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Offene Türen und dicke Bretter

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Von: Daniel Schmitt

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Will wieder punkten: Darmstadts Trainer Torsten Lieberknecht
Will wieder punkten: Darmstadts Trainer Torsten Lieberknecht © dpa

Darmstadts Trainer Lieberknecht will Flüchtende aufnehmen - und am Freitag gegen den gerne unterschätzten 1. FC Heidenheim ein Fußballspiel gewinnen

Fernab des Sportlichen sendete die Privatperson Torsten Lieberknecht am Donnerstag eine eindeutige Botschaft an hilfesuchende Ukrainerinnen und Ukrainer: „Bei der Familie Lieberknecht stehen die Türen für Flüchtlinge offen.“ Das Thema sei daheim diskutiert worden und dann habe rasch Einigkeit darüber geherrscht. „Definitiv“, so der Trainer des Fußball-Zweitligisten SV Darmstadt 98, würde man das im Hause Lieberknecht machen.

Es waren die finalen, vorbildlichen Worte einer Pressekonferenz, die sich ansonsten um das Spitzenspiel an diesem Freitagabend (18.30 Uhr/Sky) zwischen dem SV Darmstadt und dem 1. FC Heidenheim drehte. Der Tabellenzweite gegen den Tabellensiebten, nur fünf Punkte voneinander getrennt. „Das Wetter ist geil, der Gegner ist geil, wir sind es auch“, sagt Lieberknecht erwartungsfroh.

Gegner in „Lauerstellung“

Schon mit einem Remis könnten die Darmstädter, die zuletzt mit dem Last-Minute-Erfolg von Dresden ihre drei Spiele andauernde Sieglosigkeit beendet hatten, zumindest vorübergehend an die Tabellenspitze springen. In Lieberknechts Kopf jedoch spielt dieses Thema kein große Rolle. „Wir können ja nicht wegdiskutieren, dass wir bei der Musik dabei sind“, sagt der Coach, aber Druck, das ist klar, will er deshalb nicht auf seine Truppe ausüben. Seine Vorgabe: „Punkten, punkten, punkten, dann hast du wieder einen Spieltag weg.“ Eigentlich ganz einfach.

Lieberknecht ist spürbar froh, dass die zweite deutsche Fußballliga von Aufmerksamkeit saugenden Klubs wie Bremen, dem Hamburger SV oder Schalke 04 geradezu überflutet wird, da kann sein Team stets unter dem Radar mit- oder gar an den Kontrahenten vorbeischwimmen. 13 Siege sammelten die Darmstädter bisher, kein anderes Team ist besser.

Vor 11 000 Fans im eigenen Stadion am Böllenfalltor rechnet der Übungsleiter diesmal mit einem umkämpften, engen Spiel. Den Gegner, die Jahr für Jahr unterschätzten Heidenheimer, hält Lieberknecht für eine Mannschaft in „Lauerstellung zu den Großen“, ebenso wie seine eigene. „Heidenheim ist immer das starke Brett, das du bohren musst.“ Die Gäste hätten die lauf- und luftstärkste Mannschaft der Liga. Personell müssen die Hessen an diesem Freitag auf den gelbgesperrten Klaus Gjasula verzichten, dafür kehrt Tobias Kempe zurück ins Team.

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