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Da hält es einige Fans nicht mehr auf den Rängen: Jubel über den späten Siegtreffer von Kickers Offenbach.
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Da hält es einige Fans nicht mehr auf den Rängen: Jubel über den späten Siegtreffer von Kickers Offenbach.

Fans stürmen auf den Platz

Offenbacher Gänsehaut

  • VonChristian Düncher
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In letzter Minute gewinnen die Kickers 2:1 durch das Tor von Dejan Bozic beim Regionalliga-Topfavoriten in Elversberg

Dieser kollektive Glücksmoment hat für die lange Abstinenz entschädigt. Fast anderthalb Jahre musste der Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach corona-bedingt auswärts auf seine Anhänger verzichten. Am Samstag feierten die Spieler und einige Fans gemeinsam auf dem Rasen – zu einem Zeitpunkt, als die Partie bei der SV Elversberg noch gar nicht beendet war. „Es war einfach Extase“, sagte Geschäftsführer Thomas Sobotzik.

Fünf Minuten Nachspielzeit hatte der Schiedsrichter angezeigt. Die waren fast abgelaufen, als noch mal eine Freistoßflanke in den Strafraum der SV Elversberg segelte und über Umwege zu Dejan Bozic gelangte, der zum 2:1 traf und damit alle Dämme brechen ließ. „Uns hat nichts mehr auf der Bank gehalten“, sagte der ausgewechselte Spielmacher Tunay Deniz. „Wir sind alle auf Dejan drauf und wollten nur noch feiern.“ Das galt auch für einige OFC-Fans, die völlig euphorisiert über die Bande kletterten und das Last-Minute-Tor mit der Mannschaft bejubelten. Der Schiedsrichter pfiff die Partie zwar noch mal an, direkt danach aber ab.

Den einen Tick besser

Deniz fiel es auch eine Viertelstunde nach dem Topspiel schwer, seine Gefühlslage zu beschreiben. „Das lässt sich nicht in Worte fassen“, sagte er und ergänzte nach einer kurzen Pause: „Einfach nur schön.“ Ähnlich übermannt war Außenverteidiger Jayson Breitenbach, der solche Emotionen einst als Fan auf der Tribüne erlebt hatte, allerdings noch nie als Spieler auf dem Platz. „Gänsehaut“ habe er gehabt, gestand der 23-Jährige und nannte den Sieg eine „Duftmarke“.

Alle 19 Trainer hatten die SVE vor der Saison zu den Titelfavoriten gezählt. 17 Mal wurde der OFC genannt, dessen Trainer Sreto Ristic aber betont hatte, dass Elversberg seiner Mannschaft noch einiges voraus habe. Das Ziel sei es daher, näher dranzukommen. Am Samstag rückten sie nicht nur näher dran, sondern waren in einigen Punkten sogar einen Tick besser, wie auch Horst Steffen zugab. „Klar war, dass entscheidend sein würde, wer seinen Plan besser durchbringt und mehr Genauigkeit hat. Und da hatte der Gegner mehr“, sagte der SVE-Coach.

Das Favoritenduell wurde den Erwartungen von Anfang an gerecht. „Das war von der ersten bis zur letzten Minute ein richtig gutes Regionalligaspiel mit einer wahnsinnigen Intensität“, lobte Ristic. Elversberg zeigte zunächst die reifere Anlage, spielte schnell und direkt. Am Offenbacher Strafraum war aber zumeist Schluss. Und wenn mal etwas aufs Tor kam, war Stephan Flauder zur Stelle. Seine beste Tat vollbrachte der Schlussmann, als er einen Kopfball von Schnellbacher grandios parierte und auch den Nachschuss abwehrte (29.). Da hätte der OFC schon führen können. Elia Soriano zielte nach tollem Pass von Deniz aber aus zehn Metern vorbei (23.). Später scheiterte er per Kopfball am stark reagierenden SVE-Keeper Lehmann (33.).

Beide Trainer hatten das Gefühl, dass die Kickers nach dem Seitenwechsel mit den Temperaturen besser zurecht kamen. „Wir konnten weiter Tempo machen“, sagt Ristic. der bereits nach dem Auftaktsieg gegen Homburg den körperlichen Zustand der Spieler als erfreulich bezeichnet hatte. Ein Schnellangriff führte folglich zum 1:0. Soriano ließ den Ball zu Denis Huseinbasic prallen und der schickte Lucas Hermes mit einem langen Pass. Der Zugang setzte sich gegen Baumgärtel durch und drosch den Ball aus halbrechter Position unter die Latte (48.)

Ausgleich durch Strafstoß

Elversberg wankte nun, der OFC schaffte es jedoch nicht, nachzulegen. Im Gegenteil. Deniz rutschte im Mittelfeld weg, Elversberg machte das Spiel schnell und Osarenren Okungbowa grätschte zu ungestüm im Strafraum. Elfmeter – 1:1 durch Dacaj (65.). Der Ausgleich sei verdient gewesen, sagte Ristic, der sich bereits mit einem Remis angefreundet hatte. Sein Team schlug aber noch mal zu. Es sei klar gewesen, dass nur ein „Lucky punch“ würde helfen können. „Vor dem 2:1 hatte Elversberg auch treffen können. Wir sind einfach nur glücklich.“

Das galt auch für die OFC-Fans unter den 2092 Zuschauern. 350 Tickets hatten die Kickers erhalten. Zahlenmäßig war der Offenbacher Anhang in der Unterzahl, die Partie machte er stimmungsmäßig dennoch zum Heimspiel, wie nicht nur Sobotzik befand. „Als Trainer ist man ja im Tunell, trotzdem kriegt man das mit“, sagte Ristic. Die Atmosphäre sei „für beide Vereine schön gewesen. Das ist Teil des Ganzen.“ Deswegen spiele man Fußball.

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