfußballer, Konterkönige, Effizienzkicker

Die Bundesligaspitze dagegen versammelt zurzeit ausschließlich Mannschaften, die sich das mit mutigem Auftreten erspielt, ja verdient haben. Borussia Dortmund etwa, das die mit Abstand beste Offensive der Liga aufbietet. Oder Werder Bremen, das Überraschungsteam. Oder Borussia Mönchengladbach, natürlich auch der FC Bayern. Und etwas dahinter sollte freilich auch die immer besser in Schwung kommende Eintracht aus Frankfurt nicht vergessen werden.

Nun sind die Vorzüge der genannten Mannschaften sicher völlig unterschiedlich geartet. Da gibt es die Ballbesitzfußballer (FC Bayern), die Konterkönige (Mönchengladbach), die Hochgeschwindigkeitssprinter (Dortmund), die Effizienzkicker (Frankfurt), die Clevernessmeister (Bremen).

Gemeinsam haben sie aber doch alle eines: Einen Plan davon, wie ihr Offensivspiel aussehen soll. Eine Idee, wie man schwächeren, teils destruktiv agierenden Mannschaften aus dem unteren Teil des Tableaus beikommen will - zuvorderst mit fußballerischen Mitteln. Klar, auch die Trainer der Spitzengruppe legen großen Wert auf eine stabile Defensive, schließlich ist das die Basis. Darüber hinaus aber richten sie ihre Teams nach vorne aus, wollen einen attraktiven Ball spielen lassen, die Zuschauer unterhalten. Und darüber hinaus natürlich erfolgreich sein. Wie schön, dass es dafür keinen Minimalistenfußball mehr braucht.

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