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Niko Kovac ist nicht mehr Bayern-Trainer.

Kommentar

Bayern München trennt sich von Niko Kovac - der richtige Schritt

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Der FC Bayern trennt sich von Niko Kovac. Eine Konsequenz, mit der so schnell niemand gerechnet hat und ein richtiger Schritt. Ein Kommentar.

Der FC Bayern hat Konsequenzen gezogen am Sonntag. Konsequenzen, mit denen so schnell niemand gerechnet hat. Aber auch Konsequenzen, die im Sinne aller Beteiligten die richtigen sind. Niko Kovac und Bayern München konnten in diesem Zustand keine gemeinsame Zukunft mehr haben. Zu viel Vertrauen war aufgebraucht worden und zu viel Kraft dabei verloren gegangen. Kraft, die am Ende dem Trainer fehlte und somit auch der Mannschaft. Kraft, die ein Trainer und sein Team auf diesem Niveau aber unbedingt benötigen.

So richtig die Entscheidung nach einem debakulösen 1:5 in Frankfurt auch war: Die Grundstimmung beim bevorstehenden Abschied von Uli Hoeneß nach einem halben Jahrhundert als Spitzenkraft des FC Bayern wird am Ende von einem einzigen Spiel abhängen. Von einmal 90 Minuten plus Nachspielzeit. Gewinnt der gerade in Verzwergung befindliche Herzensklub des scheidenden Präsidenten Samstag gegen Borussia Dortmund, dürfte das verbale Konfetti, das am darauffolgenden Freitag an dessen letztem Arbeitstag auf den großen Meister herabregnet, sich für Hoeneß wie ein warmes Sommernieseln anfühlen. Geht die Spitz-auf-Knopf-Sache gegen den BVB verloren, sitzt Hoeneß in der Olympiahalle im sauren Regen, so gut die salbungsvollen Abschiedsworte auch gemeint sein werden. Der prasselnde Niederschlag wäre unvermeidbar, obwohl sein Mann Kovac seit gestern Abend nicht mehr Bayern-Trainer ist.

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Kovac-Trennung: Erleichterung für alle Beteiligten

Ohnehin wankte Kovac doch schon seit einigen Wochen mehr, als dass er noch stand. Auch das Kreuz des Noch-Vereinschefs war zur stabilen Stütze nicht mehr breit genug. Kovac hatte zudem das Pech, dass nicht nur er selbst zunehmend überfordert in seinem Kerngeschäft wirkte, sondern auch der bedauernswert irrlichternde Sportdirektor Hasan „Brazzo“ Salihamidzic. Konsequenterweise müssten die Bayern mit unverstelltem Blick auf die Zukunft auch der Personalie Salihamidzic einer kritischen Würdigung unterziehen. In der jüngeren Vergangenheit hat dieser Teil der Verantwortung auch in diversen anderen Klubs zu Konsequenzen geführt, oft aus nachvollziehbaren Gründen.

Die Trennung von Trainer Niko Kovac ist derweil zur Erleichterung für alle Beteiligten geworden, ganz ähnlich, wie es sich vor zehn Jahren zutrug, als der FC Ruhmreich letztmalig derart wüst unter die Räder geriet wie heuer in Frankfurt. Der seinerzeit auf ganz breiter Front gescheiterte Runderneuerer Jürgen Klinsmann hatte da schon längst die Kabine verloren – und die Führungsetage gleich mal mit. Er hatte das längst gespürt. Als er gehen musste, sah der amerikanisierte Schwabe deshalb kein bisschen traurig aus. Nicht nur, weil ihm leichterhand sonnige Strandtage am Huntington Beach winkten, sondern noch viel mehr, weil er die bleierne Zeit an der Säbener Straße hinter sich gelassen hatte.

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Niko Kovac hat ja nicht erst seit diesem Herbst unter der Last der Aufgabe gelitten wie ein Hund, dem das Herrchen den Fressnapf verwehrt; die Profis waren erkennbar noch nicht mal mehr bereit, das defensive Denken des Trainers mitzutragen; der Mann von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge ist Kovac nie gewesen und wäre es auch nie geworden; für den großen FC Bayern war der tapfere Kroate wohl denn doch zu klein.

Eine 1:5-Niederlage tut jedem Verein furchtbar weh. In München sorgt sie dafür, dass die gesamte DNA wie eine krankhafte Mutation wahrgenommen wird. Ein solches Geschwür so professionell zu versorgen, dass es dauerhaft gesundet, wäre einer Wunderheilung gleichgekommen. Und jetzt? Auch ein Sieg über Borussia Dortmund wäre nicht mehr als ein loses Pflaster. Gut für die Stimmung bei der Uli-Hoeneß-Feier, immerhin.

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