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Niko Kovac steht nicht mehr so sicher auf den beinen wie noch vor wenigen Wochen.

Bayern München

Niko Kovac wehrt sich gegen Kritik

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Bayern-Trainer Niko Kovac steht nach den Resultaten der vergangenen Woche unter Druck.

Er kam wie immer pünktlich auf die Minute, brummte sein gewohntes „Servus“ in den Raum, und als er auf dem Podium Platz genommen hatte, folgte das obligatorische „Noch mal Hallo alle zusammen“. Den Eindruck freundlicher Gelassenheit zu erwecken, war Niko Kovac erkennbar wichtig. Die Pressekonferenz am Freitag war sein erster öffentlicher Auftritt nach dem 1:1 gegen Ajax Amsterdam.

Kovac sah ganz gut aus. Allemal besser als auf den Aufnahmen der letzten Tage, die ihn ernst und graugesichtig zeigten. Er wirkte auch nicht mehr so konsterniert wie nach dem Ajax-Spiel. Er konnte sich auf diesen Auftritt mehrere Tage vorbereiten.

Wie sorgfältig sich Kovac vorbereitet hatte, wurde schon vor der ersten Reporterfrage deutlich. Da ergriff er selbst das Wort, um einiges klarzustellen. Vor allem seinen Auftritt am Dienstag. Was bei einem Teil des Publikums als Anflug von Ratlosigkeit ankam, empfand der Trainer auch mit Abstand als selbstverständliche Zurückhaltung eines Mannes, der sich Zeit für die Analyse nehmen und der Verantwortung für die Mannschaft gerecht werden wollte: „Ich werde mich nie hinstellen und meine Spieler betonieren.“

Kovac wittert in der Kabine kein Ungemach

Hätte Kovac nicht als Profi schon zwei Jahre beim FC Bayern verbracht, wüsste er spätestens jetzt, wie speziell die Münchner Verhältnisse sind. Dazu gehört der diskret an die Medien lancierte Hinweis, in der Mannschaft komme es nicht gut an, dass er mit seinem Stab und Sportdirektor Hasan Salihamidzic in ihrer Anwesenheit Kroatisch spreche. 

Kovac’ Sinne sind ganz sicher geschärft, doch in der Kabine wittert er das Ungemach nicht: „Dass es brodelt, das ist nicht so.“ Er führt die kritischen Schlagzeilen eher auf ganz andere Einflüsse zurück: „Ich weiß ja, wie das funktioniert. Das wird von draußen reingetragen.“ Öffentliche Vorhaltungen, ihm fehle es an einem komplexen Spielsystem, empfindet er als Konstrukt der Medien („ein bisschen zum Schmunzeln“), den Einwand, sein Training sei zu kurz, kontert er am Ende von drei kräftezehrenden englischen Wochen mit offenem Sarkasmus: „Männer, jetzt wird’s lustig!“

Agieren die Bayern am Samstag (18.30 Uhr) gegen Borussia Mönchengladbach ähnlich offensiv und dabei kontrolliert wie ihr Trainer, dürfte die „kleine Phase“, wie Kovac sie nennt, bald beendet sein. Das sollte sie auch, denn wenn die Phase erst mal länger, könnten Kommentare wie zuletzt der von Hoeneß (am Ende müsse „der Trainer ja auch den Kopf hinhalten“), womöglich ganz arglos abgegeben, noch ganz andere Sprengkraft entwickeln.

Bei eingehender Betrachtung ist das Kopf-hinhalten-Zitat, mit dem der Präsident auf Fragen zu den vielen Rotationen reagierte, nur im Tonfall drastisch. In der Sache gibt Kovac, der eigens das Gespräch mit Hoeneß gesucht hatte, ihm sogar recht: „Das ist nicht als Kritik aufzufassen, sondern als Feststellung.“ Es klingt freilich immer delikat, wenn nach drei Spielen ohne Sieg, nach den strengen Bayern-Maßstäben also an der Schwelle zur echten Krise, von einem der Entscheider der Kopf des Trainers thematisiert wird.

Noch sind es keine ganz großen Kontroversen, die die Bayern zu moderieren haben. Aber einen Vorgeschmack auf unangenehmere Zeiten erleben sie durchaus. Selbst die Gladbacher werden nun aufmüpfig. Ihr Trainer Dieter Hecking hat diese Woche aus sicherer Distanz schöne Grüße an die Isar geschickt: „Man hört raus, dass sie nach der Leichtigkeit suchen.“

Tatsächlich hat die Borussia den Bayern in den letzten Jahren oft wehgetan. Allerdings selten in deren Arena. Nicht nur deshalb hat Niko Kovac die Botschaft vom Niederrhein mit einem Schmunzeln zur Kenntnis genommen: „Sowas ist Psychologie. Das habe ich in Frankfurt auch gemacht.“

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