Nürnberg

Dem Abstieg geweiht

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In Nürnberg fehlt der spielerische Fortschritt. So kann das Team in der ersten Bundesliga nicht bestehen. Ein Kommentar.

Schirischelte hat momentan in Nürnberg Konjunktur. Trainer Michael Köllner und Manager Andreas Bornemann betreiben das unwürdige Genörgel gern gemeinsam – wie an diesem Wochenende vollkommen grundlos nach der 0:2-Niederlage in Hannover und einer in ihrer Berechtigung unzweifelhaften Roten Karte. Ein gutes Bild gibt der Club so auf allen Spielfeldern jedenfalls nicht ab. Aber fairerweise muss hinzugefügt werden, dass die Druck- und Frustsituation in Franken für die Protagonisten schwer erträglich sein dürfte. Da braucht es hin und wieder Ventile. Es gehört zum Wesensmerkmal der Schiedsrichterei, regelmäßig als ein solches Ventil herhalten zu müssen. Schön ist das nicht.

In Nürnberg wären die gewiss nicht unsympathischen Köllner und Bornemann somit bestens beraten, wenn sie sich für den Rest der Saison eine neue Strategie ausdenken würden, etwa die, mehr über die Abstellung eigener Fehler öffentlich zu sinnieren als über die vermeintlichen von irgendwelchen Referees. Wenn schon absteigen, dann bitteschön mit Anstand.

Nur Ilicevic kam dazu

Neutrale Beobachter, die die Spiele im DFB-Pokal in Hamburg und in der Liga in Hannover aufmerksam beobachtet haben, konnten unschwer erkennen, was es in Nürnberg jedenfalls nicht gibt: sichtbaren spielerischen Fortschritt. Eine Mannschaft, die mit einem allenfalls hauchdünn überdurchschnittlichen Zweitligakader aufgestiegen ist und sich auch in der Winterpause nur moderat personell ergänzt hat (der ehemalige Lauterer Ivo Ilicevic kam auf den letzten Drücker ohne Spielpraxis aus Kasachstan), kann in dieser Zusammensetzung schlicht nicht mithalten. Das ist sicher auch den klammen Club-Finanzen geschuldet, dürfte aber auch Ausfluss einer keineswegs optimalen Kaderplanung sein. Nürnberg hängt bei nahezu sämtlichen statistischen Werten, die in der Bundesliga erhoben werden, hinten drin. Das und der Tabellenplatz haben so gar nichts mit dem Schiedsrichterwesen zu tun, sondern allein mit den eigenen fußballerischen Grenzen.

Für den Trainer Köllner ist die Situation schwierig. Es erfordert einen enormen psychischen Aufwand, Woche für Woche seine Spieler und sich selbst wieder aus dem Loch einer vorangegangenen Niederlage zu hieven. 15 Spiele ohne Sieg wirken überall auf der Welt zermürbend und somit natürlich auch in Nürnberg, wo vom Zauber der Aufstiegsfeierlichkeiten noch nicht einmal rudimentär etwas übriggeblieben ist – außer möglicherweise ein innerer Zusammenhalt, auf den jetzt Torwart Mathenia ausdrücklich hinwies. Ein Zusammenhalt, der nach außen noch nicht einmal ganz unsichtbar blieb, aber offenbar dennoch zu wenig zum Überleben in Liga eins ist.

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