Kickers Offenbach

OFC zwischen Frust und Freude

Die Offenbacher Kickers zeigen beim VfB Stuttgart II ihre beste Saisonleistung, holen aber nur einen Punkt.

Angelo Barletta ist ein ebenso emotionaler wie feinfühliger Trainer. Und so fiel es dem 43-Jährigen nach dem 2:2 (0:1) seiner Offenbacher Kickers beim VfB Stuttgart II spürbar schwer, das Gefühlschaos zu ordnen, das die Partie in ihm ausgelöst hatte. Nur wenige Minuten nachdem er auf dem Platz mit seinen Spielern den späten, mehr als verdienten Ausgleich bejubelt hatte, zeigte sich der Coach des Fußball-Regionalligisten bei der Spielanalyse hin- und hergerissen. Er lobte, kritisierte und haderte – auch mit sich selbst.

„Ich sage es, wie es ist: Das interessiert mich nicht“, antwortete Barletta auf die Frage, ob seine Mannschaft in Stuttgart ihre in spielerischer Hinsicht beste Saisonleistung gezeigt habe und machte eine abwertende Handbewegung. Es gehe derzeit nicht darum schön, sondern erfolgreich zu spielen. „Jedes Unentschieden, jede Niederlage gibt uns Druck“, so der Coach. „Natürlich wollen wir uns entwickeln.“ Das gehe jedoch einfacher, wenn die Resultate stimmen. Denn jeder Erfolg gebe Sicherheit.

In gewisser Weise wertete Barletta das 2:2 als solchen. Er sprach zwar von zwei fehlenden Punkten in der Tabelle, aber auch von einem „Punkt der Moral“. „Auf so etwas kann man für den Rest der Saison aufbauen. Es hat mich beeindruckt, wie wir bis zum Schluss gekämpft haben. Das geht nur, wenn die Mannschaft intakt ist.“

Zwischenzeitlich hatte der Trainer sogar Mitleid mit seinen Spielern. „Die Jungs haben mir leidgetan“, sagte Barletta mit Blick auf den kuriosen Spielverlauf. Der OFC erspielte sich zwar eine Unmenge an Chancen, scheiterte jedoch mehrfach am starken VfB-Schlussmann Sebastian Hornung. „Das war wie verhext“, sagte Barletta.

Stuttgart war wesentlich effektiver. Beim ersten Gegentor habe man laut Barletta die Qualität von Philipp Förster (einer von vier Erstligaprofis im VfB-Aufgebot) gesehen, der Kickers-Torwart Stephan Flauder mit einem platzierten Schuss aus 16 Metern keine Chance ließ (18.). Es dauerte aber bis zur 67. Minute, ehe Malte Karbstein nach einem Eckball per Kopf ausglich. Der OFC wollte nun mehr, geriet jedoch erneut in Rückstand. Torhüter Flauder war beim Distanzschuss von Marco Pasalic machtlos (71.). Den letzten Treffer landeten die Kickers – durch Serkan Firat, der in der Nachspielzeit aus der Distanz durch Freund und Feind hindurch zum 2:2 traf und dabei das Glück hatte, dass der Ball abgefälscht wurde.

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