Leverkusen - Bremen 2:2 

Ömer Topraks trostlose Rückkehr

Werder-Verteidiger hadert mit Leverkusener Verhalten beim Bremer 2:2 bei Bayer.

Ömer Toprak war gezeichnet und restlos bedient. Mit blutverschmierter Nase ließ der ehemalige türkische Nationalspieler nach dem 2:2 (1:1) von Werder Bremen bei Bayer Leverkusen an seiner früheren Wirkungsstätte seinem Frust freien Lauf. „Ich lag auf dem Boden, ich blute. Bis auf Peter Bosz, sein Trainerteam und die Ärzte hat keiner was gesagt. Leider gab es dann auch nicht so schöne Worte von der Bank, das hat mir nicht so gefallen. Wenn man sechs Jahre hier spielt, habe ich das so nicht verdient“, sagte der 30-Jährige erregt und voller Unverständnis nach seinem Comeback bei den Grün-Weißen.

Offenbar war der Abwehrrecke nach seiner Verletzungsbehandlung von einigen Leverkusenern Ersatzspielern beleidigt worden, Einzelheiten verriet Toprak nicht. Bayer-Stürmer Lucas Alario hatte kurz vor Schluss bei einem unglücklichen Zweikampf Toprak mit dem Fuß im Gesicht getroffen, sich anschließend gleich für sein Missgeschick entschuldigt. Toprak lag einige Zeit mit schmerzverzerrter Miene auf dem Rasen, was einige Bayer-Profis wohl als Zeitspiel verurteilten. „Die Leute kennen mich eigentlich und wissen, dass ich kein Schauspieler bin“, so Toprak.

Leidige Handspieldebatte

Auch aufmunternde Worte seines ehemaligen Mitspielers und heutigen Bayer-Sportdirektors Simon Rolfes sowie von Leverkusens Sport-Geschäftsführer Rudi Völler konnten den Hauptdarsteller der Partie nicht besänftigen. Zumal er auch noch in Richtung Schiedsrichter Martin Petersen grollte. „Das war ein klares Handspiel und der Schiri hat gute Sicht. Ich verstehe auch nicht, warum der Video-Schiedsrichter da nicht eingreift“, sagte er zu der Szene kurz vor dem Abpfiff und erhielt Unterstützung von Trainer Florian Kohfeldt: „Für mich war es klar Hand, es ist ja nicht sein Stützarm.“ Die DFB-Schiedsrichterabteilung widersprach am Sonntag: „Der Schiedsrichter hatte zu dieser Situation eine klare Wahrnehmung und den Vorgang bewertet. Die Sichtung des Videomaterials lieferte keine klar und offensichtlich andere Information. Daher war es richtig, dass der Videoassistent nicht intervenierte.“ Eine „bewusste Abwehraktion, mit den Armen zum Ball“, sei „in dem Bewegungsablauf nicht zweifelsfrei auszumachen“.

Nun ja: Leverkusens Nadiem Amiri hatte in der Nachspielzeit nach einem Schuss von Benjamin Goller im eigenen Strafraum das Spielgerät fast wie ein Torwart mit beiden Armen gestoppt. Der Nationalspieler hatte zuvor bereits mit einem Handspiel die vermeintliche 3:2-Führung von Bayer durch Lucas Alario verhindert.

Toprak konnte froh sein, dass Alario nach dessen Treffer zum 2:2 (58.) der vermeintliche Siegtreffer aberkannt worden war. Denn auch in dieser Szene hatte Bremens Verteidiger schlecht ausgesehen. Bereits nach vier Minuten hatte Toprak den Ball nach einer Ecke zur Leverkusener Führung ins eigene Tor gelenkt. „Der Ball prallt mir ans Schienbein. Ich versuche, zu verteidigen, da geht er rein“, äußerte der Pechvogel. Irgendwie war es nicht der Tag des Ömer Toprak. (sid/FR)

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