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Die Nürnberger Spieler bedanken sich nach dem Abpfiff bei den Fans mit einem Banner.

1. FC Nürnberg

Abstieg, der Neunte

Der 1. FC Nürnberg strahlt trotz des bitteren Rekords Zuversicht aus.

Inmitten einer hochemotionalen Abschiedszeremonie formulierten die Fans von Rekordabsteiger 1. FC Nürnberg schon das Ziel für die nächste Saison. Ihren zum neunten Mal aus der Fußball-Bundesliga vorzeitig abgestürzten Idolen überreichten die treuen Anhänger Trikots in den Vereinsfarben mit der Aufschrift „Mission Wiederaufstieg“. Als „einzigartige Reaktion“ bezeichnete Interimscoach Boris Schommers die permanente Unterstützung der Club-Fans und verordnete seiner gezeichneten Mannschaft zwei freie Tage zur Frustbewältigung.

Der 1. FC Nürnberg ist Abstiege gewohnt, auf seinen neunten konnte er sich schon seit Wochen vorbereiten. Nach dem 0:4 (0:0) am vorletzten Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach haben die Franken Gewissheit. „Gedanklich nähert man sich diesem Szenario doch etwas an“, sagte Verteidiger Georg Margreitter und stellte fest: „Absteigen ist ziemlich das Hässlichste im Fußball.“ Als „beschissen“ bezeichnete sein Abwehrkollege Lukas Mühl das Gefühl. „Wenn du nach dem 33. Spieltag mit 19 Punkten dastehst, hast du es auch nicht verdient, nächstes Jahr Bundesliga zu spielen“, so Schommers nach dem Absacken auf den letzten Platz. Die Fans hielten dennoch zur Mannschaft und stimmten auch noch die bewegende Fußballhymne „You‘ll never walk alone“ an.

Auf dem Rasen gab es in dieser Nürnberger Saison nur wenige bewegende Momente. Nur drei Siege in 33 Partien und lediglich 25 selbst erzielte Treffer sagen verraten alles. „Wir haben uns zu spät taktisch neu ausgerichtet, zu spät konsolidiert“, kritisierte Margreitter. „Wenn das alles ein paar Monate vorher stattgefunden hätte, dann hätten wir vielleicht ein paar Punkte mehr geholt.“

Dem am 12. Februar nach der Trennung von Michael Köllner zum Interimscoach beförderten Schommers dürfte der Aufstieg zum Cheftrainer beim FCN wohl verwehrt bleiben. „Ich habe ja gesagt, dass ich dem 1. FC Nürnberg gerne zur Verfügung stehe und mit dieser Mannschaft gerne weiter arbeiten möchte. Alles andere liegt in der Entscheidung vom Vorstand Sport“, betonte Schommers. Dieser heißt Robert Palikuca und will die Trainerfrage schnell klären. Auf die Frage, wann der neue Coach vorgestellt werde, antwortete er: „Nächste Woche.“ Angeblich ist der Österreicher Damir Canadi, Trainer beim griechischen Erstligisten Atromitos Athen, der Favorit. Als Sportdirektor wird Peter Hermann gehandelt. Der 67-Jährige ist aktuell Assistenztrainer beim FC Bayern München, arbeitete allerdings in der Saison 2008/09 schon einmal in Nürnberg als Co-Trainer.

Der erst vor vier Wochen geholte Palikuca steht nun in der Pflicht. Der Wiederaufstieg ist nicht nur der Wunsch der Fans. „In der zweiten Liga kann man auf die Jungs bauen. Sie sind schon einmal aufgestiegen, viele haben eine hohe Qualität für die zweite Liga. Dieses Grundgerüst werden wir verwenden“, sagte Palikuca. „Wir trauern jetzt gemeinsam und gehen durch dieses Tief gemeinsam durch“, sagte Margreitter, der in Nürnberg bleiben will, und schickte hinterher: „Jeder hat Blut geleckt, was die erste Liga betrifft.“ (dpa)

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