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BVB-Boss Watzke erklärt Süle-Wechsel: „Gab nur Argumente für Transfer“

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Von: Jan Christian Müller

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Hans-Joachim Watzke
Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund. © Thomas Bielefeld/Imago Images

Niklas Süle wechselt zum BVB: Borussia Dortmunds Geschäftsführer „Aki“ Watzke erklärt im FR-Interview die Hintergründe.

Dortmund/München – Am Tag nach Bekanntgabe des Transfercoups war Hans-Joachim Watzke weit entfernt davon, in Kampfgebrüll auszubrechen. Dass Niklas Süle vom Sommer an nicht mehr für den FC Bayern München, sondern für Borussia Dortmund spielen wird, will der Geschäftsführer des BVB „nicht als Kampfansage“ an den nationalen Branchenführer interpretiert wissen. Jedenfalls nicht in der Form, dass die von ihm angeführten Schwarz-Gelben dem Abo-Meister ein Schnippchen geschlagen hätten. „Wir haben ja den Bayern keinen Spieler abgeworben“, sagte Watzke im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau. Denn im Markt war bekannt, dass Süle seine Zukunft nicht beim FC Bayern sieht, der für den stämmigen Stopper 2017 20 Millionen Euro an die TSG Hoffenheim überwiesen hatte. Dass es dann Borussia Dortmund wurde, nimmt Watzke natürlich hocherfreut zur Kenntnis, zumal die Borussen in ihrem Werben um den 37-fachen Nationalspieler internationale Konkurrenz, allen voran aus der finanzstarken Premier League, ausgestochen haben.

„Es gab nur Argumente für diesen Transfer“, berichtet Watzke, „Niklas ist im besten Alter, er ist Stammspieler in der Nationalmannschaft, hat jede Menge internationale Erfahrung und ist ablösefrei.“ Diese Ablösefreiheit für einen Profi, dessen Marktwert auf 35 Millionen Euro taxiert wird, hat das Gesamtpaket inklusive Beraterhonorar so finanzierbar gemacht, dass alle drei Seiten zufrieden sind. Ein Coup für den BVB, bei dem der gebürtige Frankfurter und ehemalige Eintracht-Jugendspieler einen Vierjahresvertrag unterschrieb. Der dürfte ihm bei gutem Gelingen eine monatliche Überweisung von bis zu einer Million Euro einbringen.

Niklas Süle wechselt zu Borussia Dortmund

„Niklas hatte auch Optionen, bei denen er mehr Geld verdient hätte“, sagte sein Berater Volker Struth der Bild-Zeitung, „aber er hat sich sehr zeitnah nach der ersten Kontaktaufnahme für diesen Verein entschieden.“ Auf ein, zwei, drei Millionen britische Pfund mehr im Jahr bei Manchester United dürfte Bauchmensch Süle also verzichtet haben, um nun in Dortmund als Führungsspieler voranzugehen.

Noch-Münchner und Bald-Dortmunder: Niklas Süle.
Noch-Münchner und Bald-Dortmunder: Niklas Süle. © dpa

Eigentlich hatte der Hesse, der in Mörfelden-Walldorf aufgewachsen ist und in der Frankfurter Berger Straße hin und wieder beim Frisör gesichtet wird, gehofft, dass der bereits feststehende Wechsel von München nach Dortmund erst in drei, vier Wochen bekanntgegeben wird. Aber durch einen FR-Bericht, der den Wechsel am Montagmittag als fix vermeldete, sahen sich die Borussen und die Süle-Seite zur offiziellen Bestätigung am späteren Nachmittag gezwungen. Süle hätte das gern noch vermieden, er weiß ja, dass es jetzt Unruhe in München gibt, wo ihn Trainer Julian Nagelsmann und die meisten Teamkollegen offenbar mehr schätzen als die Vereinsführung und Ex-Boss Karl-Heinz Rummenigge. Der hatte kürzlich bei Sky Süles bevorstehenden Abschiedsschmerz so minimiert: „Das Problem ist, dass er sich nie richtig durchgesetzt hat auf seiner Position. Er war für den FC Bayern ein brauchbarer Spieler.“ Brauchbar also. Mehr aber auch nicht.

Freut sich über den Deal: BVB-Boss Hans-Joachim Watzke.
Freut sich über den Deal: BVB-Boss Hans-Joachim Watzke. © Ulrich Hufnagel/Imago IMages

Mindestens Nationaltorwart Manuel Neuer sieht das komplett anders, er spricht davon, dass mit Süle „ein Eckpfeiler in der Abwehr wegbricht“. Und er fügt hinzu: „Uns alle nervt, dass Niklas geht. Er wird uns fehlen. Es war ein Weg, bis er sich zu seinem Leistungshöhepunkt entwickelt hat.“ Bayerns Präsident Herbert Hainer beschied dem Abgänger: „Ich glaube nicht, dass es ein sportlicher Aufstieg ist.“ (Jan-Christian Müller)

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