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Sollte Manager Christian Heidel zum FSV Mainz zurückkehren, dann hätte das einen gewissen Charme.
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Sollte Manager Christian Heidel zum FSV Mainz zurückkehren, dann hätte das einen gewissen Charme.

Mainz 05

Nur Retro reicht nicht

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
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Sollte Manager Christian Heidel zum FSV Mainz zurückkehren, dann hätte das einen gewissen Charme – aber viel entscheidender wird sein, wer Cheftrainer beim Krisenklub ist. Ein Kommentar.

Der Retrofaktor ist längst ein nicht zu unterschätzender Einfluss im Profifußball. Wann immer vorwiegend stolze Traditionsvereine ins Stolpern geraten, erinnern sich Führungskräfte gern an die gute alte Zeit. Weil damit in der Regel zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden können: Zum einen wird die Sehnsucht der Menschen rund um den Verein zwangsläufig mit den Erfolgen der Vergangenheit verknüpft, was eine Art Vertrauensvorschuss darstellt. Zum anderen kennen Ehemalige, ganz gleich ob sie als Spieler, Trainer oder Funktionsträger zurückkehren, die Strukturen und die handelnden Personen.

Und wenn sie, wie Huub Stevens, praktischerweise ohnehin dem Aufsichtsrat angehören, geht der Rollenwechsel noch viel schneller. Gestern Kontrolleur, morgen Retter. Der Niederländer hat allerdings in seinem ersten Spiel gleich mal verloren, was sehr anschaulich zeigt, dass es eben doch nicht auf Knopfdruck funktioniert. Nur weil königsblaues Blut in den Stevens-Adern fließt, kommt der Turnaround nicht zustande. Es gehört zu der an Kuriositäten reichen Branche, dass sich der taumelnde Bundesligist FSV Mainz 05 nun offenbar an einen Manager erinnert, der in seiner Amtszeit auf Schalke nicht viel Gutes hinterlassen hat.

Ein Problemprofi wie Nabil Bentaleb, mehrfach ausgemustert, ist ein Paradebeispiele, wie sich Heidel im Charakter eines neuen Spielers massiv getäuscht hat. Kumuliert man Ablöse und Gehalt des zunächst ausgeliehenen, später fest verpflichteten algerischen Nationalspielers, versenkte Heidel eine Summe, die sich auf fast 40 Millionen Euro beläuft. Ein weiterer Fehler war, dass der zuvor nur in dem Nischenstandort am Bruchweg tätige Heidel für alles zuständig sein wollte und einige Mainzer Gefolgsleute mitbrachte. Auch das war keine gute Idee des 57-Jährigen.

Was er aber hat, und ihm niemand nehmen kann: das Gespür im Umgang mit Menschen. Sonst hätte Heidel nicht die heute legendären Trainer Jürgen Klopp und Thomas Tuchel befördert, was er übrigens nur konnte, weil er die Allmacht besaß. Wenn die Mainzer ihm einen Vorstandsposten anbieten, dann müssen alle noch mal überlegen, was gut für die tief gefallenen Nullfünfer ist. Denn nach dem Rückzug von Rouven Schröder herrscht ein Vakuum im sportlichen Bereich. Wieder Heidel für alles vorschicken, geht nicht. Und immer ist zu berücksichtigen, welche Daumenschrauben die Pandemie jedem Profiverein, mit Ausnahme des FC Bayern und RB Leipzig, anlegt. Weitreichende Korrekturmaßnahmen im Kader sind nicht möglich. In erster Linie braucht es einen Trainer, der das Potenzial von Profis wieder weckt, die sich dermaßen zurückgehalten haben. dass es fast schon einer Frechheit glich. Wer der Wachrüttler auf der Trainerbank sein kann, sollte vor allem Klubchef Stefan Hofmann genau abwägen, der die Mainz-DNA am besten kennt. Nur auf die Retrolösung Heidel als Heilsbringer zu setzten, wird für die Rettung zu wenig sein.

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