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Niklas Süle wechselt vom FC Bayern zu Borussia Dortmund

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Von: Peter Schwennecker, Jan Christian Müller

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Marco Rose und Niklas Süle
Marco Reus und Niklas Süle sind bald Teamkollegen bei Borussia Dortmund. (Archivfoto) © MIS/Imago Images

BVB bestätigt ablösefreien Wechsel des Abwehrspielers vom FC Bayern München. Nationalspieler unterschreibt Vier-Jahres-Vertrag und soll die löchrige Abwehr stopfen.

München/Dortmund – Es gibt, man glaubt es kaum, gute Nachrichten für Borussia Dortmund. Nachrichten, die die schwere Demütigung beim 2:5 (1:3) im Spitzenspiel gegen Bayer Leverkusen etwas erträglicher gestalten dürften. Denn der BVB hat den aktuell noch für den FC Bayern München verteidigenden Abwehrspieler Niklas Süle nicht nur an der Angel, er hat ihn sogar ganz fest am Haken. Vom im Sommer bevorstehenden Wechsel nach Dortmund erfuhr die Frankfurter Rundschau aus sicherer Quelle aus dem Frankfurter Umfeld des einstigen Jugendspielers von Eintracht Frankfurt, den es nach der TSG Hoffenheim und dem FC Bayern nun weiter zieht.

Nachdem der Bericht in der Onlineausgabe der FR veröffentlicht worden war, bestätigte die Borussia den Wechsel offiziell. „Wir freuen uns, dass wir in Niklas Süle einen deutschen Nationalspieler ablösefrei verpflichten und für vier Jahre an uns binden konnten“, betont BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Sebastian Kehl, der im Sommer Zorcs Nachfolge antreten wird, erklärt: „Niklas hat uns in den persönlichen Gesprächen gezeigt, dass er große Lust auf Borussia Dortmund hat.“

Am Sonntagmorgen hatte Süles Berater Volker Struth im Fußball-Stammtisch „Doppelpass“ schon diese Hinweise gegeben: „Der neue Verein steht bereits fest. Niklas hat eine Entscheidung vor kurzer Zeit getroffen. Ich würde mich wundern, wenn er diese noch umwirft.“ Den künftigen Arbeitgeber des Innenverteidigers wollte er jedoch nicht nennen.

FC Bayern München: Niklas Süle wechselt zu Borussia Dortmund

Die Borussen können einen wie den ablösefreien Nationalspieler Süle gut gebrauchen. Denn die Deckung ist regelmäßig offen wie ein Scheunentor: Schon 36 Gegentore hat der BVB in den bisherigen 21 Bundesligaspielen kassiert – nur vier Mannschaften stehen in der hiesigen Eliteliga schlechter da. Süle ist zwar Stammkraft bei den Bayern, fühlt sich dort nach Aussage seines Beraters aber „nicht genügend wertgeschätzt“.

Der Fall Süle erinnere ihn „an Toni Kroos“, so Struth, der den Profi von Real Madrid ebenfalls zu seinen Mandanten zählt. 2014 war Kroos von den Bayern zu Real gewechselt, nachdem die Münchner seine an den damaligen Struth-Mandanten angepassten Gehaltsforderungen nicht erfüllen wollten.

Borussia Dortmund: Scheitert auch Marco Rose beim BVB?

Aktuell deutet allerdings alles darauf hin, dass nach Thomas Tuchel, Peter Bosz und Lucien Favre auch Marco Rose dabei scheitern wird, das Dortmunder Rudel der Hochbegabten zu einem richtigen Meisterschaftsanwärter zu formen. Der dringende Verdacht: Die Borussia krankt an einem viel zu harmonischen Kollektiv, das in erster Linie aus braven Jungs besteht, die jede angehende Schwiegermutter einmal gern zum Kaffeetrinken einladen würde.

Wahre Emotionen sind bei den Schwarz-Gelben nur dann auf dem Platz zu sehen, wenn nach glanzvollen Darbietungen gejubelt werden darf. Oder wenn sie nach unterirdischen Leistungen mal wieder gesunkenen Hauptes frustriert vom Platz schleichen wie am Sonntag. Dem BVB fehlen echte Führungskräfte auf dem Rasen, die, wenn es nicht so gut läuft, einmal kräftig auf den Tisch hauen, den Mund aufmachen, Reibungspunkte setzen und die anderen mitreißen. Niklas Süle könnte so einer sein.

Kapitän Marco Reus dagegen ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt und dazu nicht in der Lage. Und wenn dann noch Korsettstangen wie Erling Haaland, Emre Can und Mats Hummels ausfallen, dann wird das gesamte Teamgerüst instabil. Wie am Sonntag gegen Bayer Leverkusen.

Marco Rose dürfte sich über den Süle-Coup des BVB besonders freuen, auch wenn es sich bei dem stämmigen Burschen aus Hessen um eine ausgewiesene Frohnatur handelt, die ein bisschen brauchte, bis sie den heiligen Ernst des Profifußballs inhaliert hatte. Rose Forderung - „Es muss bei jedem in den Kopf, dass wir – verdammt noch mal – unser eigenes Tor härter und konsequenter verteidigen“ - erfüllte Süle nach Genesung von seinem bereits zweiten Kreuzbandriss zuletzt wieder sehr souverän bei den Bayern. Auch in der Nationalmannschaft gehört er zu den regelmäßigen Startspielern unter Hansi Flick, fehlte zuletzt im November trotz Impfung nur wegen einer Corona-Infektion.

Beim BVB gibt es derweil neue Debatten, ob das vom Trainer favorisierte hohe Attackieren tief in des Gegners Hälfte überhaupt auf den Dortmunder Kader zugeschnitten ist. Mit dem schnellen 1,95 Meter-Mann Süle, der hohes Pressing beim FC Bayern gewohnt ist, dürften diese Probleme zumindest verringert werden. (Jan-Christian Müller, Peter Schwennecker)

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